Tour Jürgensen
Tour Jürgensen
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| Basisdaten | ||
| Ort: | Les Brenets | |
| Kanton: | Neuenburg | |
| Staat: | Schweiz | |
| Höhenlage: | 974 m | |
| Koordinaten: 47° 3′ 47,3″ N, 6° 42′ 31,9″ O; CH1903: 544563 / 212716 | ||
| Verwendung: | Aussichtsturm | |
| Zugänglichkeit: | Aussichtsturm öffentlich zugänglich | |
| Turmdaten | ||
| Bauzeit: | 1874 | |
| Gesamthöhe: | 14 m | |
| Aussichtsplattform: | 12,5 m | |
| Positionskarte | ||
Die Tour Jürgensen befindet sich auf dem Hügel Colline de La Caroline in der Gemeinde Le Locle des Kantons Neuenburg in der Schweiz.
Geschichte
Die Familie des dänischen Uhrenunternehmers Jules Frederik Jürgensen erbaute den im florentinisch-neugotischen[1] Mischstil errichteten Turm zwischen 1870 und spätestens vor 1880 (erste Nennung im Grundbuch). Die Gründe, die die Jürgensen zum Bau des isoliert im Wald stehenden Turms bewogen, sind nicht dokumentiert. Neben amourösen Beweggründen ist laut dem Buchautor Stefan Ansermet die realistischste Vermutung, dass der Turm als Mausoleum gedacht war. Es ist nämlich eine Marmor-Urne in den Beton eingelassen, welche Jürgensens Initialen J.-F.-U.-J. trägt, wobei sich diese auch auf dessen Sohn Jules II beziehen können. Denkbar ist es, dass die Urne mit der Inschrift aus einem Gedicht von Jules II, verfasst nach der Schlacht von Sedan 1870, « On n’est jamais vaincu lorsqu’on est immortel » (dt. «Man ist nie besiegt, wenn man unsterblich ist»), zu einem bestimmten Zeitpunkt das Herz Jürgensens Senior († 1877) enthalten hat, was eine zeittypische Praxis des romantisch beeinflussten Bürgertums war.[1]
1992 war der Turm in einem sehr schlechten Zustand. Zahlreiche Vandalen und Schatzsucher (Raubgrabung) hatten sich daran zu Schaffen gemacht. So wurde beispielsweise die Urne in den 1970er Jahren herausgerissen und die unbekannten Täter hatten sie vergeblich aufzubrechen versucht. Sie wurde später von Spaziergängern gefunden und befindet sich heute wieder an der ursprünglichen Stelle im Turm. Die Gemeinde Les Brenets, zu der das Gebiet vor der Gemeindefusion mit Le Locle gehörte, erwog den Abbruch des baufälligen Denkmals.[1] 1993 wurde es jedoch von einem Verein mit dem Ehrenvorsitz des Altbundesrats René Felber,[2] der Stadtpräsident von Le Locle gewesen war, zum symbolischen Preis von 1 Franken übernommen und mit der finanziellen Hilfe der Eidgenossenschaft, des Kantons Neuenburg und privater Spender unter Leitung des Architekten Pierre Studer renoviert. Die Einweihung fand 1998 in Anwesenheit des dänischen Botschafters in der Schweiz und einer Delegation aus Kopenhagen statt.[2] Eine radiografische Untersuchung ergab, dass das Fundament keinerlei (Edel)Metalle enthält. Es befindet somit kein Schatz im Fundament der unter Denkmalschutz stehenden Tour Jürgensen.[1]
Beschreibung
66 Treppenstufen führen auf die Aussichtsplattform, deren Zinnen 14 Meter Höhe erreichen. Von dieser eröffnet sich der Blick auf das Dorf Les Brenets in der Schweiz sowie die Gemeinde Villers-le-Lac auf französischem Gebiet, auf den See Lac des Brenets und auf die bewaldeten Jurahügel. Die kurze Wanderung zum Turm führt vom Bahnhof via die Rue de la Gare über die Rue Pierre-Seitz an den Waldrand und ist mit Wegweisern bezeichnet.[2]
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Treppe
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Aussichtsplattform
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Stefan Ansermet: Guide des lieux mystérieux de Suisse romande. Band 1/2. Éditions Favre, Lausanne 2014, ISBN 978-2-8289-1326-7, S. 98–105.
- ↑ a b c Cédric Dupraz: Les beautés des Brenets : Connaissez-vous la tour Jürgensen? In: Le Ô – Journal des Montagnes. Nr. 129, 22. August 2025, S. 1 f. (cedric-dupraz.ch).