Tornado von Belm

Der Tornado von Belm war ein Tornado in Osnabrück und dem namensgebenden Ort Belm, welcher am Abend des 6. August 2001 auftrat und für Schäden von über 5 Millionen DM verantwortlich war.

Verlauf und Zugbahn

Die Zeit, in der der Tornado auftrat, wird im Allgemeinen zwischen 20:45–21:00 Uhr angegeben. Erste Schäden traten im Osnabrücker Stadtteil Schinkel sowie im Widukindland im Bereich der Bremer Straße auf. Von hier aus zog der Tornado in Richtung der angrenzenden Ortslage von Belm, welche sich ohne nennenswerte Bebauungslücken an Osnabrück anfügt. Vor allem der Heideweg, Marktring und die Ringstraße waren von der Zugbahn betroffen. Insgesamt war die Schneise, welche der Tornado zog, 6 Kilometer lang und 50 Meter breit.[1][2]

Foto des Tornados

Eine Fotografie des Tornados mit dem Schinkelturm im Hintergrund wurde nach dem Ereignis in der Presse abgebildet. Die zu dieser Zeit noch vorherrschende Analogfotografie, gepaart mit dem seltenen Ereignis und guten Fotobedingungen, machte Bilder von Tornados in Deutschland rar.

Aufräumarbeiten

Die Schadensbilder, welche der Tornado verursachte, reichten von ganz oder teilweise abgedeckten Dachpfannen über herausgerissene Dachfenster bis zu weggerissenen Flachdächern. Nicht nur Äste, sondern ganze Bäume wurden mit Wurzelteller umgeworfen oder abgedreht. Abgerissene Dachpappe und Kunststoffrolladenteile verteilten sich sogar kilometerweit vom eigentlichen Schadenszentrum weg über die Landschaft. Die Feuerwehren von Belm und Osnabrück sowie weitere Einheiten aus den Umland waren nach dem Tornado vier Tage mit Aufräum- und Sicherungsarbeiten beschäftigt. Zufällig fand im Feuerwehrgerätehaus von Belm eine Verbandsversammlung statt, deren Teilnehmer Zeugen des vorbeiziehenden Tornados wurden.[3] Das Technische Hilfswerk war mit schweren Geräten aus den Ortsverbänden Osnabrück, Quakenbrück, Ronneberg und Stadthagen im Einsatz, um Trümmer und Unrat zu beseitigen.[4]

Weitere Tornado-Ergebnisse in der Region

Das Osnabrücker Land wie auch das angrenzende Tecklenburger Land und der Kreis Minden-Lübbecke werden gelegentlich als deutsche Tornado Alley betitelt, da hier mit die größte Dichte an auftretenden Tornados in Deutschland herrscht.[5]

Weitere Tornados in der Region

Einzelnachweise

  1. Heinz Schliehe: Als der Tornado in Belm wütete – Erinnerungen zehn Jahre nach der Katastrophe. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 5. August 2011, abgerufen am 18. November 2025.
  2. Windhosen: Wenn der Himmel rotiert. In: tagesspiegel.de. Der Tagesspiegel, 7. August 2001, abgerufen am 18. November 2025.
  3. Ursula Holtgrewe: Belmer Gemeindebrandmeister Aloys Wilker hört nach 18 Jahren auf. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 12. März 2013, abgerufen am 18. November 2025.
  4. THW Ronneberg: Windhose über Westniedersachsen. In: ov-ronneberg.thw.de. THW Ronneberg, 2001, abgerufen am 18. November 2025.
  5. Tornados in Deutschland -Auswertung 1950–2004. In: wetter.fkg-goettingen.de. 2010, abgerufen am 18. November 2025.
  6. Windhose über Hilter und Remsede. In: noz.de. 30. September 2001, abgerufen am 2. Januar 2026.
  7. Windhose tobt durch Osnabrücker Land. In: rp-online.de. 2. Oktober 2001, abgerufen am 2. Januar 2026.
  8. Tornadoliste Deutschland. In: tornadoliste.de. Abgerufen am 2. Januar 2026.