Tomàs Milans i Godayol
Tomàs Milans i Godayol (* 7. März 1672 in Canet de Mar; † 19. Januar 1742 Girona) war ein katalanischer Kirchenmusiker, Harfenist, Kapellmeister und Komponist des 18. Jahrhunderts.[1]
Leben und Werk
Tomàs Milans war Mitglied einer katalanischen Musikerdynastie des 17. und 18. Jahrhunderts. Er erhielt zusammen mit seinem Bruder Carles ab 1680 eine musikalische Ausbildung bei Felip Olivelles, dem Kapellmeister am Palau de la Comtessa de Barcelona. 1700 übernahm er die Stellung seines Lehrers am Palau interimsweise. Von 1702 bis 1714 füllte er diese Stellung als normaler Kapellmeister aus. Infolge des Spanischen Erbfolgekrieges musste Tomàs Milans den Barceloneser Palau verlassen und nahm im Oktober 1714 die Stellung des Kapellmeisters an der Kathedrale von Girona ein. Er ersetzte dort den verstorbenen Manuel Gònima. 1735 beantragte er seine Verrentung.[1]
Tomàs Milans komponierte fast ausschließlich geistliche Werke, darunter sechs- und achtstimmige Werke für Chor mit Basso continuo. Geprägt vom Spätbarock in der Musikkapelle Erzherzog Karls aus seinen Barceloneser Jahren, ist Tomàs Milan selber nicht nur ein ausgeprägter wie ausgezeichneter Vertreter des katalanischen Spätbarocks, er entwickelte diesen wie seine Zeitgenossen Francesc Valls und Josep Picanyol weiter, indem die neuesten italienischen Stilelemente in die katalanische Musik integrierte. Seine Werke finden sich in der Katalanischen Nationalbibliothek, in der Bibliothek der Kathedrale von Girona und in der Pfarrei von Canet de Mar.[1]
Tomàs Milans darf nicht mit seinem gleichnamigen Neffen, der 1707 in Martorell geboren wurde, verwechselt werden.[1]
Literatur
- Tomàs Milans i Godayol. In: Gran Enciclopèdia de la Música. Enciclopèdia Catalana, abgerufen am 30. Januar 2021 (katalanisch).
Weblinks
- Josep M. Gregori i Cifré: Tomàs Milans i Godayol, escolà i mestre de capella del Palau de la comtessa (c. 1680-1714) i la seva relació amb Sant Josep Oriol (Artikelzusammenfassung). In: Revista Catalana de Musicologia Band 7, 2014. Dialnet, abgerufen am 30. Januar 2021.