Tokio Ueyama
Tokio Ueyama (* 22. September 1889 in Wakayama, Japan; † 12. Juli 1954 in Los Angeles, USA) war ein japanisch-amerikanischer Maler der Issei-Generation. Er schuf vor allem realistische Landschaften, Stillleben und Porträts und stellte in den 1920er- und 1930er-Jahren an der US-Westküste aus. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er im Lager Amache (Colorado) interniert.[1]
Leben
Tokio Ueyama wurde 1889 in Wakayama geboren. 1908 wanderte er in die Vereinigten Staaten aus, um dort Kunst zu studieren. Von 1909 bis 1910 besuchte er die California School of Design in San Francisco. Anschließend zog er 1910 nach Los Angeles, um an der University of Southern California zu studieren. 1914 machte er dort seinen Abschluss in Bildender Kunst. 1917 nahm er ein weiteres Studium an der Pennsylvania Academy of the Fine Arts auf. Später erhielt er ein Cresson-Stipendium, das ihm im Jahr 1920 ein Semester künstlerischer Studien in Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien ermöglichte. Nach seiner Rückkehr schloss er 1921 seine Ausbildung in Philadelphia ab und kehrte 1922 nach Los Angeles zurück.[1]
Künstlerische Tätigkeit bis 1941
In Los Angeles gehörte Ueyama dem Kunstkreis von Little Tokyo an und war Mitbegründer der Kunstvereinigung Shaku-do-sha. Er beteiligte sich an zahlreichen Ausstellungen an der US-Westküste, darunter an der East West Art Society (1922) und der Reihe Painters and Sculptors of Southern California. 1924 stellte er in Mexiko-Stadt aus und hatte seine erste Einzelausstellung in Los Angeles. 1925 hielt er sich erneut in Mexiko auf und pflegte Kontakte zu Künstlern wie Diego Rivera. Am 23. Juli 1928 heiratete er Suyeko Tsukada. Laut der Volkszählung von 1930 arbeitete er nebenbei als Verkäufer im Buchladen Bunrido in Little Tokyo. 1937 reiste er als Vertreter der Los Angeles Art Association nach Japan. 1940 nahm er an der Golden Gate International Exposition teil.[1]
Internierung im Zweiten Weltkrieg
Mit dem Erlass der Executive Order 9066 im Jahr 1942 wurden er und seine Frau Suye zunächst im Santa Anita Assembly Center in Kalifornien und anschließend im Lager i in Colorado interniert. Eines seiner bekanntesten Werke, The Evacuee, zeigt Suye beim Häkeln in der offenen Tür ihrer Baracke in Santa Anita. Er nahm an Ausstellungen in beiden Lagern teil und leitete in Amache zusammen mit Koichi Nomiyama die Kunstabteilung. Dort gab er den Mitinsassen mehrmals täglich an drei Tagen in der Woche Unterricht in Aquarell-, Kohle- und Ölmalerei. Die Bilder, die Ueyama im Lager schuf, waren weniger dokumentarisch als vielmehr ästhetisch. Sie reichten von Porträts bis zu Landschaften innerhalb und außerhalb des Lagers.[1]
Tätigkeit nach 1945
Nach Kriegsende kehrte Ueyama nach Los Angeles zurück und eröffnete mit seiner Frau den Laden „Bunka Do“, in dem sie Künstlerbedarf und Werke japanisch-amerikanischer Künstler vertrieben. 1946 gründete er den Los Angeles Palette Club, der 1947 und 1948 Ausstellungen in Little Tokyo organisierte. 1951 leitete er das Kunst- und Handwerkskomitee der Nisei Week. Ueyama starb 1954 in Los Angeles. Der Laden „Bunka Do“ besteht bis heute und wird von Familienmitgliedern geführt.[1]
Nachlass und Rezeption
Die Tokio Ueyama Papers wurden im Jahr 2023 dem Smithsonian Archives of American Art übergeben. Der Bestand umfasst unter anderem Reisedokumente, Identifikationsunterlagen, Schriftwechsel, Lagerdokumente sowie ein Tagebuch und ein Notizbuch aus seiner Studienzeit. Von 2024 bis 2025 fand im Denver Art Museum eine große Retrospektive mit dem Titel The Life and Art of Tokio Ueyama statt. Für die Jahre 2026–2027 ist eine weitere Ausstellung mit dem Titel Stars in the American Night Sky: Tokio Ueyama and His Artistic Milieu geplant.[2]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e Tokio Ueyama | Densho Encyclopedia. Archiviert vom am 12. August 2025; abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
- ↑ Tokio Ueyama | Denver Art Museum. Abgerufen am 21. November 2025.