Titaron (Großvater des Mopsos)
Titaron ist in der griechischen Mythologie der Vater des Ampykos (Namensvariante: Ampyx), Großvater des Mopsos und Eponymos einer gleichnamigen Stadt in Thessalien. Auf Grund seiner Abstammung und geographischen Verortung gehört er möglicherweise zum sagenhaften Volksstamm der Lapithen.[1] Hauptquelle sind die Scholien zu Apollonios Rhodios.
Name
Der Name kommt vom griechischen Τιτάρων, Titárōn, lateinisch und deutsch mit abweichender Betonung Títaron, da das „a“ der vorletzten Silbe kurz ist. Er ist eine Anspielung auf die riesenhaften Titanen, eine durchaus heroische Zuschreibung für einen Lapithen.
Mythos
Titaron liefert keine Erzählung heldenhafter Taten, er bleibt ein charakter- und profilloses Bindeglied in der familiären Kette der Vorfahren des Mopsos: „Mopsos ist der Sohn des Ampykos, (letzterer der Sohn) des Titaron und der Chloris.“[2] Mopsos wird möglicherweise deshalb nach seinem Großvater auch als der Τιταρήσιος, Titarḗsios, Abkömmling des Titaron, bezeichnet.[3]
Dazu kommt sein Status als Eponymos der versunkenen Polis Titaron: „Τιταρών: πόλις Θεσσαλίας = Titaron ist eine Polis Thessaliens.“[4] Die lexikalische Suda listet eine ähnlich klingende Stadt Titarēsion auf und fügt einen Titaronos hinzu, der dem Titaron nahekommt.[5]
Anderes, das namentlich mit Titaron in Verbindung stehen könnte, sind das Gebirge Τιτάριον, Titárion und der Fluss Τιταρήσιος, Titarḗsios.[3] So könnte sich das Titaresios bei Hesiod nicht nur auf den Großvater, sondern auch auf die Heimat des Mopsos beziehen: „Mopsos, der Sohn des Ampyx (Ampykos), der titaresische Diener des Ares (= Krieger)“.[6]
Es ist zwar abschließend nicht zu klären, was zuerst da war, der Berg, der Fluss oder die Stadt, doch sie alle spiegeln sich in dem titanenhaften Helden, von dem sie möglicherweise ihre Namen bekommen haben.
Quellen
- Scholien zu Apollonios Rhodios, Edition Heinrich Keil, Teubner, Leipzig 1854, Buch A, Nr. 65, Seite 307, books.google.de.
- Stephanus Byzantius, s. v. Τιταρών/Titaron, Edition Billerbeck, Seite 316–317, Nr. 142, archive.org.
- Suda Lexicon, Teil 4, Edition Ada Adler, Seite 563, Nr. 681, 682, archive.org.
Literatur
- Wilhelm Heinrich Roscher: Lapithen. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 2,2, Leipzig 1897, Sp. 1860 (Digitalisat). Zu den Einzelnamen, Nr. 65: Titaron.
- F. H. v. Gaertingen: Ampykos, Ampyx 1. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band I,2, Stuttgart 1894, Sp. 1981.
Einzelnachweise
- ↑ Roscher, Lapithen, siehe Literatur.
- ↑ Scholien zu Apollonios 1, 65: „Ἀμπύκου υἱὸς ὁ Μόψος τοῦ Τιτάρωνος, μητρὸς δὲ Χλώριδος“. Siehe Quellen.
- ↑ a b Pape-Benseler, Griechische Eigennamen, s. v. Τιταρήσιος (1), Seite 1536, archive.org.
- ↑ Stephanos Byzantios, siehe Quellen.
- ↑ Suda, Buch A, Nr. 681 „Τιταρήςιον: ὄνομα πόλεως = Titarḗsion: der Name einer Stadt, 682 Τιτάρωνος = Titárōnos.“ Siehe Quellen, Suda.
- ↑ Hesiod, Schild des Herakles 181: „Μόψον τ᾽ Ἀμπυκίδην, Τιταρήσιον, ὄζον Ἄρηος.“ Edition Hugh Evelyn-White, perseus.tufts.edu.