Tina Richter-Vietor

Tina Richter-Vietor (* 1975 in Aachen; † 4. August 2007 in Schenefeld bei Hamburg) war eine deutsche Vielseitigkeitsreiterin. Sie verunglückte 2007 bei einem Turnier in Schenefeld tödlich.[1]

Werdegang

Tina Richter-Vietor wurde als Tochter von Elke und Robert Vietor geboren. Ihre Eltern züchteten Oldenburger, die in der Vielseitigkeit erfolgreich waren,[2] und förderten sie den Vielseitgkeitssport, indem sie als Besitzer Pferde für den Sport zur Verfügung stellten, beispielsweise für Frank Ostholt.[3][4]

Richter-Vietor lebte in Ganderkesee und war Mitglied im Reitverein Ganderkesee.[5] Bei den Europameisterschaften der Jungen Reiter 1996 gewann sie auf Mr Steel zusammen mit der deutschen Equipe, bestehend aus Inken von Platen-Hallermund, Malin Hansen-Hotopp und Konstantin Kruschke die Goldmedaille und erreichte im Einzel den dritten Platz.[6]

Tina Richter-Vietor wurde 2002 in Hartpury (Gloucestershire) mit Ami Petit Europameisterin der Ländlichen Reiter in der Einzelwertung. Im Teamwettbewerb gewann das Paar gemeinsam mit der deutschen Equipe, zu der außerdem Nicole Grimm, Bruno Six, Beeke Kaack, Insa-Kristina Weddige und Anna Schulze Zurmussen gehörten, ebenfalls die Goldmedaille.[7]

Weitere Erfolge

2006 wurde sie auf Ami Petit in der Equipe bei den deutschen Meisterschaften im Vielseitigkeitsreiten gemeinsam mit Sandra Auffarth, Julia Krajewski und Anna Junkmann für den Pferdesportverband Weser-Ems deutsche Meisterin.[8]

Sie startete in der Dressur bis Klasse S, im Springen bis Klasse M und in der Vielseitigkeit bis 3*, was seit 2019 einer 4*-Prüfung entspricht.[9] Sie hatte rund 1290 Starts in Reitsportprüfungen.[10] Ihr erfolgreichstes Dressurpferd war Royal Flair 2.[11]

Unfall

Im Rahmen der deutschen Meisterschaften im Vielseitigkeitsreiten 2007 in Schenefeld nahm Richter-Vietor an einer Zwei-Sterne-Prüfung teil. Am zweiten Gelände-Hindernis, einem einladenden und vergleichsweise niedrigen Sprung mit einer Höhe von 110 cm, blieb Richter-Vietor mit ihrem neun Jahre alten Wallach Paulchen Panther hängen und stürzte so schwer, dass sie an den Folgen des Sturzes starb. Sie war bei ihrem Tod erst 32 Jahre alt. Das Turnier und damit auch die Meisterschaften, die gleichzeitig auch Weltcup-Qualifikation waren, wurden daraufhin auf Wunsch der Teilnehmer abgebrochen.[12]

Der Pferdesportverband Weser-Ems benannte zu ihren Ehren eine Vielseitigkeitsprüfung der Klasse L, die den Namen „Tina-Richter-Vietor-Gedächtnispreis“ trägt.[13][14]

Pferde

  • Paulchen Panther (* 1998, Brauner, Oldenburger, Wallach, Vater: Painter's Row xx, Mutter Single, Muttervater: Vollkorn xx), Vielseitigkeit[15]
  • Ami Petit (1993–2021, Fuchs, Oldenburger, Wallach, Vater: Akzent II, Mutter: Altena xx, Muttervater: Athenagoras xx), Vielseitigkeit[16]
  • Royal Flair 2 (* 1995, Braune, Oldenburger, Stute, Vater: Rubinstein I, Mutter: Lamone, Muttervater: Landadel), Dressur[17]

Einzelnachweise

  1. Schwarzer Tag für die deutsche Vielseitigkeits-Reiterei, Der Spiegel, 4. August 2007
  2. Lucy Elder: Irish Olympic eventing squad named for Tokyo, 22. Juni 2021, auf horseandhound.co.uk
  3. Medaillenspiegel DKB-Bundeschampionate Warendorf 2014, FN
  4. Horse Detail Air Jordan 2, FEI
  5. Ernst Kramer: Reit-Ass Richter-Vietor will in Rastede „angreifen“, 15. Juli 2005, auf nwzonline.de
  6. Athlete Performance RICHTER - VIETOR, Tina, FEI
  7. Ewiger Medaillenspiegel Pferdesport, FN
  8. Medaillen der Weser Ems Pferdesportler 2006, Pferdesportverband Weser-Ems
  9. Internationale Prüfungen in der Vielseitigkeit, FN
  10. Tina Richter-Vietor, auf fn-erfolgsdaten.de
  11. Ranglistenpunkte Dressur, Pferdesportverband Weser-Ems
  12. Tod am zweiten Hindernis, Hamburger Abendblatt, 6. August 2007
  13. Die neuen Weser- Ems- Meister der Vielseitigkeit stehen fest, 8. August 2022, auf psvwe.de
  14. Weser-Ems-Meisterschaft Vielseitigkeit 2025 Zeiteinteilung, 3. August 2025, auf psvwe.de (PDF; 0,1 MB)
  15. Paulchen Panther, auf rimondo.com
  16. Ami Petit, auf rimondo.com
  17. Royal Flair 2, FN-Erfolgsdaten