Til Schindler
Til Schindler (* 28. Mai 1993 in München) ist ein deutscher Schauspieler.
Leben
Schindler absolvierte 2015–2019 sein Schauspielstudium an der Universität der Künste Berlin, wo er 2019 auch im Studiengang Szenisches Schreiben studierte.
Schindler spielte von 2009 bis 2011 im Jugendclub des Residenztheaters München. 2011 erhielt er dort ein Gastengagement für das Stück Dreck unter Regie von Manuela Kücükdag. Ein weiteres Gastengagement führte ihn ans Deutsche Theater Berlin, wo er 2017–2018 im Stück Your Very Own Double Crisis Club unter der Regie von András Dömötör spielte.
Im Jahr 2016 spielte er eine Episodenrolle als deutscher Soldat Werner Lenard in der US-amerikanischen Serie Genius: Einstein (Regie: James Hawes) und an der Seite seines Zwillingsbruders Frederik Schindler als Tim und Tom in dem Kinospielfilm Königin von Niendorf von Joya Thome. Im selben Jahr spielte er auch eine Ensemblerolle als linksradikaler Aktivist Volker in Bruce LaBruces Kinospielfilm The Misandrists, der 2017 auf den 67. Internationalen Filmfestspielen Berlin – Berlinale in der Sektion Panorama Premiere hatte und 2018 in den USA in den Kinos startete.
Schindler spielte 2018 den deutschen Soldaten Felix Becker in dem britisch-französischen Kurzfilm Attrition für France 3 und in Deutscher Gebärdensprache die Episodenhauptrolle des gehörlosen Felix Anzer in der ZDF-Serie SOKO München. Außerdem spielte er in der ZDF-Serie Die Spezialisten den US-amerikanischen GI Michael Jenkins.
Von 2019 bis 2023 war Schindler Ensemblemitglied am Schauspielhaus Wien.
Im Februar 2021 war Schindler Teil der Initiative #ActOut im SZ-Magazin, zusammen mit 184 anderen lesbischen, schwulen, bisexuellen, queeren, intergeschlechtlichen und transgender Personen aus dem Bereich der darstellenden Künste.[1]
Seit 2023 arbeitet er freischaffend und war unter anderem am Volkstheater Wien und am Deutschen Theater Berlin engagiert.
Im Jahr 2025 feierte der Film Scham von Lukas Röder Premiere auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis. In dem Mutter-Sohn-Kammerspiel spielt er an der Seite von Heike Hanold-Lynch die Hauptrolle des Aaron, der nach Jahren Funkstille seine Mutter besucht, um seine traumatische Kindheit voller Gewalt und Missbrauch aufzuarbeiten. Seine schauspielerisch Leistung beschreibt Dieter Oßwald auf dem Arthaus-Portal Programmkino.de als Tour de Force. Mit Leinwandpräsenz und großer Glaubwürdigkeit mache er das karge Kammerspiel zu einer emotionalen Achterbahnfahrt der fordernden Art.[2]
Ehrungen und Auszeichnungen
- 2025 Nominierung für den Götz-George-Nachwuchspreis beim First-Steps-Award für seine Hauptrolle in Scham.[3]
Filmografie (Auswahl)
- 2015: Morden im Norden (Fernsehserie, Episode: Zivilcourage)
- 2015: Schuld nach Ferdinand von Schirach (Fernsehserie, Episode: Die Illuminaten)
- 2015: Der Nachtmahr (Kinofilm)
- 2015: Desire will set you free (Kinofilm)
- 2016: heart shaped box (Kurzfilm)
- 2016: Gottlos (Fernsehserie, Episode: Die Auslöschung)
- 2017: Die Misandristinnen (The Misandrists, Kinofilm)
- 2017: Königin von Niendorf (Kinofilm)
- 2017: Genius: Einstein (Fernsehserie, Episode Einstein: Chapter Seven)
- 2017: Beschützer (Kurzfilm)
- 2018: Attrition (Fernsehfilm)
- 2019: SOKO München (Fernsehserie, Episode: Stille Liebe)
- 2019: Die Spezialisten (Fernsehserie, Episode: Fahnenflucht)
- 2020: Der Ruf (Kurzfilm)
- 2021: Tödliche Gier (Fernsehfilm)
- 2022: Hundefreund (Kurzfilm)
- 2022: Asche (Kinofilm)
- 2023: Echt friends (Fernsehserie)
- 2023: Bad Influencer (Fernsehserie)
- 2025: Scham (Kinofilm)
Theatrografie
- 2011: Dreck (Residenztheater München)
- 2011: The Fantastic Four (Peace Africa Children’s Ensemble Uganda)
- 2013: Simba, Prinz von Dänemark (P14 Volksbühne Berlin)
- 2017–2018: Your Very Own Double Crisis Club (Deutsches Theater Berlin)
- 2018: Die Ermordung des Kaisers Elagabal (Deutsches Theater Berlin, Box / Hans Otto Theater Potsdam)
- 2019: Kudlich in Amerika (Schauspielhaus Wien)
- 2020: Angstbeißer (Schauspielhaus Wien)
- 2020: Rand (Schauspielhaus Wien)
- 2020–2022: Tragödienbastard (Schauspielhaus Wien)
- 2020–2022: Oxytocin Baby (Schauspielhaus Wien)
- 2021: Die Odyssee (Schauspielhaus Wien)
- 2022: Coma (Schauspielhaus Wien)
- 2022–2023: Faarm Animaal (Schauspielhaus Wien)
- 2023: Grelle Tage (Schauspielhaus Wien)
- 2023: The end of it all (Schauspielhaus Wien)
- 2023: We had a lot of bells (Wiener Festwochen)
- 2024: Elektra (Volkstheater Wien)
- 2024–2026: The loom of it all (Pathos München)
- 2024–2026: Sonne und Beton (Deutsches Theater Berlin)
- 2025: Passionsspiele der Demokratie (Paulskirche (Frankfurt am Main))
- 2025: Gerhard, Gerhard und Gerhard (und der Hirsch) (Deutsches Theater Berlin)
Weblinks
- Til Schindler bei IMDb
- Til Schindler bei Filmmakers
Einzelnachweise
- ↑ Carolin Emcke, Lara Fritzsche: »Wir sind schon da«. In: SZ-Magazin.sueddeutsche.de. 4. Februar 2021, abgerufen am 15. August 2022.
- ↑ Timo Löhndorf: Scham. In: Programmkino. 13. Mai 2025, abgerufen am 14. November 2025.
- ↑ Til Schindler. Abgerufen am 13. Oktober 2025.