Tiefwassertaucher unterm Dach

Film
Titel Tiefwassertaucher unterm Dach
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2024
Länge 89 Minuten
Produktions­unternehmen Gebhardt Productions,
WHee Film
Stab
Regie Rupert Henning
Drehbuch Rupert Henning
Produktion Florian Gebhardt,
Gregor Schmalix,
Isabelle Welter,
Rupert Henning
Musik Kyrre Kvam
Kamera Josef Mittendorfer
Schnitt Lisa Zoe Geretschläger
Besetzung
  • Martina Ebm: Annie Breuer
  • Hanno Koffler: Richard Tomek
  • Neda Rahmanian: Anoush Kamrani
  • Rainer Egger: Gustav Fiala
  • Marcel Mohab: Patrick Bleidorn
  • Emma Filipovic: Elke Reiter
  • Ariana Stöckle: Lena
  • Leopold Pallua: Tino
  • Olivia Goschler: Jasmin Janosch
  • Alexander Srtschin: Daniel Janosch
  • Veronika Polly: Rosa Szegedi
  • Andrzey Jaslikowski: Krzystof Kowalczky
  • Safira Robens: Saba Abun
  • Tommy Fischnaller-Wachtler: Tommy Urban
  • Skye MacDonald: Mark Kehrmayr
  • Benjamin Spindelberger: Jakob Zachler
  • Onur Poyraz: Ali

Tiefwassertaucher unterm Dach ist ein österreichischer Fernsehfilm aus dem Jahr 2024 von Regisseur und Drehbuchautor Rupert Henning mit Martina Ebm und Hanno Koffler. Premiere der Tragikomödie war am 5. April 2024 auf der Diagonale.[1]

Handlung

Annie Breuer ist eine alleinerziehende Mutter Mitte 30. Sie wohnt mit ihren beiden Kindern Tino und Lena im obersten Stockwerk eines alten Mietshauses in der Wiener Vorstadt. Annie leidet an einem organischen Psychosyndrom, manchmal hat sie bessere und manchmal schlechtere Tage. Wenn es Annie schlechter geht, kümmert sich der ältere Sohn Tino um die kleine Schwester. Annie ist bei der Ärztin Anoush Kamrani in Behandlung, diese möchte sie stationär aufnehmen lassen, Annie lehnt dies ab.

Richard hat die Vaterrolle viele Jahre wenig interessiert und eine Karriere in England der gemeinsamen Kindererziehung vorgezogen. Jetzt ist er wieder zurück in Wien und möchte sich um seine Tochter Lena kümmern. Er möchte die alleinige Obsorge für Lena, Annie ignoriert das Schreiben seines Anwalts Patrick Bleidorn. Außerdem informiert er Rosa Szegedi vom Jugendamt. Nach einem Badeunfall in der Donau wird Annie ins Krankenhaus eingeliefert. Ihre Ärztin Kamrani vermutet einen Suizidversuch. Nachdem Annie wieder zu sich gekommen ist, flüchtet sie aus dem Krankenhaus.

In einer WG im Mietshaus wohnen Saba Abun, Jakob Zachler, Tommy Urban und Mark Kehrmayr. Während der Abwesenheit von Annie unterstützen Saba und Tinos Nachbarin und Freundin Elke Reiter die Geschwister Lena und Tino. Für Richard, der pleite ist und aufgrund ausbleibender Zahlungen seine Mietwohnung verliert, bäckt Saba Kekse mit Halluzinogenen eines WG-Mitbewohners, die Richard vor dem Termin mit Rosa Szegedi zu sich nimmt, sodass er bei ihr einen negativen Eindruck hinterlässt.

Annie muss schließlich für eine geplante Behandlung für eine längere Zeit ins Krankenhaus, während ihrer Abwesenheit werden sich Richard, der eine neue Mietwohnung für sich und Lena gefunden hat, sowie die anderen Mitbewohner des Hauses gemeinschaftlich um die beiden Kinder kümmern.

Produktion und Hintergrund

Die Dreharbeiten fanden ab dem 21. August 2023 statt.[2][3]

Produziert wurde der Film von der Gebhardt Productions (Produzenten Florian Gebhardt und Gregor Schmalix) in Koproduktion mit der WHee Film (Produzenten Isabelle Welter und Rupert Henning), beteiligt waren der Österreichische und der Mitteldeutsche Rundfunk.[4][3]

Die Kamera führte Josef Mittendorfer, die Musik schrieb Kyrre Kvam, die Montage verantwortete Lisa Zoe Geretschläger und das Casting Marion Rossmann und Angelika Kropej. Das Kostümbild gestaltete Christine Ludwig, das Szenenbild Julia Oberndorfinger und Vero Tupy, den Ton Axel Traun und Bernhard Zorzi und das Maskenbild Ursula Braun und Wiltrud Derschmidt.[4][2]

Veröffentlichung

Premiere war am 5. April 2024 auf der Diagonale.[1][4][5]

Auf ORF ON wurde der Film am 7. Oktober 2025 veröffentlicht, auf ORF 2 wurde der Film am 8. Oktober 2025 erstmals ausgestrahlt.[6][7] Im Ersten wurde der Film am 19. November 2025 erstmals gezeigt.[8]

Rezeption

Kritiken

Christian Pogatetz schrieb in der Kleinen Zeitung, dass die tragikomische Gratwanderung nicht immer gelinge, billige Pointen und hölzerne Dialoge bremsten den Spaß zuweilen. Die Darstellung der nichtsnutzigen Generation-Z-WG scheine überholt und von Klischees überhäuft. Sobald aber die Grenzen zwischen diesen grundverschiedenen Welten endgültig einzureißen drohen, könne man sich der positiven Kraft nicht mehr komplett entziehen. Als Plädoyer für ein ziviles, unvoreingenommenes Miteinander sei das alles schon ziemlich nett.[9]

Marina Pavido befand auf cinema-austriaco.org, dass der angenehme und gut gemachte Spielfilm in einer leichten und visuell fesselnden Inszenierung zeige, wie Freundschaft und Solidarität selbst die unüberwindbarsten Probleme lösen könnten und dabei gekonnt Klischees vermeide.[10]

Volker Bergmeister vergab auf tittelbach.tv vier von sechs Sternen und bezeichnete diese als locker-leichte, humorvolle Tragikomödie mit feiner Figurenzeichnung. Rupert Henning sei unterhaltsames, gut getimtes und kurzweiliges Plädoyer für das Miteinander gelungen.[11]

tvspielfilm.de urteilte: „Mit viel Herz, Positivität und Mut zur Albernheit erzählt“. Rupert Henning bediene einige Klischees und haue auch Kalauer raus. Aber er habe eine wohlig warme, kleine Welt geschaffen, in der jeder für den anderen da ist und aufeinander Acht gibt, ohne übergriffig zu werden. Zudem zündeten einige Gags auch gut.[12]

Oliver Armknecht bewertete die Produktion auf film-rezensionen.de mit sieben von zehn Punkten. Der Film spreche mehrere ernste Themen an, tue dies aber mit einer Leichtigkeit. Das Ergebnis sei amüsant und schön, gerade auch in den humanistischen Momenten, die ohne erhobenen Zeigefinger auskommen.[13]

Elisa Eberle stellte auf prisma.de die Frage, wie es eigentlich sein kann, dass die fortschreitenden psychischen Probleme nicht schon früher das Jugendamt auf den Plan gerufen haben. Andererseits sei es vielleicht aber auch genau diese Frage, die der Film stellen möchte: Wie könne es sein, dass hilfsbedürftige Menschen oder Familien von der Gesellschaft so oft übersehen werden?[14]

Quote

Die Erstausstrahlung im Ersten am 19. November 2025 verfolgten 1,60 Millionen Personen bei 6,8 Prozent Marktanteil.[15]

Einzelnachweise

  1. a b Der ORF auf der Diagonale 2024. In: ots.at. 21. März 2024, abgerufen am 21. März 2024.
  2. a b Tiefwassertaucher unterm Dach bei crew united, abgerufen am 21. März 2024.
  3. a b Dreharbeiten zu Rupert Hennings ORF/MDR-Komödie „Tiefwassertaucher unterm Dach“. In: ots.at. 18. September 2023, abgerufen am 21. März 2024.
  4. a b c Tiefwassertaucher unterm Dach. In: diagonale.at. 21. März 2024, abgerufen am 21. März 2024.
  5. „Tiefwassertaucher unterm Dach“ als Diagonale-Premiere. In: ots.at. 6. April 2024, abgerufen am 6. April 2024.
  6. „Tiefwassertaucher unterm Dach“ mit Martina Ebm und Hanno Koffler am 8. Oktober als ORF-2-Premiere. In: ots.at. 7. Oktober 2025, abgerufen am 7. Oktober 2025.
  7. ORF-Premiere: Tiefwassertaucher unterm Dach. In: ORF.at. Abgerufen am 1. Oktober 2025.
  8. Tiefwassertaucher unterm Dach. In: wunschliste.de. 4. Oktober 2025, abgerufen am 4. Oktober 2025.
  9. Christian Pogatetz: ORF-Premiere auf Diagonale: „Tiefwassertaucher unterm Dach“ als Plädoyer für ein Miteinander. In: Kleine Zeitung. 7. April 2024, abgerufen am 7. April 2024.
  10. Marina Pavido: Tiefwassertaucher unterm Dach. In: cinema-austriaco.org. 11. April 2024, abgerufen am 7. Oktober 2025.
  11. Volker Bergmeister: Tiefwassertaucher unterm Dach. In: tittelbach.tv. Abgerufen am 1. November 2025.
  12. Tiefwassertaucher unterm Dach. In: tvspielfilm.de. Abgerufen am 7. November 2025.
  13. Oliver Armknecht: Tiefwassertaucher unterm Dach. In: film-rezensionen.de. 19. November 2025, abgerufen am 19. November 2025.
  14. Elisa Eberle: Neuer Fernsehfilm beleuchtet Überforderung im Familienalltag. In: prisma.de. 19. November 2025, abgerufen am 21. November 2025.
  15. Mario Thunert: Primetime-Check: Mittwoch, 19. November 2025. In: quotenmeter.de. 19. November 2025, abgerufen am 19. November 2025.