Thunderstone (Spiel)

Thunderstone
Daten zum Spiel
Autor Mike Elliott
Grafik Jason Engle
Verlag Pegasus Spiele u. a.
Erscheinungsjahr 2009
Art Kartenspiel
Spieler 2 bis 5
Dauer ca. 60 Minuten
Alter ab 12 Jahren
Auszeichnungen

Japan Boardgame Prize 2010: 5. Platz

Thunderstone ist ein Kartenspiel von Mike Elliott, das 2009 bei dem Verlag Alderac Entertainment Group (AEG) erschien. Seit 2010 liegt eine deutsche Version vor, die bei Pegasus Spiele erscheint, zu der inzwischen mehrere Erweiterungen existieren. Das Spiel gewann verschiedene Preise.

Spielausstattung

Thunderstone ist ein Kartenspiel mit Fantasy-Motiven, bei dem die Spieler ihr Kartendeck während des Spiels selbst zusammenstellen. Der Spielmechanismus ähnelt dem Deck-Building des Kartenspiels Dominion, das 2009 Spiel des Jahres wurde. Das Grundspiel enthält 580 Karten mit Illustrationen von Jason Engle, auf denen Helden, Monster, Waffen oder andere Gegenständen abgebildet sind. Weitere Karten stehen für Erfahrungspunkte, Krankheiten und den eponymen Donnerstein. Weiterhin existieren Übersichtskarten, um im laufenden Spiel den Überblick zu behalten, und 50 Kartentrenner, mit deren Hilfe die übrigen Karten in der Spielschachtel eingeordnet werden können.

Spielverlauf

Vorbereitung

Vor Spielbeginn wählen die Mitspieler drei Monsterklassen aus, bestehend aus je 10 Karten, die gemischt werden, wobei der Donnerstein unter die untersten 10 Karten des Stapels gemischt wird. Von diesem Zugstapel (Dungeon) werden die obersten drei Karten aufgedeckt und seitlich neben dem Dungeon-Stapel ausgelegt. Daneben existiert ein Dorf, in dem vier verschiedene vor Beginn ausgewählte Heldenklassen angeworben und zwölf verschiedene Gegenstände (Fackeln, Proviant, Waffen etc., die ebenfalls vor Beginn ausgewählt werden) angekauft werden können. Krankheitskarten und Erfahrungspunkte bilden weitere Stapel. Zu Beginn erhält jeder Spieler einen Zugstapel (Kommandodeck) aus 12 Karten (6 Milizen und je 2 mal Proviant, Fackel, Dolch), die verdeckt zusammengemischt werden. Jeder Spieler deckt davon sechs Karten als Handkarten auf, die vor den Mitspielern geheim bleiben.

Rundenverlauf

Der Spieler am Zug muss sich entscheiden, im Dorf einzukaufen und Helden zu verbessern (heraufzustufen), gegen ein Monster aus dem Dungeon zu kämpfen oder sich zu erholen, d. h. eine Karte aus seiner Hand zu zerstören (aus dem Deck zu entfernen; sie wird im weiteren Spiel nicht mehr verwendet). Am Ende seines Zugs legt der Spieler die Handkarten und evtl. erhaltene Karten auf seinen Abwurfstapel und zieht wieder 6 neue Karten auf die Hand. Ist der Zugstapel erschöpft, wird der Abwurfstapel gemischt und bildet den neuen Zugstapel. Jeder Spieler spielt also immer mit dem gleichen Kartensatz (Kommandodeck oder kurz Deck), der sich im Laufe des Spiels durch Zukäufe oder das Zerstören von Karten ändert.

Viele Karten haben einen Goldwert, und man darf bei einem Dorfbesuch eine Karte kaufen, deren Preis nicht die Summe des Goldwerts der Handkarten übersteigt. Man muss für den Kauf aber die entsprechenden Handkarten nicht abgeben. Anschließend kann man einen Helden, den man auf der Hand hat, auf die nächsthöhere von drei Stufen heraufstufen, wofür man zuvor erhaltene Erfahrungspunkte ausgeben muss (im Gegensatz zu den Karten mit Goldwert kann man diese nur einmal nutzen). Die Heldenkarte wird aus dem Deck entfernt und man erhält eine entsprechende höhere Heldenkarte der gleichen Heldenklasse. Man kann auch eine Miliz zu einer Heldenkarte der untersten Stufe heraufstufen. Die Zahl der Heldenkarten ist begrenzt, und wenn keine Karte der nächsthöheren Stufe mehr übrig ist, kann man nicht heraufstufen.

Im Dungeon bewaffnet man zunächst seine Helden, wobei man jedem normalerweise nur eine Waffe zuordnen kann. Die Helden haben jeweils einen Stärkewert und die Waffen ein Gewicht, das nicht die Stärke des damit bewaffneten Helden überschreiten darf. Sowohl Helden als auch Waffen haben einen Angriffswert, und dessen Summe muss mindestens die Zahl der Lebenspunkte des gewählten Monsters erreichen, um es zu besiegen. Außerdem sind auch die Lichtwerte, über die einige Handkarten (z. B. Fackel) verfügen, von Bedeutung. Um das Monster auf dem ersten (zweiten, dritten) Platz anzugreifen, benötigt man einen (zwei, drei) Lichtwerte. Hat man zu wenig, vermindert das den Angriffswert um zwei je fehlendem Lichtwert. Wird das Monster besiegt, wird es dem Deck hinzugefügt und man erhält soviele Erfahrungspunkte, wie auf der Monsterkarte angegeben sind. Im Fall einer Niederlage wird das Monster unter den Dungeonstapel gelegt. Die Monsterkarten werden Richtung erstem Platz aufgerückt und ein neues Monster vom Stapel gezogen.

Einige Helden und Monster haben außerdem besondere Eigenschaften. So erlauben es einige Helden, die Gegner zum Ablegen bestimmter Karten zu zwingen, sie haben in ihrem anschließenden Zug dann weniger Handkarten. Teils kann man die abgelegten Karten selbst für seinen Zug nutzen und gibt sie anschließend zurück. Einige Monster können nur unter Bedingungen angegriffen werden, z. B. können unbewaffnete Helden oder Helden mit zu geringem Stärkewert nicht angreifen. Das Bekämpfen bestimmter Monster kann außerdem zur Zerstörung von Waffen oder Helden führen. Manche Monster hängen einem eine Krankheit an, wenn man sie bekämpft. Jede Krankheit unter den Handkarten vermindert den Angriffswert um eins.

Spielende

Ist der Donnerstein aufgedeckt und alle Monster, die davor im Stapel waren, besiegt oder (im Fall einer Niederlage) wieder unter den Stapel gelegt, endet das Spiel. Wer das letzte Monster vor dem Donnerstein besiegt hat, erhält auch diesen für sein Deck. Es gewinnt der Spieler mit den meisten Siegpunkten der Karten in seinem Deck. Es sind überwiegend die Monsterkarten, die Siegpunkte wert sind, aber auch Helden der höchsten Stufe und einige andere Dorfkarten.

Thunderstone Produkte

Zu Thunderstone erschienen mehrere Ergänzungspakete, wobei jede Erweiterung mit jedem Basisspiel kombinierbar ist:

  • Thunderstone, Basisspiel (580 Karten, Oktober 2010)
  • Wrath of the Elements (2010), deutsch: Zorn der Elemente (305 Karten, Februar 2011)
  • Doomgate Legion (2010), deutsch: Die Wächter von Doomgate (345 Karten, Mai 2011)
  • Dragonspire (2011), deutsch: Drachenturm, weiteres eigenständiges Basisspiel (688 Karten, August 2011)
  • Thornwood Siege (2011), deutsch: Belagerung von Thornwood (311 Karten, Dezember 2011)
  • Heart of Doom (2011), deutsch: Das Herz der Verdammnis (345 Karten, März 2012)

Hinzu kommen zahlreiche Promo-Kartensets, die jeweils einzelne Kartentypen enthalten und im Spiel eingesetzt werden können.

Thunderstone Advance

2012 erschien mit Thunderstone Advance: Die Türme des Verderbens (Thunderstone Advance: Towers of Ruin) eine weitere eigenständige Thunderstone-Variante, die mit dem Grundspiel und den bisher erschienenen Erweiterungen kompatibel ist. Als Neuerung enthält Thunderstone Advance neben neuen Helden, Monstern und Dorfkarten einen doppelseitigen, großformatigen Spielplan sowie Erfahrungspunkt-Spielsteine aus Plastik. Darüber hinaus wird das Spiel um einen weiteren Dungeon erweitert, außerdem treten den Spielern sogenannte Vertraute an die Seite, die am Kampf teilnehmen können.

  • Thunderstone Advance: Towers of Ruin (2011), deutsch: Thunderstone Advance: Die Türme des Verderbens, Basisspiel (577 Karten, August 2012)
  • Avatare, Minierweiterung (25 Karten, August 2012)
  • Thunderstone Advance: Caverns of Bane (2012), deutsch: Verfluchte Höhlen (295 Karten, Oktober 2012)
  • Thunderstone Advance: Root of Corruption (2012), deutsch: Ursprung alles Bösen (318 Karten, November 2012)
  • Thunderstone Advance: Starter Set, deutsch: Dungeons, Monster, reiche Beute!, Starterset (259 Karten, Oktober 2013)
  • Numenera, Basisspiel (597 Karten, Oktober 2013)
  • Thunderstone Advance: Worlds Collide (550 Karten, 2014) - Ist ein eigenständiges Spiel und enthält die besten Karten aus den ersten 6 Veröffentlichungen, sowie ein paar Promokarten von Thunderstone (nicht auf Deutsch erschienen)
  • Thunderstone Advance: Into the Abyss (2014), ist die letzte Erweiterung der Thunderstone Advance Saga und enthält viele Karten der vorherigen Teile, sowie auch neue Karten. Dies ist der erste Teil, wo es auch Level 4 Helden gibt (nicht auf Deutsch erschienen)