Thuisko von Metzsch
Thuisko von Metzsch (* 10. April 1918 in Dresden; † 12. Juli 1994) war ein deutscher Unternehmer.
Leben
Er stammt aus der sächsischen Adelsfamilie von Metzsch, direkt von einem genealogischen Nebenzweig mit vormaligen Grundbesitz in Ottenhain bei Leipzig, der Familienlinie v. Metzsch-Reichenbach. Der Vorname ist vom 1845 geborenen Großvater Thuisko von Metzsch, der in sächsischen Offiziersdiensten stand. Seine Eltern waren der spätere Oberst Heinrich von Metzsch und Grace von Schwake, Tochter der Julie von der Wense und des preußischen Offiziers Egon von Schwake. Thuisko von Metzsch hatte drei Schwestern, u. a. heiratete Sigrid den Juristen und Oberst Kurt von Eckartsberg, Edelgard den Oberst Hans-Egon von Einem. Die Eltern und seine Schwester Hildegard starben am 8. Mai in Freiberg in Sachsen, dort wo die Familie jahrzehntelang lebte.[1]
Im Zweiten Weltkrieg kämpfte von Metzsch an der Ostfront. Er wurde am 20. September 1942 mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet und am 28. September 1942 zum Oberleutnant befördert. Er diente Ende 1944 als Stabsoffizier von Generalfeldmarschall Walter Model.[2]
Am 25. Februar 1946 heiratete er Anneliese Haniel, eine Tochter von Alfred Haniel und dessen Frau Elly Heye. Anneliese und Thuisko von Metzsch hatten eine Tochter Waltraut, die 1971 den Gutsbesitzer Johann-Diedrich Wätjen auf Altenrode bei Wolfenbüttel ehelichte.
Als Alfred Haniels Schwiegersohn übernahm er 1958 dessen Nachfolge als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Franz Haniel & Cie. GmbH[3] und leitete während seiner Amtszeit den Strukturwandel des Konzerns ein. Zudem war er von Gründung 1953 bis 1988 Mitglied im Beratenden Ausschuss, dem späteren Beirat des Unternehmens. 1988 schied er zusammen mit Klaus Haniel aus dem Aufsichtsrat aus. Aus diesem Anlass gründeten das Unternehmen und seine Gesellschafter die gemeinnützige Haniel Stiftung.
Thuisko von Metzsch war spätestens seit den 1970er Jahren Ehrenritter im Johanniterorden.
Literatur
- Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler, Johann Georg von Rappard: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1977. Band XIV, Band 66 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv-Marburg, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1977, ISSN 0435-2408, S. 322 f.
- Franz Haniel & Cie. GmbH: Haniel 1756–2006. Eine Chronik in Daten und Fakten. Hrsg. Haniel-Museum Duisburg / Haniel-Archiv, Duisburg 2006. DNB 980144558
Einzelnachweise
- ↑ Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1917. Achtzehnter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1916, S. 557.
- ↑ Vgl. Jason D. Mark: Death of the Leaping Horseman: The 24th Panzer Division in Stalingrad. Verlag Stackpole Books, Mechanicsburg-Pennsylvania 2014, ISBN 978-0-8117-1404-4, S. 419.
- ↑ Siehe Literatur: Haniel 1756–2006. 250 Jahre Haniel. Eine Chronik in Daten und Fakten. Hrsg. Haniel-Archiv/Museum, Duisburg 2006, S. 269.