Three (The-Necks-Album)

Three
Studioalbum von The Necks

Veröffent-
lichung

27. März 2020

Aufnahme

2. März 2020

Label(s) Fish of Milk

Format(e)

CD, Download

Genre(s)

Fusion, Neue Improvisationsmusik, Ambient

Titel (Anzahl)

3

Länge

1:05:07

Besetzung

Studio(s)

301 Studios, Sydney

Chronologie
Body
(2018)
Three Travel
(2021)

Three ist ein Musikalbum von The Necks. Die am 2. März 2020 in den 301 Studios in Sydney entstandenen Aufnahmen erschienen am 27. März 2020 auf dem Label Fish of Milk.

Hintergrund

Three ist das 21. Album des australischen Trios The Necks. Die Produktion entstand mit Chris Abrahams (Piano), Lloyd Swanton (Bass), Tony Buck (Schlagzeug/Percussion) und ihren langjährigen Mitarbeitern Tim Whitten (Toningenieur) und Doung Henderson (Mastering). Üblicherweise dauern die Alben von The Necks eine Stunde, wobei die Musik entweder in einem einzigen, ausgedehnten Track enthalten oder in Hälften oder Drittel aufgeteilt sei, notiert Morgan Enos. Getreu seinem Titel besteht „Three“ aus einem Trio von 20-minütigen Songs. „Lovelock“ ist dem Andenken an Damien Lovelock gewidmet, den ehemaligen Frontmann der Punkrock-Band The Celibate Rifle.[1]

Titelliste

  • The Necks: Three (Fish of Milk FOM0019)[2]
  1. Bloom 21:18
  2. Lovelock 22:48
  3. Further 21:01

Die Kompositionen stammen von Chris Abrahams, Lloyd Swanton und Tony Buck.

Rezeption

Nach über dreißigjähriger Zusammenarbeit sind The Necks zu einer der fesselndsten und anspruchsvollsten Bands der Welt geworden und würden es auch bleiben, schrieb Johny Lamb in The Quietus. Die drei vorgestellten Stücke führten dieses scheinbar unerschütterliche Erbe fort. Der Autor hält es für einen Fehler, The Necks ausschließlich im Jazz angesiedelt zu sehen. Ihr Einfluss erstrecke sich auf zahlreiche andere Musikformen und führe die Hörer in ein Reich hochaktueller, bewusst verspielter und experimenteller Kompositionen und Interpretationen. Die musikalischen Grenzen seien offen und vage – was nur gut sein könne. Man erlebe hier drei gegensätzliche Stimmungen, die die Tiefe und Sensibilität der Musiker deutlich unter Beweis stellen.[3]

Interessant sei auch, dass sowohl Aufnahme- als auch Mastering-Ingenieure namentlich als Mitwirkende genannt werden, so Lamb weiter. Ein Status, der diesen Rollen nicht oft zuteilwird, aber hier absolut angemessen erscheint. Die entstehende Klangarchitektur werde nicht nur durch die Performance, sondern auch durch die Aufnahme und die sorgfältige Gestaltung der Mixe realisiert. Es sei wirklich in jeder Hinsicht herausragende Arbeit. Jeder Track hier habe eine eigene und sich ergänzende Topographie. „Orte zum Erkunden, Verweilen und Staunen“. The Necks blieben damit an der Spitze ihres Könnens.[3]

Jedes Stück sei eine leichte Variation der Themen, die die Band im Laufe ihrer Karriere erforscht habe, und es sei leicht, auf eine solche Zielstrebigkeit herabzublicken, meint Colin Joyce (Pitchfork Media). Aber wenn man 15 Minuten in eines dieser Stücke eintauche und feststelle, dass sich ein paar ziellos wirkende Klavierlinien plötzlich zu einer unglaublich üppigen Umgebung verschmelzen würden, würde man verstehen, warum sie so lange dieselben Ideen verfolgt hätten. Sie hätten die Fähigkeit entwickelt, dem Alltäglichen ein wunderbares Gefühl zu verleihen. The Necks habe mehr als 30 Jahre damit verbracht, einen seltsamen Bewegungssinn zu perfektionieren. Ausgehend von den sich überschneidenden Traditionen von Jazz, Improvisation und Ambient-Musik hätten sie eine ultra-minimalistische Musik geschaffen, die so von Wiederholungen besessen sei, dass sie sich anfühlen könne, als würde sie stillstehen.[4]

Das Instrumentaltrio The Necks habe noch nie völlig versagt, aber ihre Unveränderlichkeit und ihr Produktionsvolumen ließen sie leicht ein oder zwei Alben auf der Stelle treten, meinte Morgan Enos in JazzTimes. Zuletzt wären sie 2018 mit dem unerbittlichen Body zu alter Form zurückgekehrt, zu „einer Zeitbombe, die tickt, tickt, bis sie unvergesslich explodiert“. Three hinterlasse zwar keinen kraterartigen Body, aber das müsse es auch nicht. Vielmehr beweise es, dass The Necks, nachdem sie ihre gesamte Karriere lang dasselbe kreative Terrain bearbeitet haben, auch in ihrer Spätphase noch eine Reihe herausragender Leistungen hinlegen könnten. Three möge in der Diskografie der Band ein eher unbedeutendes Werk sein, aber nach 33 Jahren sei es einfach bezaubernd, The Necks „ihre seltsame Maschine anwerfen und auf eine Spritztour gehen zu hören“.[1]

Nach Ansicht von Mike Jurkovic, der das Album in All About Jazz rezensierte, ist in ihrer hartnäckig stacheligen, festhaltenden Haltung auf Three ein hohes Fieber im Gange. Es beginne wie die meisten existenziellen, kaleidoskopischen Exkursionen des Trios: Ein minimalistischer Punkt verschwommener melodischer Raserei werde umgesetzt, und der Rest entwickle sich zu einem Amalgam aus Theorie und System … Jazz, Rockmusik, Industrial, was immer gerade passe. Es könne jederzeit verantwortungslos rücksichtslos, entfernt ambient, gefühlvoll erfüllend, streitsüchtig, schreiend nachsichtig oder einfach nur brillant sein, und genau darum ginge es; das sei der springende Punkt.[5]

Einzelnachweise

  1. a b Morgan Enos: The Necks: Three. In: Jazztimes. 28. April 2020, abgerufen am 3. Oktober 2025 (englisch).
  2. The Necks: Three. In: Discogs. Abgerufen am 31. August 2025 (englisch).
  3. a b Johny Lamb: The Necks: Three. In: The Quietus. Abgerufen am 3. Oktober 2025 (englisch).
  4. Colin Joyce: Three – The Necks. In: Pitchfork Media. 3. April 2020, abgerufen am 3. Oktober 2025 (englisch).
  5. Mike Jurkovic: The Necks: Three. In: All About Jazz. 21. April 2020, abgerufen am 3. Oktober 2025 (englisch).