Thomas Wilford

Sir Thomas Mason Wilford KCMG (* 20. Juni 1870 in Lower Hutt, Neuseeland; † 22. Juni 1939 in Wellington, Neuseeland) war ein neuseeländischer Politiker der Liberal Party, Mitglied des New Zealand Parliament und High Commissioner of New Zealand to the United Kingdom.

Frühes Leben

Thomas Mason Wilford wurde am 20. Juni 1870 als Sohn der Quäker-Familie[1] Elizabeth Catherine Mason und dem Chirurgen John George Frederick Wilford in Lower Hutt geboren. Seine Schulausbildung erhielt er am Wellington College sowie am Christ’s College in Christchurch und seine eine Ausbildung zum Rechtsanwalt in der Anwaltskanzlei A. & C. Brandon in Wellington. Seine Abschlussprüfung Wilford absolvierte er bereits mit 18 Jahren, obwohl er als Anwalt erst mit 21 Jahren zugelassen werden konnte.[2]

Ehe

Wilford heiratete am 17. Februar 1892 Georgia Constance McLean in Dunedin. Sie war die Tochter des Politikers George McLean. Aus Wilfords Ehe gingen eine Tochter und ein Sohn hervor.[2]

Tätigkeit als Anwalt

Nach seiner Zulassung als Anwalt und seiner oben genannten Vermählung arbeitete Wilford zunächst drei Jahre lang in der Anwaltskanzlei W. T. L. Travers in Wellington und ging danach in die Selbstständigkeit. Später nahm er Phineas Levi als Partner auf und firmierten noch eine Zeit später als Wilford, Levi & Jackson. Er war ein angesehener Anwalt, der sich als Verteidiger vor Geschworenengerichten hervorgetan hat.[2]

Einstieg in die Politik

Wilford kandidierte 1896 erstmals für einen Sitz im New Zealand Parliament. Er gewann die Wahl in einem Wahlkreis, der ein Vorort von Wellington war, sehr knapp und wurde aufgrund einer erfolgreichen Anfechtung seines Mandates wieder enthoben. 1899 gewann er den Wahlkreis zurück und kandidierte ab 1902 erfolgreich für den Wahlkreis von Hutt. So blieb er bis in das Jahr 1929 hinein Mitglied des Parlamentes. Von 1900 bis 1910 war Wilford Mitglied des Wellington Harbour Board und übernahm ab 1908 den Vorsitz des Board. 1910 trat er von seiner Position zurück und wurde Bürgermeister der Stadt Wellington. Mitte 1911 erkrankte Wilford an einer Blinddarmentzündung und wäre nach der Operation fast daran gestorben. In Folge war er stets bei schlechter Gesundheit. Nachdem er ohne Gegenkandidat für das Amt des Bürgermeisters von Wellington wiedergewählt worden war, trat er später vom Amt zurück, um sich Anfang 1912 in England einer weiteren Operation unterziehen zu können.[2]

Nach dem Zusammenbruch der Liberalen Regierung unter Thomas Mackenzie im Juli 1912 wurde Wilford während des Ersten Weltkriegs im Jahr 1917 in das nationale Kriegskabinett unter Premierminister William Massey, der der Reform Party angehörte, berufen. Wilford wurde Minister of Marine (Marine), Minister of Justice (Justiz) und Minister of Stamp Duties (Stempelsteuer). Er behielt die Ämter bis 1919. Doch zuvor leitete er 1918 noch die Waterside Accidents Commission, durch deren Ergebnis die Arbeitsbedingungen in den Häfen erheblich verbessert wurde.[2]

Als der Vorsitzende der Liberalen Partei, W. D. S. Macdonald, 1920 verstarb, übernahm Wilford den Vorsitz, konnte aber den Niedergang seiner Partei nicht wirklich aufhalten. 1922 übernahm er den Vorsitz in der nun in United Progressive Liberal Labour Party umbenannten Partei. 1925 scheiterte Wilford bei den Verhandlungen über einen Zusammenschluss mit der Reform Party, aus der dann später die New Zealand National Party hervorging. Infolgedessen und aus gesundheitlichen Gründen trat Wilford vom Vorsitz seiner Partei zurück und reiste noch im selben Jahr nach England, um sich dort erneut medizinisch Behandeln zu lassen. Währenddessen führten seine Parteikollegen einen erfolgreichen Wahlkampf für ihn. In der Regierung von Joseph Ward übernahm Wilford 1928 für ein Jahr das Amt des Justizministers und des Verteidigungsministers, wurde 1929 King’s Counsel (Kronanwalt) und kurz danach als High Commissioner of New Zealand to the United Kingdom nach London gesandt. In letzterer Funktion vertrat Wilford Neuseeland im Völkerbund. Auch war er im Federation of Chambers of Commerce of the British Empire aktiv.

Nach seiner Rückkehr nach Neuseeland im Jahr 1935 zog sich Thomas Mason Wilford aus dem öffentlichen Leben zurück und verstarb am 22. Juni 1933 im Alter von 69 Jahren in Wellington.[2]

Ehrungen

Literatur

  • Wilford, Sir Thomas Mason (1870–1939). In: G. H. Scholefield (Hrsg.): A Dictionary of New Zealand Biography. Volume II. Department of Internal Affairs, Wellington 1940, S. 507–508 (englisch).
  • Susan Butterworth: Wilford, Thomas Mason. In: Dictionary of New Zealand Biography 1901–1920. Volume III. Auckland University Press, Auckland 1996 (englisch, Online [abgerufen am 22. September 2025]).
Commons: Thomas Wilford – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. a b Wilford, Sir Thomas Mason (1870–1939). In: G. H. Scholefield (Hrsg.): A Dictionary of New Zealand Biography. Volume II. Department of Internal Affairs, Wellington 1940, S. 507–508 (englisch).
  2. a b c d e f Butterworth: Wilford, Thomas Mason. In: Dictionary of New Zealand Biography. 1996 (englisch).