Thomas Kohlhase

Thomas Kohlhase (* 10. Juli 1941 in Hagen) ist ein deutscher Musikwissenschaftler und Hochschullehrer an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Er beschäftigte sich insbesondere mit der Reihe Erbe deutscher Musik sowie dem Œuvre von Pjotr Iljitsch Tschaikowski.

Leben und Wirken

Von 1961 bis 1964 studierte Thomas Kohlhase zunächst Schulmusik an der Musikhochschule Köln. Nach dem Staatsexamen folgte dann von 1964 bis 1917 sein Studium der Musikwissenschaft und Literaturwissenschaft an der Universität Köln und der Universität Hamburg. Von 1967 bis 2008 arbeitete er als Redakteur der Denkmälerausgabe „Das Erbe deutscher Musik“. 1971/72 verwaltete er eine wissenschaftliche Assistentenstelle an der Eberhard Karls Universität Tübingen und promovierte dort 1972 bei Georg von Dadelsen über "Johann Sebastian Bachs Kompositionen für Lauteninstrumente". Anschließend hatte er Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen inne. 1983/84 habilitierte er sich für Musikwissenschaft an der Universität Tübingen und lehrte dort als Privatdozent, seit 1991 als außerplanmäßiger Professor. Von 1985 bis 1988 vertrat er eine Professur an der Universität Bayreuth.[1]

Thomas Kohlhase ist Herausgeber zahlreicher kritischer Editionen und Autor von Studien mit den Schwerpunkten Gregorianische Semiologie, Johann Sebastian Bach, Die Musik der Dresdner Hofkirche zur Zeit von Johann David Heinichen und Jan Dismas Zelenka. Darüber hinaus ist Kohlhase Spezialist für Russische Musik, insbesondere der Werke von Pjotr Iljitsch Tschaikowski. Er ist Herausgeber der Schriftenreihe "Čajkovskij-Studien".

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Johann Sebastian Bachs Kompostionen für Lauteninstrumente. Kritische Edition mit Untersuchung zur Überlieferung, Besetzung und Spieltechnik. In: Johann Sebastian Bach / Neue Ausgabe sämtlicher Werke, Serie 5, Bd. 10. Bärenreiter, Kassel 1982, S. 39–204 (= Dissertation Universität Tübingen).
  • (mit Wolfgang Horn): Zelenka-Dokumentation. Quellen und Materialien. Zwei Teile. Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 1989, ISBN 3-7651-0242-3.
  • (mit Günther Michael Paucker): Bibliographie Gregorianischer Choral. Bosse, Regensburg 1990, ISBN 3-7649-1810-1 (und: Addenda I. ConBrio Verlags-Gesellschaft, Regensburg 1993, ISBN 3-930079-23-2).
  • (Hrsg.): Zelenka-Studien. Bd. 1 (= Musik des Ostens, Bd. 14). Bärenreiter, Kassel 1993, ISBN 3-7618-1176-4.
  • Einführungen in ausgewählte Werke Petr Ilʹič Čajkovskijs (= Čajkovskij-Studien, Bd. 2). Schott, Mainz 1996, ISBN 3-7957-0324-7.
  • Das ehemalige Tschaikowsky-Studio (Hamburg 1952-1975) und seine Leiterin Louisa von Westernhagen. Eine Dokumentation (= Mitteilungen / Tschaikowsky-Gesellschaft, Bd. 21,2). Tübingen 2014 (Volltext).
  • (Bearb.): Systematisches Verzeichnis der Werke Petr Ilʹič Čajkovskijs (= Čajkovskij-Studien, Bd. 17). Schott, Mainz 2016, ISBN 978-3-7957-1112-2.
  • (Hrsg.): Petr I. Čajkovskij / Briefwechsel 1876 - 1890 (revidiert von Thomas Kohlhase). Drei Bände. Schott, Mainz 2020–2023.

Einzelnachweise

  1. Kohlhase, Thomas, Prof. i.R. Dr. Kurze Vita. In: Eberhard Karls Universität Tübingen / Musikwissenschaftliches Institut / Personen (abgerufen am 29. November 2025).