Thomas Johannes Mayer

Thomas Johannes Mayer (* 30. Oktober 1969 in Bensheim; † 15. Dezember 2025[1]) war ein deutscher Opernsänger im Stimmfach Bass-Bariton.

Werdegang

Mayer studierte zunächst Philosophie, Geschichte und Musikwissenschaft und absolvierte anschließend sein Gesangsstudium bei Lieselotte Hammes und Kurt Moll an der Musikhochschule Köln.[2][3] Ein erstes Engagement führte an das Theater Regensburg. Weitere Stationen mit Festengagements waren das Staatstheater Darmstadt, das Theater Basel, das Staatstheater Karlsruhe und die Hamburgische Staatsoper. 2007/08 sang er am Theater Basel den Achilles in Othmar Schoecks Oper Penthesilea (Regie: Hans Neuenfels), die von der Fachzeitschrift Opernwelt als „Inszenierung des Jahres“ ausgezeichnet wurde.

Während seiner internationalen Karriere gastierte er unter anderem am Royal Opera House (in Lohengrin), an der Opéra National de Paris, der Mailänder Scala (in Don Carlos und Wozzeck),[4] dem Teatro Real in Madrid, dem Moskauer Bolschoi-Theater, dem Nationaltheater Prag, der Wiener Staatsoper, der Bayerischen Staatsoper,[1] dem Staatstheater Stuttgart, der Berliner Staatsoper und verschiedenen weiteren deutschen Staatstheatern, der Deutschen Oper Berlin, der Semperoper Dresden, der Oper Leipzig, der Deutschen Oper am Rhein, dem Théâtre de la Monnaie Brüssel, dem New National Theater in Tokyo, dem Tanglewood Festival, den Bregenzer Festspielen, den Salzburger Festspielen (in Lulu und Frau ohne Schatten, 2010/2011[5]) und den Bayreuther Festspielen.[2][6][7]

Bei den Bayreuther Festspielen gab er sein Debüt 2012 als Telramund in Hans Neuenfels’ Lohengrin-Inszenierung, den er auch 2013 und 2014 sang. 2016 war er als Fliegender Holländer unter der Regie von Jan Philipp Gloger, 2017 als Wanderer in Siegfried unter der Regie von Frank Castorf, 2018 als Amfortas (Regie: Uwe Eric Laufenberg) zu hören, bevor er 2019 im Rahmen einer Umbesetzung erneut die Rolle des Telramund in der Inszenierung von Yuval Sharon übernahm.

Das Repertoire Mayers, der zu den prägenden Sängern seines Fachs gehörte,[8] umfasste über 80 Partien.[2]

Repertoire (Auswahl)

Diskografie (Auswahl)

CD

DVD

  • Alban Berg: Lulu. Berlin, Salzburg 2010, Dirigent: Marc Albrecht (EuroArts; 2012)
  • Ernst Krenek: Karl V. Bregenzer Festspiele, Wiener Symphoniker, Dirigent: Lothar Koenigs (Capriccio; 2009)[9]
  • Wagner: Parsifal. Théâtre La Monnaie Brüssel 2011, Dirigent: Hartmut Haenchen (BelAir; 2013)
  • Franz Schreker: Der Schatzgräber. Deutsche Oper Berlin 2022, Dirigent: Marc Albrecht (Naxos; 2023)
  • Arnold Schönberg: Moses und Aron. Opera National de Paris 2015, Dirigent: Philippe Jordan (BelAir; 2017)
  • Nikolai Rimsky-Korsakov: The Snow Maiden, Opéra National de Paris, Dirigent: Mikhail Tatarnikov (BelAir)
Commons: Thomas Johannes Mayer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Malte Krasting: Zum Tod von Thomas J. Mayer. In: staatsoper.de. 16. Dezember 2025, abgerufen am 16. Dezember 2025.
  2. a b c Aliopera Artists: Thomas Johannes Mayer. In: Aliopera. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 16. April 2023; abgerufen am 17. Dezember 2025 (englisch).
  3. Interview: Küssen und heilen. In: sueddeutsche.de. 17. Juni 2015, abgerufen am 30. März 2020.
  4. Martina Schneibergová: Wagner-Star und Prag-Kenner: Thomas Johannes Mayer. In: radio.cz. 10. November 2018, abgerufen am 17. Dezember 2025 (Interview).
  5. Thomas Johannes Mayer im Archiv der Salzburger Festspiele
  6. Thomas Johannes Mayer [1969 – 2025]. In: Deutsche Oper Berlin. Abgerufen am 19. Dezember 2025.
  7. Thomas Johannes Mayer bei Operabase (Engagements und Termine)
  8. Kristin Amme: Bayreuth-Bariton gestorben. In: BR-Klassik. Abgerufen am 18. Dezember 2025.
  9. Bregenzer Festspiele: Karl V. In: bregenzerfestspiele.com. Abgerufen am 17. Dezember 2025.