Thomas Hunter (Politiker, 1883)
Thomas Cornelius Hunter (* 10. November 1883 in Castletownroche, County Cork; † 11. März 1932) war ein irischer Politiker der Sinn Féin und der Fianna Fáil. Er war von Januar 1919 bis Juni 1922 Teachta Dála (Abgeordneter) im Dáil Éireann, dem Unterhaus des irischen Parlaments (Oireachtas).
1907 zog Hunter nach Dublin, um dort eine Ausbildung als Textilhändler anzutreten. Kurz danach wurde er Mitglied bei der Conradh na Gaeilge. Schon 1910 wurde er Mitglied in der Irish Republican Brotherhood. Er organisierte die Beschaffung von Waffen und Munition. Als die Irish Volunteers gegründet wurden, übernahm er das stellvertretende Kommando des zweiten Dubliner Batallions. Nachdem er bei der Anlandung eines Waffenschmuggels über die Halbinsel Howth im Juli 1914 geholfen hatte, gelang ein weiterer Schmuggel von Waffen über Kilcoole. Die Waffen wurden in die St. Enda’s School nach Dublin gebracht. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurden die Irish Volunteers gespalten. Zahlreiche Anhänger zogen mit dem Britischen Heer in den Krieg. Am Vortag des Osteraufstands am Ostersonntag 1916 verteilte er Befehle über Fahrradboten an die Irish Volunteers. In der Mitte der Woche brach die Kommunikation mit dem General Post Office, in dem sich die Aufständischen verschanzt hatten, ab. Der Aufstand scheiterte. Hunter wurde festgenommen und zum Tode verurteilt. Die Strafe wurde in eine lebenslange Haft umgewandelt. Alle Anführer des Aufstands, darunter auch Hunter, wurden spätestens zum 18. Juni 1917 freigelassen. Ihm wurde eine Beteiligung am German Plot im Mai 1918 nachgesagt und er wurde erneut festgenommen. Noch während seiner Inhaftierung wurde er bei der Unterhauswahl 1918 für die Sinn Féin im Wahlkreis Cork North East gewählt. Er konnte aber weder sein Mandat im House of Commons noch sich, wie alle übrigen freien Sinn Féin-Abgeordneten den Revolutionary Dáil in Dublin bilden. Als er freigelassen wurde, trat er der IRA bei und gründete im März 1920 ein Textilgeschäft namens The Republican Outfitters. Kurze Zeit später wurde er wegen Dokumentendiebstahls erneut verhaftet und wurde nach einem Hungerstreik im April wieder entlassen. Bei den Wahlen 1921 konnte er seinen Sitz im Wahlkreis Cork East und North-East halten. Hunter stellte sich auf die Seite der Gegner des anglo-irischen Vertrages, verlor dann aber ei den Wahlen 1922 seinen Sitz.[1] Während des irischen Bürgerkriegs kämpfte er in Cork. Dort war er Quartiermeister der Vertragsgegner. Er zog sich später auf einen landwirtschaftlichen Betrieb bei Glanworth zurück und starb dort 1932 an Herzschwäche.
Er war mit Maire Kelleher verheiratet, mit der er einen Sohn hatte.