Thomas Groß (Jurist)

Thomas Groß (* 1964 in Stuttgart) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer an der Universität Osnabrück.

Leben

Groß studierte nach dem Abitur 1983 am Kurfürst-Friedrich-Gymnasium Heidelberg Rechtswissenschaften an den Universitäten Tübingen, Genf und Heidelberg. In Heidelberg legte er 1989 sein Erstes Juristisches Staatsexamen ab. 1992 wurde er während seines Referendariats von der Universität Heidelberg zum Dr. iur. promoviert; 1993 legte er sein Zweites Staatsexamen ab. In der Folge war er als wissenschaftlicher Assistent am Heidelberger Institut für deutsches und europäisches Verwaltungsrecht tätig. 1998 erhielt Groß nach seiner Habilitation eine öffentlichrechtliche Venia legendi.

Von 1999 bis 2010 war er Professor an der Universität Gießen auf dem ordentlichen Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Rechtsvergleichung und Verwaltungswissenschaft. Dort war er von 2003 bis 2008 Mitglied des Senats und 2008 einer der Mitbegründer der ersten Refugee Law Clinic. Im Sommersemester 2010 wechselte er an die Universität Frankfurt am Main, nahm jedoch bereits im Wintersemester 2011/12 einen Ruf der Universität Osnabrück auf den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Europarecht und Rechtsvergleichung an, den er seitdem innehat.

Politisches Engagement

Groß war von 1992 bis 1994 Mitglied im Landesvorstand der Grünen Baden-Württemberg und von 1994 bis 1997 Stadtrat der Grün-Alternativen Liste in Heidelberg. 1999 trat er bei den Grünen aus. Seit 2022 ist er ist Mitglied der Linkspartei und engagiert sich in deren Kreisverband Osnabrück-Stadt.[1] 2025 wurde bekannt, dass Groß für die Linkspartei bei der Osnabrücker Oberbürgermeisterwahl 2026 kandidiert.[2]

Werke

Groß’ Forschungsschwerpunkte liegen vor allem im Europäischen Verwaltungsrecht, der Rechtsvergleichung im öffentlichen Recht, dem Migrationsrecht, dem Umweltrecht und dem Wissenschaftsrecht.

  • Die Autonomie der Wissenschaft im europäischen Rechtsvergleich. Nomos, Baden-Baden 1992, ISBN 978-3-7890-2765-9 (Dissertation).
  • Das Kollegialprinzip in der Verwaltungsorganisation. Mohr Siebeck, Tübingen 1999, ISBN 978-3-16-147219-0 (Habilitationsschrift).
  • mit Natalie Arnold: Regelungsstrukturen der außeruniversitären Forschung: Organisation und Finanzierung der Forschungseinrichtungen in Deutschland. Nomos, Baden-Baden 2007, ISBN 978-3-8329-2645-8.
  • Die Legitimation der polyzentralen EU-Verwaltung. Mohr Siebeck, Tübingen 2015, ISBN 978-3-16-154204-6.

Einzelnachweise

  1. Dr. Thomas Groß – Oberbürgermeisterkandidat für Osnabrück. Die Linke – Kreisverband Osnabrück-Stadt, abgerufen am 24. Dezember 2025.
  2. Eva Marie Stegmann: Uniprofessor ist OB-Kandidat der Osnabrücker Linken. Neue Osnabrücker Zeitung, 18. November 2025, abgerufen am 24. Dezember 2025.