Thomas Baumann (Künstler)

Thomas Baumann (* 30. März 1967 in Altenmarkt im Pongau) ist ein österreichischer bildender Künstler und Filmemacher. Sein Werk umfasst Skulptur, Installation, Film und Medienkunst.

Leben

Thomas Baumann studierte von 1985 bis 1993 an der Akademie der bildenden Künste Wien. Er absolvierte ein Diplomstudium in Malerei und Grafik bei Maximilian Melcher (1922–2002) sowie ein Diplomstudium in Bildhauerei bei Bruno Gironcoli.[1] Thomas Baumann ist Mitglied der Wiener Secession seit 1997.

Werk

Thomas Baumann beschäftigt sich seit den frühen 1990er-Jahren mit der Beziehung zwischen Bewegung, Maschine, Material und Wahrnehmung. Im Zentrum seines Werks stehen mechanische, elektronische und digitale Systeme, die nicht als Darstellungsmittel, sondern als operative Prozesse eingesetzt werden. Bewegung fungiert dabei als zentrales Gestaltungselement und strukturiert die zeitliche und räumliche Erfahrung der Arbeiten.[2] Ein Schwerpunkt von Baumanns Werk liegt auf kinetischen Skulpturen und raumgreifenden Installationen. Diese Auseinandersetzung mit Systemen und Bewegung setzt sich in Baumanns malerischer Arbeit fort. Auf Grundlage einer von ihm entwickelten Malmaschine (2000) überträgt er computergesteuerte Programme auf den Bildträger und kombiniert diese mit manuellen zeichnerischen und malerischen Eingriffen. Es entstehen Arbeiten, die zwischen maschineller Wiederholung und individueller Setzung vermitteln.[2] Baumanns Werk wird der konstruktiven, kinetischen und systemorientierten Kunst zugeordnet und thematisiert automatisierte Prozesse und technische Systeme.

Film und Medienkunst

Thomas Baumanns Filme und Videos wurden auf internationalen Festivals sowie in musealen Kontexten gezeigt. Seine filmischen Arbeiten werden unter anderem von Sixpack Film vertrieben und waren bei der Diagonale, der Viennale sowie bei internationalen Experimentalfilmfestivals zu sehen.[3]

Zu den bekanntesten Filmen zählen die Gehfilme, welche in Zusammenarbeit mit Künstlerkollegen entstanden sind. Dazu zählen unter anderem Josef Dabernig und Martin Kaltner. Der Film Gehfilmen (6) hat 1994 den österreichischen Kurzfilmpreis auf der Diagonale gewonnen. Zusammen mit Martin Kaltner, Matteo Fraterno und Kameramann Jörg Burger produzierte Baumann und Kaltner den Film Odessa, welcher erstmals auf der Viennale 2005 gezeigt wurde.[4]

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen

  • 1996 High Hoch Times Zeiten, Secession Wien
  • 2008 Balancing the Wrong and the True, Kunsthaus Baselland[5]
  • 2008 Balancing the Wrong and the True, Kunstverein Bonn[6]
  • 2023 WAK, Belvedere 21, Wien[7]

Gruppenausstellungen

  • 2000 Raumkörper, Netze und andere Gebilde, Kunsthalle Basel
  • 2001 Lebt und arbeitet in Wien, Kunsthalle Wien[8]
  • 2002 Persönliche Pläne, Kunsthalle Basel[9]
  • 2005 Moving Objects Museum Tinguely, Basel[10]
  • 2008 Musée Würth Erstein[11]
  • 2009 Romantische Maschinen, Georg Kolbe Museum, Berlin
  • 2010 Roboterträume, Museum Jean Tinguely, Basel;[12] Kunsthaus Graz (2005)[13]
  • 2012 Plot:Bach, Kunsthaus Graz, Bix Medienfassade
  • 2013 Suicide Narcissus The Renaissance Society at the University of Chicago, Chicago[14]
  • 2015 Quantum of Disorder, Haus Konstruktiv, Zürich
  • 2020 ABSTRAKT. Geometrie und Konzept, Museum Moderner Kunst Kärnten[15]
  • 2021 Shape and Shade, medienkünstlerisches Projekt von Thomas Baumann, Kunsthaus Graz[16]
  • 2023 Public Matters, 300 Jahre Belvedere, Wien[17]

Auszeichnungen

Literatur

  • Thomas Baumann. Verlag Edition Schlebrügge, Wien; Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2005, ISBN 3-85160-057-6
  • Sabine Schaschl; Christina Vegh (Hrsg.): Balancing the Wrong and the True. Folio Verlag, Wien 2008, ISBN 978-3-85256-469-2
Commons: Thomas Baumann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Thomas Baumann, auf basis-wien.at, abgerufen am 4. Januar 2026.
  2. a b Katrin Bucher: Thomas Baumann. Schlebrügge Editor, Wien 2005, ISBN 3-85160-057-6.
  3. Thomas Baumann, auf sixpackfilm.com, abgerufen am 7. Januar 2026.
  4. ODESSA. In: Viennale. Abgerufen am 5. Januar 2026.
  5. Thomas Baumann 5.4.  — 4.6.2008 Balancing the Wrong and the True… In: Kunsthaus Baselland. Abgerufen am 5. Januar 2026.
  6. Anne Collier, Fikrey Atay, Thomas Baumann. In: Kunstverein Bonn. Abgerufen am 5. Januar 2026.
  7. WAK. In: Belvedere. Abgerufen am 5. Januar 2026.
  8. Lebt und arbeitet in Wien 13.10.2000–4.3.2001. In: Kunsthalle Wien. Abgerufen am 5. Januar 2026.
  9. Christina Vegh (Hrsg.): Persönliche Pläne. Schwabe Verlag, Basel 2002.
  10. Museum Tinguely,Basel; Kunsthaus Graz (Hrsg.): Moving Objects. Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2005.
  11. Sonja Klee: Morellet. Swiridoff Verlag, Erstein 2008.
  12. Roboterträume. In: Museum Tinguely. Abgerufen am 5. Januar 2026.
  13. Peter Pakesch u. a. (Hrsg.): Roboterträume. Kehrer Verlag, Heidelberg 2010.
  14. Thomas Baumann, auf renaissancesociety.org, abgerufen am 7. Januar 2026.
  15. fokus sammlung 06. ABSTRAKT. geometrie + konzept. In: Museum Moderner Kunst Kärnten. Abgerufen am 5. Januar 2026.
  16. Shape and Shade. In: Museum Joanneum. Abgerufen am 4. Januar 2026.
  17. Public Matters, auf belvedere.at, abgerufen am 4. Januar 2026.