Thomas Adams (Offizier)

Thomas Adams (* 1730; † Januar 1764 in Kalkutta, Britisch-Indien) war ein Major der britischen Armee und Britischer Oberbefehlshaber Indiens, der posthum aufgrund seiner Verteidigung der britischen Besitzungen in Bengalen im Jahr 1763 zum Brigadegeneral befördert wurde.

Biografie

Adams begann seinen Militärdienst 1747 als Freiwilliger unter dem Kommando des Duke of Cumberland im Österreichischen Erbfolgekrieg in den Niederlanden. Am 25. Juni desselben Jahres erhielt er ein Offizierspatent als Ensign im 37th Regiment of Foot und stieg neun Jahre später zum Captain auf. 1762 wurde er zum 84th Regiment of Foot versetzt und diente als Major in Indien. Anschließend übernahm er das Kommando über die vereinigten Streitkräfte der Krone und der Ostindien-Kompanie in Bengalen.[1]

Auch nach der siegreichen Schlacht von Plassey war die britische Macht keineswegs unangefochten. Mir Qasim, der Minister und Schwiegersohn von Mir Jafar, hatte seinen Herrn entmachtet und war in Patna zum Nawab von Bengalen ernannt worden. Der Rat von Kalkutta agierte skrupellos, der Nawab wurde um seine Einnahmen gebracht, und das Ansehen der Briten hatte Schaden genommen.[1]

Streitigkeiten über Transitzölle und ein ungerechtfertigter Angriff des britischen Ratsmitglieds Ellis auf die Stadt Patna, gefolgt vom Tod von Amyatt, der als Gesandter zum Nawab entsandt worden war und von dessen Truppen bei dem Versuch, ihn gefangen zu nehmen, getötet wurde, führten schließlich zum Krieg zwischen der Ostindien-Kompanie und dem Nawab.[2] Die Streitkräfte des Nawab umfassten 40.000 Mann, darunter 25.000 nach europäischem System ausgebildete und disziplinierte Infanteristen sowie ein Regiment exzellenter Artilleristen mit umfangreicher Geschützausstattung. Major Adams befehligte zur Bekämpfung dieser Streitmacht eine kleine Truppe von schätzungsweise 2.300 bis 3.000 Mann, von denen nur 850 Europäer waren. Seine Artillerie war der des Feindes ebenfalls unterlegen. Der Feldzug begann am 2. Juli 1763 und dauerte vier Monate. In dieser Zeit führte Adams vier Gefechte, eroberte zwei bedeutende Festungen und fast 500 Kanonen und besiegte somit die bis dahin stärkste bengalische Armee, die den Briten in Indien gegenübergestanden hatte.[1]

Zu den wichtigsten Schlachten zählte die Schlacht von Gheriah im August 1763. Sie dauerte vier Stunden; der Ausgang war zwischenzeitlich ungewiss, da die Truppen des Nawabs einen Teil der britischen Linie durchbrachen und zwei Geschütze erbeuteten. Die überlegene Disziplin der Sepoys der Ostindien-Kompanie zwang den Feind jedoch zum Rückzug, wobei alle Geschütze und Vorräte verloren gingen. Ein weiteres Gefecht war die Schlacht von Udhanala im September 1763: Adams verfolgte Qasims Truppen bis vor die Tore von Monghyr und drang anschließend bis Patna vor. Dort errang er den Sieg jedoch nicht, bevor Qasim etwa 60 britische Gefangene getötet hatte.[2] Adams verfolgte Qasims verbliebene Sepoys noch einige Tage und kehrte dann nach Kalkutta zurück. Er hatte somit ganz Bengalen in nur wenigen Monaten erobert.[2]

Nach Abschluss des Feldzugs musste Major Adams aus gesundheitlichen Gründen sein Kommando niederlegen. Er starb im Januar 1764 in Kalkutta.[2] Sobald die Nachricht vom Feldzug England erreichte, wurde Adams zum Brigadier General befördert, doch er war bereits einige Monate verstorben, als ihm die Ernennungsurkunde ausgestellt wurde.[1]

Literatur

  • John Philippart: The East India Military Calendar. Containing the Services of General and Field Officers of the Indian Army. Band 2. Kingsbury, Parbury and Allen. London 1824, S. 306–308.
  • G. J. Bryant: Adams, Thomas (1730?–1764). In: Henry Colin Gray Matthew, Brian Harrison (Hrsg.): Oxford Dictionary of National Biography, from the earliest times to the year 2000 (ODNB). Band 1: Aaron–Amory. Oxford University Press, Oxford 2004, ISBN 0-19-861351-2; doi:10.1093/ref:odnb/30520 (Lizenz erforderlich), Stand: 23. September 2004.

Einzelnachweise

  1. a b c d Alexander John Arbuthnot: Adams, Thomas (1730?–1764). In: Leslie Stephen (Hrsg.): Dictionary of National Biography. Band 1: Abbadie – Anne. MacMillan & Co., Smith, Elder & Co., New York City / London 1885, S. 103–104 (englisch, Volltext [Wikisource]).
  2. a b c d John Philippart: The East India Military Calendar: Containing the Services of General and Field Officers of the Indian Army. Band 2. Kingsbury, Parbury and Allen. London. 1824. S. 306–308. Link zu Google Books. Abgerufen am 24. November 2025.