Thomas-Streifenfruchtvampir
| Thomas-Streifenfruchtvampir | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Platyrrhinus dorsalis | ||||||||||||
| (Thomas, 1900) |
Der Thomas-Streifenfruchtvampir, auch Thomas-Breitnasenfledermaus, (Platyrrhinus dorsalis) ist ein Fledertier in der Gattung der Streifen-Fruchtvampire. Der Schatten-Streifenfruchtvampir (Platyrrhinus umbratus) galt längere Zeit als Synonym dieser Art.[1] Der Choco-Streifenfruchtvampir (Platyrrhinus chocoensis) wird als nächster Verwandter angenommen.[2]
Merkmale
Diese schwanzlose Fledermaus ist mit einer Körperlänge von 71 bis 80 mm, einer Unterarmlänge von 46 bis 50 mm und einem Gewicht von 30 bis 40 g mittelgroß in ihrer Gattung. Die Hinterfüße sind 12 bis 15 mm lang und die Länge der Ohren beträgt 18 bis 20 mm. Die braunen Haare haben drei Abschnitte mit variierender Helligkeit, wobei der hellste Abschnitt an der Wurzel liegt. So ergibt sich oberseits ein dunkelbraunes und unterseits ein braunes Fell. Die für die Gattung typischen hellen Streifen im Gesicht sind über einer kurzen und breiten Schnauze vorhanden. Zusätzlich gibt es einen schmalen weißlichen Aalstrich auf dem Rücken, der jedoch unauffällig ist. Das Nasenblatt hat einen Aufsatz, der einem Speer gleicht. An einem Bereich der Flughaut bilden kurze Haare einen Fransensaum. Die Oberseite der Füße ist mit langen Haaren bedeckt.[2]
Verbreitung und Lebensweise
Der Thomas-Streifenfruchtvampir lebt in der nördlichen Hälfte von Ecuador, im Nordwesten Kolumbiens und im nördlichen Venezuela. Er hält sich im Hügelland und in Gebirgen zwischen 150 und 2500 Meter Höhe auf. Als Habitat dienen immergrüne feuchte Wälder und es werden Plantagen mit Palmen besucht.[3]
Kleinere Gruppen ruhen zusammen an der Unterseite von Klippen, von freien Wurzeln an Berghängen oder an Palmenblättern. Manche Funde stammen aus dem Eingangsbereich von Höhlen. Dieser Flughund teilt sich sein Revier mit dem Schatten-Streifenfruchtvampir und dem Choco-Streifenfruchtvampir. Ursprünglich wurde für die Art eine gemischte Nahrung aus Früchten und Insekten erkannt. Dabei wurden Populationen eingeschlossen, die später anderen Gattungsmitgliedern zugerechnet wurden. Der Thomas-Streifenfruchtvampir geht nachts auf Nahrungssuche. Nachweise über trächtige Weibchen gab es bis 2019 nicht. Weibchen mit aktiven Zitzen sind aus dem März, Juni/Juli und September bekannt.[3][2]
Gefährdung
Der Bestand ist regional durch Waldrodungen und andere Landschaftsveränderungen bedroht. Allgemein gilt der Thomas-Streifenfruchtvampir nicht als selten und es sind verschiedene Schutzzonen vorhanden. Die IUCN listet die Art als nicht gefährdet (least concern).[3]
Weblinks
- Farbtafel mit Fledermäusen, unter Figures, Thomas-Streifenfruchtvampir mit Nr. 177
Einzelnachweise
- ↑ Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Platyrrhinus dorsalis).
- ↑ a b c Wilson, Lacher Jr. & Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. 9 - Bats. Lynx Edicions, 2019, ISBN 978-84-16728-19-0, S. 566–567 (englisch, Platyrrhinus dorsalis).
- ↑ a b c Platyrrhinus dorsalis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2016. Eingestellt von: Solari, S., 2016. Abgerufen am 20. Oktober 2025.