Thomas-Müntzer-Straße 31/33 (Weimar)

Das Haus Thomas-Müntzer-Straße 31/33 ist ein historistisches Doppelwohnhaus in der Westvorstadt von Weimar. Dieses ist denkmalgeschützt.

Geschichte

Das Gebäude errichteten 1898/99 der Bauunternehmer Roderich August Mühle und der Glasermeister Franz Schmidt. Der entwerfende Architekt wurde namentlich in den dem Bau zugrundeliegenden Plänen nicht bezeichnet. In der Nr. 31 wohnte der Weimarer Kulturpolitiker Aimé Charles Vincent von Palézieux-Falconnet (1843–1907), der Harry Graf Kesslers Widersacher war. Er war zugleich auch der erste Eigentümer. Falconnet war einflussreicher Initiator der Permanenten Kunstausstellung am Goetheplatz 9, der heutigen Kunsthalle „Harry Graf Kessler“. Falconnets Wohnhaus ist zweigeschossig und im Stile der Neorenaissance gestaltet. Baulich weicht es von der üblichen Bauweise ab, denn es besteht gänzlich aus Bruch- und Backstein, während üblicherweise die oberen Geschosse aus Fachwerk und Vorlagemauerwerk gewesen wären. Der Bau ist um die Breite eines schmalen Vorgartens nach hinten verlegt. Die Zementputzfassade ist im Parterre rustiziert, die Fenster der Beletage haben Zierrahmen mit geraden Gebälkverdachungen. Die Risalite in den äußeren Achsen bereichern die plastische Erscheinung des Baukörpers und werden durch Pilaster gegliedert. Das Dachgeschoss ist gaubenbesetzt und schiefergedeckt. Die Hauseingänge sind jeweils an ihren Schmalseiten. Obwohl es bauliche Eingriffe gab, blieben große Teile der bauzeitlichen Ausstattung wie Haus- und Innentüren, Parkett- und Dielenfußböden und in den Haupträumen Stuckdecken und Kachelöfen erhalten.[1]

Einzelnachweise

  1. Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 827.

Koordinaten: 50° 58′ 33,1″ N, 11° 19′ 4,3″ O