Thomas-Müntzer-Straße 22 (Weimar)

BW

Das Haus Thomas-Müntzer-Straße 22 ist ein mehrgeschossiges historistisches Wohnhaus in der Weimarer Westvorstadt.

Geschichte

Im Weimarer Adressbuch 1890 wurde dieses und die Nr. 20 als Neubau bezeichnet. Als Eigentümer ist für die Wörthstraße 20 und 22 ein russischer Chordirigent namens Rosanoff angegeben.[1] Zur Bauzeit hieß die Thomas-Müntzer-Straße Wörthstraße.[2] Das fünfachsige dreigeschossige Mietshaus wurde im Stile der Neorenaissance errichtet. Es ist mit Ausnahme der Lage der Eingangstür baugleich mit der Nr. 20. Die straßenseitige Fassade ist mit stiltypischen Zementstuckelementen wie Pilastern, Ziergiebel über den Fenstern etc. versehen. Das Dachgeschoss ist gaubenbesetzt. Der Eingang ist seitlich. Das Gebäude hatte eine Reihe illustrer Bewohner. In diesem Hause war der Maler Sascha Schneider ansässig, der mit Karl May befreundet war und im Briefwechsel stand.[3] Zu den Bewohnern gehörte zumindest zeitweise auch der Schriftsteller Johannes Schlaf.[4][5] Der bekannteste Bewohner des Hauses war aber wohl der Maler Alfred Ahner (1890–1973).[6] 1985 wurde an das Gebäude eine Gedenktafel angebracht.[7] Es wohnten in dem Haus auch Freunde und Malerkollegen wie Paul Burghardt und Otto Paetz, die wie er auch ihr Atelier hier hatten.

Die gesamte Thomas-Müntzer-Straße als Denkmalensemble steht unter Denkmalschutz. Dieses Gebäude ist bislang nicht explizit als Einzeldenkmal in diese Liste aufgenommen worden.

Einzelnachweise

  1. Weimarer Adressbuch 1890, S. 153.
  2. Gitta Günther, Rainer Wagner: Weimar Straßennamen S. 127, RhinoVerlag Ilmenau. ISBN 978-3-939399-49-0.
  3. Karl May: Briefwechsel mit Sascha Schneider. Karl-May-Verlag, Bamberg / Radebeul 2009
  4. Briefwechsel I: 1878 - April 1919 von Salomo Friedlaender, S. 171. Der hier angegebenen Adresse zufolge hatte Schlaf seine Wohnung im dritten Geschoss.
  5. Weimarer Adressbuch 1906 , S. 93.
  6. Art. Ahner, Alfred, in: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, S. 8.
  7. Gedenktafelliste Weimar

Koordinaten: 50° 58′ 33″ N, 11° 19′ 9,9″ O