Thilo von Linsingen
Thilo Burckhardt Wolff von Linsingen (* 1. Oktober 1862 in Mainz; † 22. November 1943) war ein preußischer Generalmajor.
Leben
Herkunft
Thilo entstammte dem edelfreien[1][2] Uradelsgeschlecht von Linsingen. Er war der Sohn des Generalmajors Heimart von Linsingen (1818–1894) und dessen erster Ehefrau Therese, geborene Maurer (1824–1868).
Militärlaufbahn
Linsingen wurde am 16. April 1881 aus dem Kadettenkorps kommend als Sekondeleutnant dem Oldenburgischen Infanterie-Regiment Nr. 91 der Preußischen Armee in Oldenburg überwiesen. Vom 1. März bis zum 31. Juli 1887 besuchte er die Militärische Turnanstalt in Berlin und diente vom 1. Oktober 1887 bis zum 30. September 1891 als Bataillonsadjutant. Während dieses Zeitraumes wurde er am 17. April 1890 zum Premierleutnant befördert und rückte am 22. März 1891 in die offene Premierleutnantsstelle ein. Adjutant seines Regiments war er ab dem 15. Oktober 1892. Am 27. März 1894 wurde er als Adjutant der 42. Infanterie-Brigade nach Frankfurt am Main kommandiert. Unter der Beförderung zum Hauptmann sowie Belassung in seinem Kommando wurde Linsingen am 15. November 1894 in das der Brigade unterstellte 1. Hessische Infanterie-Regiment Nr. 81 versetzt.
Am 20. Mai 1897 entband man Linsingen von seinem Kommando und versetzte ihn in das 2. Hanseatische Infanterie-Regiment Nr. 76 nach Hamburg. Dort wurde er zum Chef der 4. Kompanie im I. Bataillon ernannt. Vom 12. April bis zum 16. Mai 1899 wurde er zum Besuch eines Lehrkurses an der Infanterie-Schießschule in Spandau abkommandiert und nach seiner Rückkehr zum Chef der 6. Kompanie im II. Bataillon ernannt. Am 13. September 1906 rückte Linsingen zum aggregierten Major beim Stab auf und am 21. März 1908 erfolgte seine Versetzung als Kommandeur des II. Bataillons in das 6. Thüringische Infanterie-Regiment Nr. 95 nach Hildburghausen. In dieser Stellung erhielt er im Juni 1911 die Erlaubnis zur Annahme des Komturkreuzes II. Klasse des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens.[3] Nachdem man ihn am 27. Januar 1913 zum Oberstleutnant befördert hatte, wurde Linsingen am 22. März 1913 zum Stab des Füsilier-Regiments „General-Feldmarschall Prinz Albrecht von Preußen“ (Hannoversches) Nr. 73 versetzt.
Während des Ersten Weltkriegs war Linsingen Kommandeur des Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 73 und avancierte am 27. Januar 1915 zum Oberst. Am 26. Oktober 1917 wurde er als Offizier von der Armee mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt und zugleich als Brigadier der 9. Gendarmerie-Brigade wieder angestellt.[4] Unter Verleihung des Charakters als Generalmajor trat er nach Kriegsende in den Ruhestand.
Linsingen war Rechtsritter des Johanniterordens.[5]
Familie
Er hatte sich am 3. Januar 1897 in Hannover mit Therese von Arentschildt (1869–1908), Tochter des preußischen Generalleutnants Wilhelm von Arentschildt (1840–1911) verheiratet. Aus der Ehe ging die Tochter Anna-Therese (* 1897) und der Sohn Hans-Heinrat (1899–1918) hervor.
In zweiter Ehe heiratete Linsingen am 25. Oktober 1910 Elsbeth von Schulzen (* 1874)[6], eine Tochter des früheren Landrats Cuno von Schulzen.[7]
Auszeichnungen
- Roter Adlerorden IV. Klasse[8]
Literatur
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1902. Dritter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1901, S. 542. (Digitalisat)
- Harry von Rège: Offizier-Stammliste des Infanterie-Regiments Nr. 76. Mauke, Hamburg 1902, S. 183. OCLC 252978009
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1916. Siebzehnter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1915, S. 548. (Digitalisat)
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1940. Teil A (Uradel). Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft, 39. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1939, S. 468–469.
Einzelnachweise
- ↑ Valentin Ferdinand von Gudenus: Codex diplomaticus exhibens anecdota ab anno DCCCLXXXI. Band I, Göttingen 1743 S. 568 f, Nr. 234 von 1241 April 2: „nobilium a Linsingen“.
- ↑ Johannes Rogalla von Bieberstein: Adelsherrschaft und Adelskultur in Deutschland. 3. Auflage, In: Aus dem Deutschen Adelsarchiv. Band 14, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1998, ISBN 3-7980-0686-5, S. 54, S. 114.
- ↑ Militär-Wochenblatt. Nr. 75 vom 17. Juni 1911, S. 1731.
- ↑ Militär-Wochenblatt. Nr. 55 vom 6. November 1917, S. 1407.
- ↑ Kriegsministerium (Hrsg.): Rangliste der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps für 1914. Mittler & Sohn, Berlin 1914, S. 241.
- ↑ Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Teil B, 34. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1942, S. 489. (Digitalisat)
- ↑ Frithjof Bestmann: Cuno von Schulzen. Der erste königlich-preußische Landrat des Kreises Syke. In: Heimatblätter des Landkreises Diepholz. 8 (1982), S. 13.
- ↑ Harry von Rège: Offizier-Stammliste des Infanterie-Regiments Nr. 76. Mauke, Hamburg 1902, S. 183.