Thermotogota

Thermotogota

Phasenkontrastmikroskopische Aufnahme des Stammes Sy52T von Tepiditoga spiralis. Die „Toga“-Struktur ist durch weiße Pfeile gekennzeichnet.

Systematik
Klassifikation: Lebewesen
Domäne: Bakterien (Bacteria)
Reich: Thermotogati
Stamm: Thermotogota
Wissenschaftlicher Name
Thermotogota
Reysenbach 2021

Die Thermotogota sind eine Abteilung von Bakterien.[1] Hier sind viele thermophile, also wärmeliebende, Bakterien vorhanden.

Merkmale

Die Zellen der Arten sind stäbchenförmig oder kokkoid. Die Gram-Färbung fällt negativ aus. Die Zellen besitzen eine blasenförmige Ausstülpung an beiden Enden. Diese Ausstülpungen werden durch eine äußere Zellmembran gebildet und wird als Toga bezeichnet. Die Toga ähnelt der äußeren Zellmembran von gram-negativen Bakterien. Zwischen der Toga und der inneren Membran befindet sich das Periplasma. Dies ist ein typisches Merkmal der Thermotogota.[2] Bei den meisten Thermotogota-Arten können mehrere Zellen innerhalb derselben Toga beobachtet werden.[1]

Mitglieder dieser Gruppe sind heterotroph, sie benötigen organische Stoffe für den Stoffwechsel. Sie sind anaerob, wachsen also unter Ausschluss von Sauerstoff, wobei einige, wie z. B. Kosmotoga olearia, Defluviitoga tunisiensis, Marinitoga hydrogenitolerans und M. litoralis, auch geringe Konzentrationen von Sauerstoff tolerieren. Sie umfassen mesophile, thermophile und hyperthermophile Bakterien, zu letzteren zählen z. B. Arten von Thermotoga mit optimalem Wachstum bei 80 °C.

Ökologie

Einige Arten tolerieren relativ hohe Salzgehalte, einige wurde in Ölreservoirs (wie z. B. bei Geotoga) gefunden. Bekannte Lebensräume sind hydrothermale Quellen in flachen und tiefen Meeren, Meeresablagerungen, terrestrische heiße Quellen, tiefe Grundwasserleiter, Ölreservoirs und anaerobe künstliche Umgebungen wie Biogasreaktoren, Deponien und Abwasser.

Systematik

Das Phylum Thermotogota zählt zu dem Reich der Thermotogati der Domäne Bacteria. Es enthält nur eine einzige Klasse, die Thermotogae (Stand 4. November 2025). Hier sind folgende Ordnungen vereint:

  • Kosmotogales Bhandari and Gupta 2014
  • Mesoaciditogales Itoh et al. 2016
  • Petrotogales Bhandari and Gupta 2014
  • Thermotogales Reysenbach 2002

Einzelnachweise

  1. a b Anne A. Farrell, Stéphane L'Haridon, Camilla L. Nesbø und Olga Zhaxybayeva: Thermotogota (2025) In: Bergey's Manual of Systematics of Archaea and Bacteria. 1. Auflage. Wiley, 2015, ISBN 978-1-118-96060-8, doi:10.1002/9781118960608.pbm00028.pub2 (wiley.com [abgerufen am 1. November 2025]).
  2. James W. Brown: Principles of Microbial Diversity. Wiley, 2014. ISBN 978-1-55581-442-7

Verwendete Literatur

  • Anne A. Farrell, Stéphane L'Haridon, Camilla L. Nesbø und Olga Zhaxybayeva: Thermotogota (2025) In: Bergey's Manual of Systematics of Archaea and Bacteria. 1. Auflage. Wiley, 2015, ISBN 978-1-118-96060-8, doi:10.1002/9781118960608.pbm00028.pub2 (wiley.com [abgerufen am 1. November 2025]).
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