Thermopylae (Kokoschka)
Thermopylae oder Der Kampf um die Errettung des Abendlandes ist ein 1954 von Oskar Kokoschka mit Tempera auf Leinwand gemaltes Triptychon. Das Bild ist 225 cm × 800 cm groß und befindet sich in der Kunstsammlung der Universität Hamburg. Dort ist es im Hörsaal D des Philosophenturms angebracht.
Inhalt und Bildmotiv
Grundlage der Darstellung ist die Schlacht bei den Thermopylen. Auf der Mitteltafel ist der Zeitpunkt kurz vor dem Untergang der Spartaner dargestellt. Am linken Rand sitzt der Seher Megistos, der den Untergang vorhersah. Unter seinem Arm sieht man den Verräter Ephialtes als Narr. Im rechten Teil sieht man den Kampf zwischen Persern und Spartanern. Über allem steht der Gott Apollon. Die linke Tafel zeigt den König der Spartaner Leonidas, wie er sich von seiner Frau verabschiedet und seine blühende Heimat verlässt. Auf der rechten Tafel sieht man die Folgen der Niederlage: die Zerstörung Athens. Die Frau mit Kette und Siegerkranz kann als die Göttin Athene identifiziert werden. Die im Hintergrund des Bildes dargestellte Seeschlacht verweist auf die Zukunft der Perser. Sie werden die Schlacht von Salamis verlieren.
Geschichte
Oskar Kokoschka schuf das Triptychon 1954 für die Universität Hamburg. Ursprünglich forderte Kokoschka von der Universität für das Bild keinen Kaufpreis, sondern nur „eine große Wand“. Diesen Ort der Präsentation versprach ihm 1952 der damalige Rektor Bruno Snell. Nach Fertigstellung des Werks konnte oder wollte Kokoschka sein Schenkungsversprechen nicht mehr einhalten. Daraufhin kaufte die Universität das Werk an, ermöglicht durch ein Darlehen von Kurt A. Körber. Die Familie Reemtsma löste das Darlehen ab und stiftete somit der Universität das Kokoschka-Werk. Der Philturm wurde 1962 fertiggestellt, im Mai 1963 wurde das Triptychon dort erstmals aufgehängt.[1]
Thermopylae gilt als wertvollstes Werk in der Kunstsammlung der Universität. 2019 wurde das Gemälde im Zuge der Sanierung des Philturm abgenommen und eingelagert. Da im Zuge der Sanierung eine Sprinkleranlage in den Hörsaal D eingebaut wurde, wurden die Gemälde wasserdicht verglast. Auch Luftfeuchte-Schwankungen sollen durch Kunststoffplatten aus Silica-Gel abgefangen werden. Diese Umbauten erhöhten das Gewicht der Bilder samt Rahmen um etwa ein Drittel, wodurch eine Verstärkung der Rahmenaufhängung erforderlich wurde. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten am Philturm kam das Triptychon 2025 wieder an seinen Platz im Hörsaal D zurück.[1]
Literatur
- Die Thermopylen. Oskar Kokoschka – Ein großer Europäer, Geyerund Reisser, Wien, 1998.
- Thermopylae, Oskar Kokoschka, Reclam, Stuttgart, 1954.
- Kokoschka: Leben und Werk in Daten und Bildern, mit Texten von Oskar Kokoschka, Hrsg. Norbert Werner, ISBN 978-3458326090.
- Oskar Kokoschka. Leben und Werk, Heinz Spielmann, Dumont, 2005, ISBN 978-3832173203.
- Katja Schneider, Stefan Lehmann (Hrsg.), Oskar Kokoschkas Antike. Eine europäische Vision der Moderne. Mit Beiträgen von R. Bonnefoit, A. und D. Furtwängler, A. Gutsfeld. St. Lehmann, Chr. Mileta, H. Spielmann, P.Weidmann. Hirmer Verlag, München 2010, ISBN 978-3-7774-2581-8.
Weblinks
- Thermopylae oder Der Kampf um die Errettung des Abendlandes in der Datenbank der Kunstsammlung der Universität Hamburg
Einzelnachweise
- ↑ a b Berühmtes Kokoschka-Gemälde kehrt an die Universität Hamburg zurück, Pressemitteilung der Universität Hamburg vom 21. Oktober 2025