Theodorus Cornelis van Stockum

Theodorus Cornelis van Stockum (* 18. Februar 1887 in Dordrecht; † 22. Februar 1969 in Heerenveen) war ein niederländischer Germanist, Literaturwissenschaftler und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Nach seiner Reifeprüfung 1905 in Dordrecht studierte Theodorus Cornelis van Stockum von 1905 bis 1912 Germanistik und Philosophie an der Universität Groningen; im Sommersemester 1911 war er Student an der Universität Heidelberg. Die Staatsexamen für den höheren Schuldienst legte er 1907 und 1911 ab, 1913 folgte die Magisterprüfung im Fach Philosophie. Im Jahre 1916 promovierte er bei Gerardus Heymans an der Universität Groningen mit einer Dissertation über die deutsche Philosophie im 18. Jahrhundert. Im Schuldienst war er von 1912 bis 1930 als Gymnasiallehrer tätig und zwar bis 1917 in Groningen und anschließend in Hilversum. Als Privatdozent lehrte er von 1916 bis 1918 Geschichte der neueren Philosophie und deutschen Literatur an der Universität Groningen und bis 1926 an der Universität Utrecht. Seit 1926 war er zunächst außerordentlicher Professor und von 1931 bis zum Eintritt in den Ruhestand 1957 ordentlicher Professor an der Universität Groningen. Von 1959 bis 1960 war van Stockum Rektor der Universität Groningen.

Prof. van Stockum lehrte breit über die Geschichte der Philosophie und der deutschen Literatur. Seine "Geschichte der deutschen Literatur" wurde mehrfach neu aufgelegt. Im Jahre 1947 wurde er Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Spinoza – Jacobi – Lessing. Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Literatur und Philosophie im 18. Jahrhundert. Noordhoff, Groningen 1916 (= Dissertation an der Universität Groningen).
  • Lessing Absconditus. Paris, Amsterdam 1924.
  • Der Künstler und das Leben. J. Van Druten, Utrecht 1926.
  • Wilhelm Raabes "Schüdderump". Komposition und Gehalt. Wolters, Groningen 1930.
  • (mit Jan van Dam): Geschichte der deutschen Literatur. Zwei Bände. 4. Aufl. Wolters, Groningen 1966/1967.
  • Christian Gottfried Körner als Berater Schillers. In: Neophilologus, Bd. 39 (1955), S. 103–114.
  • Gerhart Hauptmanns Atriden-Tetralogie. Noord-Hollandsche Uitg. Maatschappij, Amsterdam 1957.
  • Das Jedermann-Motiv und das Motiv des verlorenen Sohnes im niederländischen und im niederdeutschen Drama. Noord-Hollandsche Uitg. Maatschappij, Amsterdam 1958.
  • Theodor Gottlieb von Hippel und sein Roman "Lebensläufe nach aufsteigender Linie" (1778–1781). Noord-Hollandsche Uitg. Maatschappij, Amsterdam 1959.
  • Herders "Journal meiner Reise im Jahre 1769". Noord-Hollandsche Uitg. Maatschappij, Amsterdam 1960.
  • Von Friedrich Nicolai bis Thomas Mann. Aufsätze zur deutschen und vergleichenden Literaturgeschichte. Wolters, Groningen 1962.
  • Hartmann von Ouwes "Iwein". Sein Problem und seine Probleme. Noord-Hollandsche Uitg. Maatschappij, Amsterdam 1963.
  • Die Problematik des Gottesbegriffs im "Tristan" des Gottfried von Strassburg. Noord-Hollandsche Uitg. Maatschappij, Amsterdam 1963.
  • Zwischen Jakob Böhme und Johann Scheffler. Abraham von Franckenberg (1593–1652) und Daniel Czepko von Reigersfeld (1605–1660). Noord-Hollandsche Uitg. Maatschappij, Amsterdam 1967.

Außerdem zahlreiche Veröffentlichungen in niederländischer Sprache.

Einzelnachweise

  1. Edmund Licher: Stockum, Theodorus Cornelis van. In: Christoph König (Hrsg.): Internationales Germanistenlexikon 1800-1850. Bd. 3. De Gruyter, Berlin 2003, S. 1814–1816, ISBN 3-11-015485-4 (mit allen biografischen Daten u. weiteren Literaturangaben).
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