Theodor Dobler (Politiker)
Theodor Dobler (* 26. Mai 1830 in Steyr[1]; † 18. Oktober 1911 in Gmunden[2]) war k. k. Notar und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus.[3]
Leben
Theodor Dobler war Sohn des Magistratsrats Michael Dobler († 1835). Er besuchte von 1850 bis 1852 das Stiftsgymnasium Kremsmünster und studierte von 1852 bis 1856 Rechtswissenschaft an der Universität Wien. Ab 1856 war er im Gerichtsdienst in Niederösterreich tätig, zunächst als Rechtspraktikant, dann als Auskultant am Landesgericht Wien. Im Jahr 1858 wurde er Aktuar am Bezirksamt in Ravelsbach im damaligen Bezirk Oberhollabrunn (heute Bezirk Hollabrunn), vor 1862 auch in Gföhl im Bezirk Krems. Im Jahr 1865 wurde er Notariatssubstitut in Waidhofen an der Thaya, ab August 1868 Notar in Dobersberg (im Bezirk Waidhofen an der Thaya), ab September 1868 in Waidhofen an der Thaya und ab 1886 in Gmunden. Ende 1903 ging er in den Ruhestand.
Er war Ritter des kaiserlich-österreichischen Franz-Joseph-Ordens[4]
Er starb am 18. Oktober 1911 im Alter von 81 Jahren laut Sterbebuch an einer Lungenentzündung.
Er war römisch-katholisch und ab 1865 verheiratet mit Josefine Semler, mit der er eine Tochter und zwei Söhne hatte, wobei ein Sohn jung verstorben ist.
Politische Funktionen
Theodor Dobler war vom 7. Oktober 1879 bis zu seinem Rücktritt am 28. Dezember 1886[5] Abgeordneter des Abgeordnetenhauses im Reichsrat (VI. und VII. Legislaturperiode) und war dort für die Kurie Niederösterreich, Städte 11 (Krems, Stein, Mautern, Horn, Langenlois, Waidhofen an der Thaya, Groß-Siegharts, Litschau, Weitra, Zwettl) zuständig. In der VII. Legislaturperiode erhielt er sein Mandat durch einen Losentscheid bei Stimmengleichheit. Er trat im Dezember 1886 aus privaten und beruflichen Gründen zurück, wohl wegen seiner Übersiedlung nach Gmunden, und weil er wegen des Eintritts in den Deutschösterreichischen Klub nicht mehr in Übereinstimmung mit seinen Wählern war.
Klubmitgliedschaften
Theodor Dobler war ab 1879 Mitglied im Klub der Vereinigten Fortschrittspartei, ab 19. November 1881 bei den Vereinigten Linken und ab 1885 beim Deutschösterreichischen Klub.
Literatur
- Wahlresultate - Herzogthum Oesterreich unter der Enns. In: Das Vaterland, 11. Juli 1879, S. 2 links unten (online bei ANNO).
- Parlamentarisches - Club der vereinigten Fortschrittspartei. In: Salzburger Volksblatt, 21. Oktober 1879, S. 1 rechts unten (online bei ANNO).
- Politische Chronik - Die „vereinigte Linke“. In: Das Vaterland, 21. November 1881, S. 1 Mitte (online bei ANNO).
- Innere Politik – Gmunden. In: Grazer Tagblatt, 19. Oktober 1911, S. 3 links unten (online bei ANNO).
- Nachrichten aus Oberösterreich und Salzburg – Notar Theodor Dobler †. In: Tages-Post (Linz), 19. Oktober 1911, S. 5 links (online bei ANNO).
- Aus Gmunden und Umgebung – Notar Dobler gestorben. In: Gmundner Zeitung, 24. Oktober 1911, S. 4 rechts (online bei ANNO).
- Parte. In: Gmundner Zeitung, 24. Oktober 1911, S. 10 unten (online bei ANNO).
- Dobler Theodor In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0009, IX. Session, S. 69–70 (online bei ANNO).
- Dobler Theodor In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0010, X. Session, S. 64 (online bei ANNO).
Weblinks
- Dobler, Theodor, Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments
Einzelnachweise
- ↑ Matricula Online – Steyr - Stadtparre, Taufen - Duplikate 1830, 4. Zeile
- ↑ Matricula Online – Gmunden, Sterbefälle - Duplikate 1911, Seite 3, Eintrag Nr. 113, 8. Zeile
- ↑ Dobler, Theodor, Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments, abgerufen am 7. Dezember 2025.
- ↑ Parte. In: Gmundner Zeitung, 24. Oktober 1911, S. 10 unten (online bei ANNO).
- ↑ Mandatsniederlegung In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0010, X. Session, S. 3918 rechts unten (online bei ANNO).