Thekla Friedländer

Thekla Friedländer (* 6. April 1851 in Brieg, Schlesien; † 1934) war eine deutsche Sozialreformerin.[1]

Ab 1898 wirkte Friedländer in Berlin hauptsächlich in der Gefangenenfürsorge. Dabei arbeitete sie eng mit Gustav von Schmoller vom Verein für Socialpolitik zusammen. Zeit ihres Lebens bemühte sich Friedländer um Reformen des preußischen Strafvollzugs; dabei wollte sie vor allem die Verhältnisse in den Frauengefängnissen verbessern. Durch ihren Einsatz wurde u. a. das Frauengefängnis Barnimstraße modernisiert.

Ihre Ideen verbreitete Friedländer hauptsächlich durch Vorträge, bei denen sie auch vom Lyceum-Club Berlin unterstützt wurde, deren Gründungsmitglied sie war. 23 Jahre war sie dort auch Schriftführerin.[2] Durch die persönliche Förderung der Königin von Rumänien, Elisabeth zu Wied, war es ihr möglich, über diesen Club eine Übersetzungs-Abteilung ins Leben zu rufen, um fachwissenschaftliche Werke zu übersetzen.

Während des Ersten Weltkriegs kümmerte sie sich intensiv um das Los der Kriegsblinden. Sie gründete in Berlin nach Marburger Vorbild eine Blindenbücherei für Akademiker. In der Inflationzeit verlor sie ihr Vermögen.[3] Noch 1931 in dem Artikel zu ihrem 80. Geburtstag in der Vossischen Zeitung wird ihr aktueller Einsatz für Arbeiterinnen gelobt.[4]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Lebendaten nach den Artikeln in der Vossischen Zeitung zu ihrem 75. und 80. Geburtstag am 4. April 1926 und am 2. April 1931 (Geburtsjahr) und Mette Bartels: Garten, Gefängnis, Fotoatelier. Emanzipationsstrategien der bürgerlichen Frauenbewegung im Deutschen Kaiserreich, Frankfurt 2025, S. 421 (Sterbejahr)
  2. Vossische Zeitung vom 2. April 1931
  3. Vossische Zeitung vom 4. April 1926
  4. Vossische Zeitung vom 2. April 1931