The Woman in Cabin 10
| Film | |
| Titel | The Woman in Cabin 10 |
|---|---|
| Produktionsland | Vereinigte Staaten |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Länge | 95 Minuten |
| Altersempfehlung | ab 16[1] |
| Stab | |
| Regie | Simon Stone |
| Drehbuch | Simon Stone, Joe Shrapnel, Anna Waterhouse |
| Produktion | Debra Hayward, Ilda Diffley |
| Musik | Benjamin Wallfisch |
| Kamera | Ben Davis |
| Schnitt | Mark Day, Katie Weiland |
| Besetzung | |
| |
| → Synchronisation | |
The Woman in Cabin 10 ist ein US-amerikanischer Thriller von Regisseur Simon Stone, der am 10. Oktober 2025 ins Programm von Netflix aufgenommen wurde. Es handelt sich um eine Filmadaption des gleichnamigen Romans der britischen Schriftstellerin Ruth Ware aus dem Jahr 2016. In der Hauptrolle verkörpert Keira Knightley eine Journalistin, die einen Reisebericht über eine Luxusyacht verfassen soll. Dort beobachtet sie, wie eine Frau über Bord geht, was von der Besatzung geleugnet wird.
Handlung
Laura „Lo“ Blacklock arbeitet als Journalistin beim Guardian. Eines Tages wird sie von der vermögenden Reederei-Erbin Anne Lyngstad und ihrem Ehemann Richard Bullmer auf eine mehrtägige Überfahrt mit der Luxusyacht Aurora Borealis nach Norwegen eingeladen. Dort möchte Anne, die unheilbar an Leukämie erkrankt ist, eine Stiftung zur Förderung der Krebsforschung vorstellen. Dieser will sie ihr gesamtes Vermögen vererben, wie sie Laura in einem persönlichen Gespräch am ersten Abend mitteilt. Die Journalistin soll über die geplante Überfahrt samt anschließender Gala einen Bericht verfassen, auch um so den an Bord befindlichen wohlhabenden Spendern zu schmeicheln. Auf der Aurora Borealis trifft Laura zudem auf den Fotografen Ben Morgan, mit dem sie einst eine Liebesbeziehung hatte.
In der Nacht wird Laura von einem Albtraum heimgesucht; bei ihrer letzten Recherche war eine Informantin vor ihren Augen ertränkt worden, um ein Gespräch zu verhindern. Von einer lauten Auseinandersetzung in der Nachbarkabine aus dem Schaf gerissen, sieht sie für einen kurzen Moment die Silhouette einer Frau im dunklen Wasser treiben. Sie alarmiert die Schiffsbesatzung, die eine Suchaktion startet, doch von den anderen Passagieren und der Crew scheint niemand zu fehlen. Der Kapitän John Addis gibt an, dass besagte Kabine nicht belegt sei, auch wenn Laura am Abend zuvor eine Frau in dieser gesehen zu haben glaubt. Ihre Schilderungen deutet der anwesende Arzt Robert Mehta als Halluzinationen in Reaktion auf das traumatische Erlebnis bei ihrer Recherche.
Laura ist dennoch von der Verübung eines Verbrechens überzeugt und beginnt mit ihren eigenen Nachforschungen. Auf Bildern Bens von einer früheren Party erkennt sie die vermisste Frau. Um ihre Anwesenheit an Bord zu beweisen, verschafft sich Laura unbefugten Zutritt zur nun verschlossenen Nachbarkabine und findet im Abfluss mehrere Haare. Die Beweismittel versteckt sie in ihrer Kabine, doch diese wird schon bald von einem Unbekannten durchwühlt und die Haare werden entwendet. Auch Laura selbst wird zur Zielscheibe des Angreifers und beinahe im schiffseigenen Pool ertränkt. Trotz dieser Vorfälle schenken ihr die anderen Passagiere weiterhin keinen Glauben und machen sie sogar selbst für die Umstände der Überfahrt verantwortlich.
In der darauffolgenden Nacht offenbart sich Laura unerwartet die vermisste Frau. Es stellt sich heraus, dass in besagter Nacht Anne über Bord geworfen wurde und die Frau aus der Nachbarkabine mit kurzgeschorenen Haaren seitdem ihre Rolle übernimmt. Carrie – so stellt sie sich vor – wurde von Richard engagiert, um in Annes Namen ihr Testament zu seinen Gunsten ändern zu lassen. Sie selbst wusste nichts von dem geplanten Mord, hat nun aber Angst, Richard könnte sich auch ihrer entledigen, sobald sie die Dokumente unterzeichnet hat. Laura sichert ihr ihre Unterstützung zu, und gemeinsam schmieden die beiden Frauen einen Plan, wie sie Richard das Handwerk legen können.
Als die Yacht in Norwegen anlegt und die Gäste zur abendlichen Gala aufbrechen, nimmt Carrie abermals die Rolle von Anne ein. Laura kann sich unterdessen Annes für die Veranstaltung vorbereitete Rede mit ihren wahren Absichten besorgen. Richards Komplizen, der Kapitän John Addis und der Arzt Robert Mehta, versuchen sie am Verlassen des Schiffes zu hindern, doch Ben opfert sich, damit Laura entkommen kann. Obwohl Carrie das neue Testament bereits unterschrieben hat, sprengt Laura die Gala und eröffnet den Gästen Annes wahre Absichten. Richard nimmt Carrie als Geisel und versucht zu fliehen, wird aber von seiner eigenen Sicherheitschefin Sigrid Nilssen angeschossen und von Laura schließlich erschlagen. Auch seine Mittäter werden von der Polizei verhaftet. Über die Vorfälle verfasst die Journalistin im Anschluss den von Anne erwünschten Bericht für den Guardian.
Produktion
Der Thriller The Woman in Cabin 10 basiert auf dem gleichnamigen Kriminalroman der britischen Schriftstellerin Ruth Ware, der sich nach seiner Veröffentlichung im Jahr 2016 für 19 Wochen auf der Bestsellerliste der New York Times befand. Eine von CBS produzierte Filmadaption sollte zunächst 2017 mit der Drehbuchautorin Hillary Seitz umgesetzt werden, kam allerdings nicht zustande.[2] Stattdessen nahm sich Netflix 2024 des Projekts an und verpflichtete Simon Stone als Regisseur, der zuvor das Filmdrama Die Ausgrabung (2021) für den Streamingdienst inszeniert hatte. Das Drehbuch adaptierten Stone, Joe Shrapnel und Anna Waterhouse, Debra Hayward und Ilda Diffley produzierten den Film.[3]
Die Hauptrolle der Journalistin Laura „Lo“ Blacklock wurde mit Keira Knightley besetzt,[3] Guy Pearce ist als Yachtbesitzer Richard Bullmer zu sehen. Weitere Rollen übernahmen Hannah Waddingham, Kaya Scodelario, David Morrissey, Paul Kaye, Daniel Ings, David Ajala, Art Malik, John Macmillan, Lisa Loven Kongsli, Gugu Mbatha-Raw, Pippa Bennett-Warner, Amanda Collin, Gitte Witt und Christopher Rygh.[4][5]
Die Dreharbeiten mit Kameramann Ben Davis erfolgten von September bis Oktober 2024. Als Kulisse diente die 150 Millionen US-Dollar teure Superyacht Savannah, mit der größtenteils in Portland Harbour,[6] aber auch in schottischen und norwegischen Gewässern gedreht wurde. Von den acht Kabinen an Bord wurden zwei für den Aufenthalt von bis zu 15 Darstellern pro Drehtag genutzt, während die restlichen sechs durch die 70-köpfige Filmcrew und ihre Ausrüstung belegt wurden.[5]
Ein Trailer zum Film wurde am 26. August 2025 veröffentlicht.[7] Im Anschluss wurde The Woman in Cabin 10 am 10. Oktober 2025 ins Programm von Netflix aufgenommen.[5]
Synchronisation
Die deutschsprachige Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch von Martin Halm und unter der Dialogregie von Tanja Frank bei FFS Film- & Fernseh-Synchron.[8]
| Rolle | Darsteller | Synchronsprecher[8] |
|---|---|---|
| Laura „Lo“ Blacklock | Keira Knightley | Giuliana Jakobeit |
| Richard Bullmer | Guy Pearce | Philipp Moog |
| Ben Morgan | David Ajala | Stefan Günther |
| Dr. Robert Mehta | Art Malik | Kai Taschner |
| Adam Sutherland | Daniel Ings | René Oltmanns |
| Heidi Heatherley | Hannah Waddingham | Madeleine Stolze |
| Thomas Heatherley | David Morrissey | Matthias Klie |
| Lars Jensen | Christopher Rygh | Pascal Fligg |
| Danny Tyler | Paul Kaye | Thomas Wenke |
| Carrie | Gitte Witt | Maren Rainer |
| Anne Lyngstad | Lisa Loven Kongsli | Melanie Manstein |
| Captain John Addis | John Macmillan | Benjamin Hirt |
| Sigrid Nilssen | Amanda Collin | Ilena Gwisdalla |
| Karla | Pippa Bennett-Warner | Stefanie Dischinger |
Kritiken
The Woman in Cabin 10 konnte 28 % der 65 bei Rotten Tomatoes gelisteten Kritiker überzeugen und erhielt bei Metacritic einen Metascore von 41 von 100 Punkten.[9][10]
Zu einem wohlwollenden Urteil gelangt Kevin Maher von der Times, in der er The Woman in Cabin 10 als herrlichen Guilty-Pleasure-Film bezeichnet. Die glamourösen Referenzpunkte des Murder Mysterys auf hoher See seien zweifelsohne Werke wie Triangle of Sadness, The White Lotus, The Menu und Tod auf dem Nil, auch wenn das begrenzte Budget samt überschaubaren Drehorten deutlich zu spüren sei. Dennoch spiele insbesondere Hauptdarstellerin Keira Knightley mit einer Intensität, als würde sie auf ihre dritte Oscarnominierung hinarbeiten, während Guy Pearce als Schurke zum Schreien komisch sei. Daneben habe The Woman in Cabin 10 auch gerade genug Aktualität, um den Film vage relevant erscheinen zu lassen.[11]
Deutlich kritischere Worte findet David Rooney vom Hollywood Reporter, für den die glattgebügelte, aber kompetent gespielte Romanadaption eine größtenteils langweilige Angelegenheit sei und erst zum Höhepunkt hin die Spannung steigere und Biss zeige. Zu Beginn deute die Handlung zwar einen boshaften Spaß über Klassenunterschiede an, doch das Drehbuch zeige kaum Interesse daran, das Potenzial des beiläufigen Humors auszuschöpfen. Stattdessen nehme sich The Woman in Cabin 10 sehr ernst, doch insbesondere Keira Knightley spiele mit einer derartigen Intensität und Integrität, was dem Film genügend Spannung verleihe. So erweise sich der brauchbare Krimi als durchaus angemessene Unterhaltung für multitaskingfähige Zuschauer, auch wenn er trotz seiner nur 90-minütigen Laufzeit stellenweise langatmig wirke.[12]
Enttäuscht zeigt sich hingegen Courtney Howard von Variety, für die der von Agatha Christie und Filmen wie Girl on the Train sowie The Woman in the Window inspirierte Thriller unter einem großen Fehltritt in der Mitte der Handlung leide, durch den jegliche Spannung schon weit vor Ablauf der ohnehin kurzen Laufzeit verfliege. Aufmerksame Zuschauer könnten die Auflösung des Rätsels dabei sofort erkennen, wodurch erzählerische Ablenkungsmanöver daher wie künstlich platziert wirken würden. Selbst einige Hitchcock-Einflüsse würden es nicht schaffen, der Erzählung oder dem Thema viel Gewicht zu verleihen, ehe durch das lächerliche Ende schließlich jedweder gesellschaftliche Kommentar zunichtegemacht werde. Einzig das elegante Produktionsdesign, die symphonische Filmmusik und die Darbietungen eines großartigen Ensembles könnten den Schwächen ein wenig entgegenwirken.[13]
Weblinks
- The Woman in Cabin 10 bei Netflix
- The Woman in Cabin 10 bei IMDb
- The Woman in Cabin 10 in der Online-Filmdatenbank
- The Woman in Cabin 10 im Lexikon des internationalen Films
Einzelnachweise
- ↑ The Woman in Cabin 10 bei Netflix, abgerufen am 16. Oktober 2025.
- ↑ Dave McNary: Ruth Ware’s ‘The Woman in Cabin 10’ Adaptation in the Works at CBS Films. In: Variety. 16. März 2017, abgerufen am 29. August 2025.
- ↑ a b Matt Donnelly: Keira Knightley to Star in ‘The Woman in Cabin 10’ Film Adaptation at Netflix (EXCLUSIVE). In: Variety. 15. Mai 2024, abgerufen am 29. August 2025.
- ↑ Matt Grobar & Anthony D’Alessandro: Guy Pearce, Hannah Waddingham, Kaya Scodelario, Gugu Mbatha-Raw & More Join Keira Knightley In Netflix Thriller ‘The Woman In Cabin 10’. In: Deadline.com. 23. September 2024, abgerufen am 29. August 2025.
- ↑ a b c Jen Juneau: Keira Knightley Goes Off the Deep End in Exclusive Sneak Peek at Netflix's The Woman in Cabin 10. In: People. 31. Juli 2025, abgerufen am 29. August 2025.
- ↑ Hollie Carr: Keira Knightley star seen filming off Portland coast. In: dorsetecho.co.uk. 19. September 2024, abgerufen am 29. August 2025.
- ↑ Ryan Gajewski: Keira Knightley Claims to Have Witnessed a Murder in Netflix’s ‘Woman in Cabin 10’ Trailer. In: The Hollywood Reporter. 26. August 2025, abgerufen am 29. August 2025.
- ↑ a b The Woman in Cabin 10. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 16. Oktober 2025.
- ↑ The Woman in Cabin 10. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 19. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ The Woman in Cabin 10. In: Metacritic. Abgerufen am 19. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Kevin Maher: The Woman in Cabin 10 review — Keira Knightley plays Poirot. In: The Times. 9. Oktober 2025, abgerufen am 19. Oktober 2025.
- ↑ David Rooney: ‘The Woman in Cabin 10’ Review: Keira Knightley and Guy Pearce Give Billionaires on Yachts a Bad Name in Serviceable Whodunit Adaptation. In: The Hollywood Reporter. 9. Oktober 2025, abgerufen am 19. Oktober 2025.
- ↑ Courtney Howard: ‘The Woman in Cabin 10’ Review: Keira Knightley Sets Course for Agatha Christie-Inspired Intrigue in Netflix’s Thriller Drowning in Contrivance. In: Variety. 9. Oktober 2025, abgerufen am 19. Oktober 2025.