The Last Journey
| Film | |
| Titel | The Last Journey |
|---|---|
| Originaltitel | Le Dernier Voyage de Paul W.R. |
| Produktionsland | Frankreich |
| Originalsprache | Französisch |
| Erscheinungsjahr | 2020 |
| Länge | 87 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Romain Quirot |
| Drehbuch | Romain Quirot, Antoine Jaunin, Laurent Turner |
| Produktion | David Danesi |
| Musik | Etienne Forget |
| Kamera | Jean-Paul Agostini |
| Schnitt | Romain Quirot |
| Besetzung | |
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The Last Journey (Alternativtitel: The Last Journey – Die letzte Reise der Menschheit; Originaltitel: Le Dernier Voyage de Paul W.R.) ist ein Science-Fiction-Film von Romain Quirot, der im September 2020 beim Angoulême Francophone Film Festival erstmals vorgestellt wurde und Mitte Oktober 2020 beim Sitges Film Festival seine internationale Premiere feierte. Der Spielfilm basiert auf Quirots Kurzfilm Le Dernier Voyage de l’énigmatique Paul W.R.
Handlung
Nachdem die Menschen in der Zukunft die Ressource der Erde weitgehend aufgebraucht hatten, erschien ein neuer Planet, der „rote Mond“. Das Mineral Lumina, das die Menschen dort abbauen konnten, diente fortan als neue Energiequelle, bis der Planet seine Bahn änderte, ein Energiefeld als Schutzschild errichtete und auf Kollisionskurs mit der Erde ging. Die Menschheit versucht nun, den fremden Planeten zu zerstören.
In Simulationen gelang es nur einem einzigen Menschen, Paul W.R., das Energiefeld zu durchqueren, um anschließend den nahenden Planeten durch einen nukleare Explosion zu zerstören. Pauls Vater, der in der Vergangenheit beträchtlich von der Ausbeutung des fremden Planeten profitiert hatte, ist starker Befürworter dieser Vorgehensweise. Paul flüchtete jedoch wenige Tage vor Beginn der geplanten Mission und wird seitdem gesucht.
In der Zwischenzeit versucht sein Bruder Eljott, die Mission zu erfüllen, scheitert jedoch bei Manövrieren durch das Energiefeld und kehrt verwundet und verändert zur Erde zurück. Er will nun ebenfalls Paul finden und nutzt dabei seine Fähigkeit, die Gedanken anderer zu lesen, sie mit ihren tiefsten Ängsten zu konfrontieren und in den Suizid zu treiben.
Paul will die Mission vorerst nicht fliegen, weil er, seit er ein Kind ist, Visionen davon hat, dass der Planet einfach nur in Ruhe gelassen werden möchte. An Details kann er sich jedoch nicht mehr erinnern und versucht daher einen Wald zu finden, dessen Skizze er als Kind anfertigte, in der Hoffnung, auf diese Weise mehr Antworten zu finden. Auf seiner Flucht durch das zur Wüste gewordene Frankreich lernt er das Mädchen Elma kennen. Nachdem Elma gesehen hat, wie ihr Vater von Eljott in den Suizid getrieben worden ist, nimmt Paul sie auf seiner Flucht mit.[2][3]
Die Flucht endet damit, dass Elma angeschossen wird, Paul seinen Bruder Eljott erschießt, er alte Skizzen aus seiner Kindheit findet und anschließend sich scheinbar dem Wunsch seines Vaters fügt, die Mission zu begehen. Tatsächlich kann er mit seinem Raumschiff das Energiefeld des fremden Planeten unbeschadet durchqueren. Allerdings steuert er anschließend wieder vom Planeten weg und lässt das Raumschiff sich selbst zerstören, woraufhin der Planet auch seine Bahn ändert und sich wieder von der Erde entfernt. Auf der Erde beginnt es seit Jahrzehnten wieder das erste Mal zu regnen.
Produktion
Stab und Kurzfilmvorlage
Regie bei dem Low-Budget-Science-Fiction-Film führte Romain Quirot.[4] Die Prämisse und die Figur Paul W.R. verwendete er bereits in seinem Kurzfilm Le Dernier Voyage de l’énigmatique Paul W.R., der im April 2016 beim Tribeca Film Festival seine internationale Premiere feierte.[5] Der Film wurde beim Berlin Short Film Festival als bester Science-Fiction-Kurzfilm ausgezeichnet.[6] Quirot wurde bei der Überarbeitung des Drehbuchs und der Erweiterung der Geschichte für den Spielfilm von Laurent Turner und Antoine Jaunin unterstützt.[7][8]
Der Regisseur begab sich für die Spielfilmadaption wieder in das Universum von Paul W.R. und fügte Elemente eines Roadmovie und die Figur des Teenagers Elma hinzu.[4] Gegenüber Bulles de Culture erklärte Quirot, Elma sei eine der Figuren, denen er sich am nächsten fühlt, die von einer im Zusammenbruch befindlichen Welt umgeben ist und einen verzweifelten Vater hat, der an nichts mehr glaubt. Er sei bei der Figur von den jungen Menschen von heute inspiriert worden, die versuchen in einer veränderten Welt ihren Platz zu finden.[4]
Besetzung und Dreharbeiten
Wie in dem Kurzfilm spielt Hugo Becker in der Titelrolle den einzigen verbliebenen Astronauten Paul W.R., während die Nachwuchsschauspielerin Lya Oussadit-Lessert die ihm an die Seite gestellte junge Elma spielt. Becker erklärte, es sei wichtig gewesen, dass Paul W.R. jemanden trifft, der ihn zum Nachdenken bringt, den er aber gleichzeitig beschützen muss. So fungierten die beiden als gegenseitige Schutzschilde, jedoch auf unterschiedliche Weise. Paul sei ein verlorener Charakter, der einen Blick von außen brauche, um klar zu sehen. Elma hingegen brauche eine Familie, weil sie keinen Vater mehr hat.[4] In weiteren Rollen sind Jean Reno als Henri W.R., Paul Hamy als Eliott W.R., Bruno Lochet als Cesar und Emilie Gavois-Kahn in der Rolle von Simone zu sehen.
Die Dreharbeiten fanden in Paris und in der Stadt Ouarzazate im Süden Marokkos und in der dortigen Wüste statt. Als Kameramann fungierte wie bei Quirots Kurzfilm Jean-Paul Agostini.[7] Für das Szenenbild zeichnete Olivier Seiler verantwortlich. Um dem Film einen französischen Look zu geben und sich damit von US-amerikanischen Science-Fiction-Film-Vorlagen zu lösen, verwendete Quirot bewusst einen Peugeot als flugfähiges Auto der Zukunft.[4]
Filmmusik und Veröffentlichung
Die Filmmusik steuerte Etienne Forget bei. Der Komponist, mit dem der Regisseur ebenfalls bereits für seinen Kurzfilm zusammenarbeitete, verwendete einiges aus diesem wieder.[4] Das Soundtrack-Album mit 15 Musikstücken wurde Ende Juli 2021 von Music Box Publishing als Download veröffentlicht.[9]
Eine erste Vorstellung erfolgte am 1. September 2020 beim Angoulême Francophone Film Festival.[10][4] Mitte Oktober 2020 wurde er beim Sitges Film Festival gezeigt.[11] Am 19. Mai 2021 kam der Film in die französischen Kinos[12] und wurde im Juli 2021 in Cannes beim Marché du film vorgestellt.[13] Die Vertriebsrechte im Vereinigten Königreich liegen bei Altitude, bei Eurovideo in Deutschland und bei Kinology im nordamerikanischen Raum.[14] Am 30. September 2021 erschien der Film in Deutschland als DVD und Blu-ray.[15] Digital ist er bereits seit dem 16. September 2021 verfügbar.[16]
Rezeption
Filmgenre und Kritiken
Der Filmdienst beschreibt den Film als ein „Science-Fiction-Abenteuer, das in seinen dystopischen Plot Elemente des Road Movie und des Familiendramas mischt und dabei zwar etwas konfus bleibt, sein Szenario jedoch optisch und atmosphärisch reizvoll umsetzt.“[17]
Laurent Cambon schreibt in AVoir ALire, einem Magazin französischer Kinokritiker, Le Dernier Voyage sei ein inspirierter Film, und in jeder Szene zeigten sich Spuren der Filme von Luc Besson. Allerdings verliere sich Romain Quirot in familiärer Sentimentalität, statt sich auf das Fantasy-Genre zu konzentrieren. Die Beziehung zwischen dem Mädchen und dem Astronauten auf der Flucht verleihe dem Film aber Rhythmus und Bedeutung. Er füge seiner Geschichte zusätzlich noch eine eindeutig politische Konnotation hinzu, wenn er von den Gründen der Zerstörung der Erde in der Zukunft erzählt.[18]
Auszeichnungen
Sitges Film Festival 2020
- Nominierung als Bester Film im Official Fantàstic Competition (Romain Quirot)
- Auszeichnung als Bester Spielfilm mit der Méliès d’Argent[19]
Weblinks
- The Last Journey bei IMDb
- The Last Journey bei crew united
- Le Dernier Voyage de Paul W.R. im Programm des Sitges Film Festivals
- The Last Journey – Trailer bei YouTube (Video)
Einzelnachweise
- ↑ Freigabebescheinigung für The Last Journey. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüfnummer: 207031/V).
- ↑ Le Dernier Voyage de Paul W.R. In: unifrance.org. Abgerufen am 10. Oktober 2020. (Französisch)
- ↑ https://lgecine.org/2020/10/le-dernier-voyage-de-paul-w-r-2020-tintin-versus-el-planeta-rojo/
- ↑ a b c d e f g Antoine Corte: Interview / „Le Dernier Voyage de Paul W.R.“: la SF française existe. In: Bulles de Culture, 17. September 2020. (Französisch)
- ↑ Biographie de Romain Quirot. In: lisez.com. Abgerufen am 10. Oktober 2020. (Französisch)
- ↑ Festival Archive. In: berlinshort.com. Abgerufen am 10. Oktober 2020.
- ↑ a b Elsa Keslassy: Kinology Boasts Ambitious Film Slate Including French Sci-Fi, Superhero Films. In: Variety, 9. November 2019.
- ↑ https://www.apaches.fr/projects-archive/paul-w-r/
- ↑ 'The Last Journey of Paul W. R.' Soundtrack Released. In: filmmusicreporter.com, 26. Juli 2021.
- ↑ Le Dernier Voyage de Paul W.R. In: filmfrancophone.fr. Abgerufen am 10. Oktober 2020. (Französisch)
- ↑ Le Dernier Voyage de Paul W.R. In: sitgesfilmfestival.com. Abgerufen am 10. Oktober 2020.
- ↑ Laurent Schenk: Les sorties cinéma du 19 mai: Mandibules, Le Dernier voyage, Tom et Jerry... In: allocine.fr, 18. Mai 2021.
- ↑ Fabien Lemercier: Four of a kind in competition for Kinology in Cannes. In: cineuropa.org, 2. Juli 2021.
- ↑ Elsa Keslassy: Paul W.R.'s Last Journey' Sells to North America, U.K. & Other Markets. In: variety.com. 15. Oktober 2021, abgerufen am 5. März 2024 (englisch).
- ↑ „The Last Journey - Die letzte Reise der Menschheit“ auf Blu-ray Disc. In: bluray-disc.de. Abgerufen am 30. Oktober 2021.
- ↑ The Last Journey - Die letzte Reise der Menschheit. In: filmjournalisten.de, 16. September 2021.
- ↑ The Last Journey. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 12. November 2021.
- ↑ Laurent Cambon: Le dernier voyage - Romain Quirot - critique. In: AVoir ALire, 7. Juni 2021. (Französisch)
- ↑ Palmarès 53 Sitges – Festival Internacional de Cinema Fantàstic de Catalunya. In: sitgesfilmfestival.com, 17. Oktober 2020.