The Fountain (Film)
| Film | |
| Titel | The Fountain |
|---|---|
| Produktionsland | Vereinigte Staaten |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2006 |
| Länge | 93 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Darren Aronofsky |
| Drehbuch | Darren Aronofsky, Ari Handel |
| Produktion | Arnon Milchan, Iain Smith, Eric Watson |
| Musik | Clint Mansell |
| Kamera | Matthew Libatique |
| Schnitt | Jay Rabinowitz |
| Besetzung | |
| |
The Fountain (etwa Der Brunnen oder Die Quelle) ist ein mehrere Jahrhunderte umspannender Fantasyfilm des US-amerikanischen Regisseurs und Drehbuchautors Darren Aronofsky aus dem Jahr 2006. Die Handlung entfaltet sich über drei ineinander verzahnte Zeitebenen und beschreibt die Geschichte einer Suche nach dem Jungbrunnen in Form eines lebenden Organismus, wobei die Themen „Liebe, Tod, Unsterblichkeit und die Zerbrechlichkeit menschlicher Existenz“ dominieren.[2]
Die Premiere fand bei den 63. Filmfestspielen von Venedig statt, in Deutschland war der Film ab dem 18. Januar 2007 in den Kinos zu sehen.
Handlung
Der Film besteht aus mehreren ineinander verwobenen Handlungssträngen, die insgesamt eine Zeitspanne von 1000 Jahren umfassen:
- Mitte des 16. Jahrhunderts beschuldigt der spanische Großinquisitor Königin Isabel der Ketzerei und versucht die Macht im Lande durch einen Staatsstreich an sich zu reißen. Er okkupiert immer größere Teile des Landes, so dass die Königin allmählich isoliert wird. Der königstreue Konquistador Tomás versucht den Großinquisitor zu ermorden, wird aber von der Königin selbst daran gehindert. Sie hat einen anderen Auftrag für ihn. Er soll in die Neue Welt reisen und dort nach dem Baum des Lebens suchen, der sich in einer vergessenen Pyramide der Mayas befinden soll. Sie glaubt, so das ewige Leben erlangen und dem Großinquisitor trotzen zu können. Sollte Tomás erfolgreich sein, würde Isabel ihn heiraten. Die Expedition des Konquistadors wird zum Debakel. Alle Soldaten sterben oder erheben sich gegen Tomás, so dass er sie töten muss. Als er die mitten im Dschungel verborgene Pyramide schließlich erreicht, ist er allein. Er wird bereits von einem Priester der Maya erwartet, der ihn niedersticht.
- Mit der Entdeckung der Pyramide endet das elfte Kapitel eines unvollendeten Buches mit dem Titel The Fountain, geschrieben von Izzi, der krebskranken Frau von Dr. Tom Creo. Tom sucht verzweifelt nach einem Heilmittel für einen Tumor, der an Izzis Stammhirn wuchert und sie allmählich umbringt. Er merkt nicht, dass er sich durch seine verbissene Arbeit immer mehr von Izzi entfremdet. Izzi erzählt ihm von einer Legende, der zufolge ein bestimmter stellarer Nebel, den die Mayas Xibalbá genannt haben, ein Ort der Wiedergeburt sein soll. Zu einem echten Durchbruch in Toms Forschungsarbeit kommt es, als er verbotenerweise eine nicht ausreichend getestete Substanz in einem Tierversuch einsetzt. Die Substanz wurde einem unbekannten Baum entnommen, der im Regenwald Südamerikas entdeckt worden ist. Donovan, ein krebskranker Affe, regeneriert und verjüngt sich auf geradezu unglaubliche Weise. Als endlich festgestellt wird, dass sich auch der Tumor zurückbildet, ist es für Izzi zu spät: Sie stirbt. Tom weigert sich jedoch, seine Forschungen aufzugeben. Er pflanzt einen Samen des geheimnisvollen Baumes an Izzis Grab.
- Im Jahr 2500 ist Tom unterwegs zum stellaren Nebel Xibalbá, in dessen Zentrum ein sterbender Stern steht. Sein Raumschiff ist eine transparente Sphäre ohne erkennbare technische Einrichtung. Tom lebt zu Füßen eines großen Baumes, dessen Rinde er in regelmäßigen Abständen kleine Stückchen entnimmt, um sie zu essen. Dieser Baum, der über Izzis Grab gewachsen ist, hat Tom jahrhundertelang am Leben gehalten. Tom glaubt, der Geist seine Frau habe sich in dem Baum manifestiert. Manchmal hat er Visionen von Izzi in seiner Sphäre. Erinnerungen an einen Tag, der für seine Entfremdung von Izzi entscheidend ist (er ist seinerzeit lieber in seinem Labor geblieben, als mit ihr einen Spaziergang im Schnee zu machen) quälen ihn immer wieder. Izzi soll in Xibalbá wiedergeboren werden, aber kurz bevor die Sphäre dort ankommt, stirbt der Baum. Endlich überwindet Tom seine Angst vor dem Tod. Er schreibt das zwölfte und letzte Kapitel des Buches The Fountain, wie Izzi es sich gewünscht hat
- Im zwölften Kapitel des Buches überlebt der Konquistador die Auseinandersetzung mit dem Maya-Priester und findet den Baum des Lebens. Er streicht etwas von dessen Saft auf seine Wunde, so dass diese in Sekunden verheilt. Dann trinkt er von dem Saft, muss aber feststellen, dass er sich geirrt hat. Der Baum verleiht nicht ewiges Leben, sondern neues Leben - der Konquistador wird buchstäblich zum Nährboden für rasend schnell wachsende Pflanzen. Dadurch erfüllt er eine weitere alte Sage der Mayas, der zufolge sich einst ein Urvater geopfert hat, um von den Wurzeln des Baumes durchdrungen zu werden und somit in den Kreislauf neuen Lebens einzutreten.
- Bei Xibalbá angekommen verlässt Tom sein Raumschiff in einer kleineren Sphäre und nähert sich dem sterbenden Stern. Als der Stern explodiert, wird Toms Körper zerrissen und vereinigt sich mit dem Baum, der danach neu erblüht.
Im Laufe des Films werden die Handlungsebenen durch wiederkehrende Symbole (der Ehering, der Baum des Lebens, die Sternenkonstellation, der Nebel von Xibalbá u. a.) miteinander verknüpft und erzählen so eine Geschichte der Suche nach dem ewigen Leben. Die Angst vor dem Tod und vor dem Verlust wiederholt sich in jeder Epoche, durch Reinkarnation entsteht eine neue Geschichte. Die Wiedergeburt ist dabei weniger eine neue Möglichkeit, das Schicksal zu verändern, als ein Drang, es wieder und wieder zu erleben, bis zur Erlösung. Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels (der Baum des ewigen Lebens), sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur.
Produktion
Am 21. April 2001 gab Darren Aronofsky bekannt, er plane einen noch namenlosen, epischen Science-Fiction-Film, produziert von Warner Bros. und Village Roadshow; man stehe in „ernsthaften Verhandlungen“ mit Brad Pitt für die Hauptrolle.[3] Außerdem versuche man, Cate Blanchett für das Projekt zu gewinnen. Aronofsky erklärte, er wolle einen Sci-Fi-Film machen, der über Technologie und Wissenschaft hinausginge, die interessanten Dinge seien „die Ideen; die Suche nach Gott, die Suche nach Sinn“. Es sei außerdem die „ambitionierteste Sache, die [er] je getan habe und die größte Herausforderung“.[4] Nach mehreren Verzögerungen, bedingt durch Probleme während der Vorproduktion und Blanchetts Schwangerschaft, sollte die Produktion mit einem Budget von über 70 Millionen US-Dollar beginnen.[5]
Zwei Monate vor Beginn der Produktion verließ Brad Pitt das Projekt, um sich dem Film Troja zu widmen.[6] Trotz Gerüchten, es habe schon während der Vorproduktion „kreative Differenzen“ zwischen Pitt und Aronofsky gegeben, gab letzterer in einem Interview zu Protokoll, der Bruch sei nicht Pitts Schuld: „Der letztendliche Grund, warum [die The Fountain-Produktion] abgebrochen wurde, hat mit Brad zu tun, aber Brad ist nicht dafür verantwortlich. Er ist nicht nach Australien gekommen, aber der Grund dafür liegt in vielen verschiedenen Dingen und hat sowohl mit einigen persönlichen Einstellungen, als auch zuvor bei einem anderen Film gemachten Erfahrungen zu tun.“[7] Nach Pitts Absage wurde das Projekt auf Eis gelegt.
Am 27. Februar 2004 wurde The Fountain von Aronofsky mit der Hilfe von Warner Bros., aber einem Budget von nur 35 Millionen US-Dollar, wiederbelebt.[8] Zuvor verwirklichte Aronofsky, nach dem geplatzten Projekt mit Pitt, seine Idee allerdings als gleichnamigen Comic bei Vertigo (einem Unterlabel von DC Comics). Hugh Jackman und Rachel Weisz wurden unter Vertrag genommen, Pitt und Blanchett in den Hauptrollen zu ersetzen. Die Produktion begann im November 2004, gefilmt wurde durch 2005 hindurch.[9]
Kritiken
In der IMDb steht der Film am 3. Juni 2022 bei 7,2 von 10 Punkten (237.409 Stimmen), auf Rotten Tomatoes bei 52 %, in der Zuschauerbewertung allerdings bei 74 %.
„Ein nicht immer leicht zu entschlüsselnder, bildstarker Versuch, das menschheitsbewegende Thema durch die Allegorien und Symmetrien der ineinander verwobenen drei Geschichten auf sehr individuelle Weise für ein an Fantasy-Filmen geschultes Publikum aufzubereiten. – Sehenswert“
„[…] spektakuläre Bilder mit enormer suggestiver Kraft […] Der große Verdienst von Darren Aronofsky ist es, filmische Welten schaffen zu wollen, die als unverfilmbar gelten müssen. […] ganz großes Kino! – Prädikat: Besonders wertvoll“
„[…] eine atemberaubende, berauschende Reise durch drei verschiedene Zeitalter, ein mythisch-visionärer Kinotrip mit dem Thema Leben und Sterben und Unsterblichkeit. Ein überwältigender und mitreißender Film, aus dem ich so begeistert rausgegangen bin, dass ich ihn mir in der nächsten Pressevorführung gleich noch mal angesehen habe. ‚The Fountain‘ ist ein Film, der süchtig macht. Süchtig nach diesen unglaublich wunderbaren Bildern des Alls, nach den geheimnisvollen Ereignissen in diesem fiebrigen, triefenden, dunklen Dschungel, nach den beunruhigenden Ergebnissen dieser ungemein spannenden Suche nach einem Heilmittel. […] Und dann ist es einfach eine wahre Freude, den fantastischen Schauspielern zuzusehen.“
„Darren Aronofsky suhlt sich mit ‚The Fountain‘, ebenfalls ein US-Großauftrag, 97 lange Minuten lang in Eso-Kitsch. […] Der Bildersalat in ‚The Fountain‘ dagegen ist vom Feinsten angerichtet, in einer Kaskade nimmermüder Zentralperspektiven zwischen dem 16. Jahrhundert und der Gegenwart wechselnd. […] Mit erlesenem Pathos und in visuell und akustisch überwiegend güldenen Tönen zelebriert der Film seinen Mix aus Maya-Kultur, Christentum und Buddhismus.“
„Bilder von schwebender Schönheit in ‚The Fountain‘ – […] Esoterischer Quark, unglaubwürdige Liebesgeschichte, halbgares Mythen-Recycling. […] Kein Meisterwerk, aber ambitioniert, originell und seltsam kurz.“
„Dann gibt es noch den Trash, der nicht als solcher gedacht ist, die schlimmste Kategorie von allen: der zur Katastrophe mutierte Kunstfilm. Der heiß ersehnte ‚The Fountain‘ von Darren Aronofsky ist ein solches Exemplar […] Besonders um die Schauspieler kann es einem Leid tun. […] Kunst soll das sein, bedeutungsschwer und wichtig. Tatsächlich ist es nur banal, prätentiös und nervtötend.“
Weblinks
- The Fountain bei IMDb
- The Fountain bei Rotten Tomatoes (englisch)
- Transcending Death, Interview with Darren Aronofsky (englisch)
- Interview mit Darren Aronofsky und Rachel Weisz (englisch)
Einzelnachweise
- ↑ Freigabebescheinigung für The Fountain. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, November 2006 (PDF; Prüfnummer: 107 752 K).
- ↑ The Fountain. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 8. Juni 2021.
- ↑ RottenTomatoes.com, 4. Januar 2001, abgerufen am 24. August 2006
- ↑ IGN.com, 28. Juni 2001, abgerufen am 24. August 2006 ( des vom 8. Juli 2012 im Webarchiv archive.today) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ IGN.com, 27. Juli 2002, abgerufen am 24. August 2006 ( des vom 22. September 2006 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ IGN.com, 13. September 2002, abgerufen am 24. August 2006 ( des vom 19. Juni 2006 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ SuicideGirls.com, 1. April 2005, abgerufen am 24. August 2006
- ↑ IGN.com, 27. Februar 2004, abgerufen am 24. August 2006 ( des vom 7. Februar 2005 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ IGN.com, 5. August 2004, abgerufen am 24. August 2006 ( des vom 11. Februar 2006 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Film-Dienst, abgerufen am 20. Januar 2007 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ fbw-filmbewertung.com, abgerufen am 16. November 2009
- ↑ filmhai.de, abgerufen am 20. Januar 2007
- ↑ tagesspiegel.de
- ↑ stern.de am 7. September 2006, abgerufen am 16. November 2009
- ↑ Spiegel Online am 4. September 2006, abgerufen am 16. November 2009