The Chronology of Water

Film
Titel The Chronology of Water
Produktionsland USA, Frankreich, Lettland, Spanien, Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 90 Minuten
Stab
Regie Kristen Stewart
Drehbuch Kristen Stewart, Andy Mingo, Lidia Yuknavitch
Produktion Kristen Stewart, Andy Mingo, Rebecca Feuer, Charles Gillibert, Daniel John Goldberg, Maggie McLean, Dylan Meyer, Michael Pruss, Svetlana Punte, Ridley Scott, Yulia Zayceva
Musik Paris Hurley
Kamera Corey C. Waters
Schnitt Olivia Neergaard-Holm
Besetzung

The Chronology of Water ist ein romantisches Filmdrama und das Regiedebüt der Schauspielerin Kristen Stewart. In der Filmbiografie spielt Imogen Poots die frühere Schwimmerin und heutige Schriftstellerin und Herausgeberin Lidia Yuknavitch, die im Jahr 2011 ihre titelgebenden Memoiren The Chronology of Water veröffentlichte. Der Film feierte im Mai 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes seine Premiere und soll Anfang März 2026 in die deutschen Kinos kommen.

Handlung

„Im Wasser, wie in Büchern, kann man sein Leben hinter sich lassen.“

Lidia Yuknavitch im Film[1]

Die langjährige Schwimmerin und Olympiahoffnung Lidia Yuknavitch nimmt ein Schwimmstipendium für ein College in Texas an, um ihrem gewalttätigen Vater und ihrer alkoholkranken, selbstmordgefährdeten Mutter zu entkommen. Sie hat es ihrer älteren Schwester Claudia gleichgetan, die die Familie schon vor Jahren verließ. Nachdem sie ihr Stipendium aufgrund von Drogen und Alkohol verloren hat, zieht Lidia nach Eugene und schreibt sich an der University of Oregon ein. Dort wird sie von Ken Kesey als eine von dreizehn Doktorandinnen angenommen. Gemeinsam schreiben sie den Roman Caverns.

Weiterhin nimmt sie Drogen und Alkohol zu sich. Die Entdeckung von S&M hilft Lidia, ihre Dämonen zu bekämpfen und wird für sie zu einem Mittel, ihre Vergangenheit und ihre bisexuelle Identität zu erkunden. Sie macht ihre Karriere nicht im Schwimmern, sondern als Schriftstellerin.[2][3]

Biografisches

Die frühere Schwimmerin und heutige Schriftstellerin Lidia Yuknavitch

Die 1963 geborene Lidia Yuknavitch war früher Schwimmerin und ist heute Schriftstellerin und auch bekannt für ihren TED-Talk The Beauty of Being a Misfit, der über 3,2 Millionen Mal angesehen wurde.

Nach der High School zog Yuknavitch nach Texas, wo sie mit einem Schwimmstipendium das Austin Community College besuchte. Während ihres Studiums arbeitete sie als Empfangsdame an der University of Texas in Austin. Yuknavitch hoffte, sich für die US-amerikanische Olympia-Schwimmmannschaft zu qualifizieren, doch der Boykott ihres Landes der Olympischen Spiele 1980 in Moskau und ihr eigener Drogen- und Alkoholmissbrauch beendeten ihre Wettkampfschwimmkarriere.

Im Jahr 2011 veröffentlichte Yuknavitch ihre Memoiren mit dem Titel The Chronology of Water.[4] In einer deutschsprachigen Übersetzung von Claudia Max erschien das Buch unter dem Titel In Wasser geschrieben. Es geht darin um das Streben nach Schönheit, Selbstdarstellung, Begehren und das berauschende Gefühl des Schwimmens.[5] Vor allem konzentriert sie sich in dem Buch auf die Entwicklung eines Selbstbewusstseins als bisexuelle Frau.[3]

Produktion

Filmstab, Besetzung und Dreharbeiten

Regie führte Kristen Stewart, die gemeinsam mit Andy Mingo und Autorin Yuknavitch deren Memoiren für den Film adaptierte. Es handelt sich bei Chronology of Water um das Regiedebüt der Schauspielerin.[6] Stewart und Mingo gehören auch zu den Produzenten des Films, ebenso Ridley Scott.[7] Über Yuknavitchs Memoiren sagte Stewart: „Sie waren eines dieser Bücher, die ich all meinen Freunden laut vorlesen wollte.“[8]

Den Filmschnitt übernahm Olivia Neergaard-Holm, die zuletzt für Filme wie Holy Spider und The Apprentice – The Trump Story von Ali Abbasi, Motståndaren von Milad Alami und Emilie Blichfeldts Spielfilmdebüt The Ugly Stepsister tätig war.

Imogen Poots spielt die Schwimmerin Lidia Yuknavitch

Produziert wurde The Chronology of Water von CG Cinema International, Forma Pro Films, Scott Free, Curious Gremlin, Lorem Ipsum Entertainment, Scala Films und auch dem von Stewart gemeinsam mit Dylan Meyer und Maggie McLean gegründeten Produktionsunternehmen Nevermind Pictures.[2][9]

Die Britin Imogen Poots spielt Lidia Yuknavitch.[7] Earl Cave, der Sohn des australischen Rockmusikers Nick Cave, spielt ihren Ehemann Philip, den sie zutiefst dafür verachtet, dass er nett und sanft ist.[3][10] Jim Belushi spielt den Autor Ken Kesey, in dessen Schreibprogramm Lidia aufgenommen wird.[3] Eine weitere Hauptrolle besetzte Stewart mit der Sonic-Youth-Sängerin Kim Gordon.[11] In weiteren Rollen sind Thora Birch als Lidias ältere Schwester Claudia, Michael Epp als ihr Vater und Tom Sturridge zu sehen.[1][10]

Die Dreharbeiten fanden von Ende Juni bis Ende Juli 2024 in Lettland statt.[6] Weitere Aufnahmen entstanden auf Malta und Ende Juli 2024 in Eugene.[12] Dorthin war Yuknavitch gezogen, nachdem sie aufgrund von Drogen- und Alkoholproblemen ihr Stipendium verloren hatte.[13] Als Kameramann fungierte Corey C. Waters.

Filmmusik, Marketing und Veröffentlichung

Die Filmmusik komponierte Paris Hurley.[14]

Erstes Bildmaterial wurde Ende April 2025 vorgestellt.[15] Die Premiere des Films war am 16. Mai 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes, wo er in der Reihe Un Certain Regard gezeigt wurde.[16] Dort stellte Les Films du Losange The Chronology of Water auch beim Marché du film vor.[17] Im Juli 2025 wird er bei Nowe Horyzonty und im August 2025 beim Melbourne International Film Festival gezeigt.[18] Im September 2025 wird der Film beim Festival des amerikanischen Films und bei der Filmkunstmesse Leipzig gezeigt und im Oktober 2025 beim Internationalen Filmfestival Warschau, beim AFI Fest und beim Savannah Film Festival.[19][20][21] Der Kinostart in Deutschland ist am 5. März 2026 geplant.[22] WME Independent übernimmt den Vertrieb von The Chronology of Water in Nordamerika und BFI Distribution im Vereinigten Königreich und in Irland, während Les Films du Losange für den internationalen Vertrieb zuständig ist.[23][24]

Rezeption

Kritiken

Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 90 Prozent positiv.[25] Bei Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 76 von 100 möglichen Punkten.[26]

David Katz schreibt in seiner Kritik für das Online-Filmmagazin Cineuropa, auch wenn The Chronology of Water Klischees bediene und der Film seine sperrige, repetitive Struktur nicht immer zu seinem Vorteil nutzen kann, sei er eine beeindruckende Erweiterung dessen, was Kristen Stewart dem US-amerikanischen und internationalen Kino gebracht hat. Ihr schauspielerisches Können setze sich auch auf der anderen Seite der Kamera durch. Stewart identifiziere sich so stark mit Lidia Yuknavitchs, dass es so wirke, als sei sie auch auf der Leinwand präsent. Katz bemerkt, wenn Schauspieler Regieanweisungen von ihren Regisseuren übernehmen, imitierten sie oft deren verbale und körperliche Manierismen, und in The Chronology of Water gebe Imogen Poots als Yuknavitch eine bemerkenswert Stewart-artige Darstellung. Die visuellen Elemente und der Filmschnitt von Olivia Neergaard-Holm, der über Zeitlinien und Intensitäten gleitet, erinnerten jedoch zu sehr an ein kunstvolles Alternative-Rock-Musikvideo der 1990er Jahre.[27]

Christopher Diekhaus, Filmkorrespondent der Gilde deutscher Filmkunsttheater, bemerkt in seiner Kritik, Stewarts kompromissloser Ansatz zeige sich schon zu Anfang des Dramas. Als Zuschauer suche man irgendwie Halt, bemühe sich, dem Gezeigten Sinn zu geben, doch zunächst stürze ein Schwall an Bildern, Tönen, Wort- und Satzfetzen auf einen ein. Das grobkörnige 16-mm-Analogmaterial verleihe dem Ganzen sofort einen betont subjektiven Anstrich, und aus den teils in extremen Nahaufnahmen gefilmten Fragmenten lasse sich mit der Zeit herauslesen, dass die kleine Lidia in ihrem Elternhaus die Hölle durchlebte, ihr sexuell übergriffiger Vater ein auf absolute Kontrolle ausgerichtetes Terrorregime etablierte und ihre Mutter konsequent wegschaute. Diekhaus erklärt weiter, ganz ähnlich, wie die menschliche Erinnerung funktioniert, erzähle The Chronology of Water ihren Werdegang nicht streng chronologisch, sondern sprunghaft und assoziativ. So herausfordernd das aus vielen größeren und kleineren Bruchstücken bestehende Geschehen auch sein mag, werde der Film von Imogen Poots auf Kurs gehalten, die sich mit einer fast schon furchteinflößenden Unerschrockenheit in ihre Rolle werfe. Auch Jim Belushis erschaffe in der Rolle des Schriftstellers Ken Kesey eine raumgreifende, in Erinnerung bleibende Figur, und so könne sich der Zuschauer wenigstens von diesen beiden Performances mitreißen lassen, wenn er sich mit Stewarts Kunstanspruch und ihrem unangepassten Stil schwertut.[28]

Auszeichnungen

Astra Film Awards 2025

  • Nominierung als Bester Independent-Film
  • Nominierung als Bestes Filmdebüt[29]

Denver Film Festival 2025

  • Auszeichnung mit dem Excellence in Acting Award (Imogen Poots)[30]

Festival des amerikanischen Films 2025

  • Nominierung im Wettbewerb[31]

Internationale Filmfestspiele von Cannes 2025

Internationales Filmfestival Thessaloniki 2025

  • Nominierung im Film Forward Competition[32]

Internationales Filmfestival Warschau 2025

  • Nominierung für den Publikumspreis – Encounters[33]

Nowe Horyzonty 2025

  • Nominierung im Internationalen Wettbewerb „New Horizons“[34]

Online Film Critics Society Awards 2026

  • Nominierung als Bester Debütfilm (Kristen Stewart)[35]

Valladolid International Film Festival 2025

  • Auszeichnung mit dem Meseta Distribución Award[36]

Literatur

  • Lidia Yuknavitch: The Chronology of Water: A Memoir. 2011.
  • Lidia Yuknavitch: In Wasser geschrieben. Übersetzung ins Deutsche von Claudia Max. btb Taschenbuch, 2024. ISBN 978-3-442-71764-4

Einzelnachweise

  1. a b David Ehrlich: 'The Chronology of Water' Review: Kristen Stewart’s Directorial Debut Is a Bold and Radical Story About a Swimmer Rising to the Surface. In: indiewire.com, 16. Mai 2025.
  2. a b The Chronology of Water. In: loremipsument.com. Abgerufen am 24. April 2025.
  3. a b c d The Chronology Of Water. In: filmstarts.de. Abgerufen am 16. Mai 2025.
  4. Matthew Trueherz: Lidia Yuknavitch, Kristen Stewart, and an Ocean Outside of Time. In: pdxmonthly.com, 4. Februar 2025.
  5. In Wasser geschrieben. In: thalia.de. Abgerufen am 20. April 2025.
  6. a b Tatiana Tenreyro: Kristen Stewart Directing First Film in Latvia Because She Needs “Radical Detachment” From Hollywood. In: The Hollywood Reporter, 6. Mai 2024.
  7. a b Jordan Ruimy: Kristen Stewart’s 'Chronology of Water' to Trim Runtime for Cannes Consideration. In: worldofreel.com, 18. April 2025.
  8. Lily Ford: Kristen Stewart Wants to „Crash and Burn“ in Cannes: „We Barely Finished This Movie“. In: The Hollywood Reporter, 15. Mai 2025.
  9. K.J. Yossman: Kristen Stewart’s Nevermind Pictures Inks First-Look Deal With Fremantle. In: Variety, 25. Juni 2024.
  10. a b Peter Bradshaw: 'The Chronology of Water' review: Kristen Stewart makes a traumatic splash with directorial debut. In: The Guardian, 17. Mai 2025.
  11. Rachel Handler: Why Kristen Stewart Didn’t Star in Her Own Directorial Debut. In: Vulture, 16. Mai 2025.
  12. Ellise Shafer: Kristen Stewart Directs Imogen Poots in First Look at Feature Filmmaking Debut 'The Chronology of Water'. In: Variety, 9. September 2024.
  13. The Chronology of Water. In: productionlist.com. Abgerufen am 24. April 2025.
  14. Paris Hurley Scoring Kristen Stewart’s 'The Chronology of Water'. In: filmmusicreporter.com, 15. Mai 2025.
  15. Jordan Ruimy: First Look: Kristen Stewart’s 'The Chronology of Water'. In: worldofreel.com, 24. April 2025.
  16. Horaires Des Projections / Screenings Guide Festival du Cannes 2025. In: festival-cannes.com. Abgerufen am 8. Mai 2025. (PDF; 399 KB)
  17. https://cineuropa.org/en/newsdetail/477269
  18. Peter Gray: Melbourne International Film Festival unveils full program for 2025. In: theaureview.com, 10. Juli 2025.
  19. The Chronology of Water. In: filmkunstmesse.de. Abgerufen am 18. September 2025.
  20. Chris Gardner: AFI Fest Adds Films Starring George Clooney, Emma Stone, Sydney Sweeney and Bruce Springsteen. In: The Hollywood Reporter, 25. September 2025.
  21. Jazz Tangcay: 'Frankenstein', 'Hamnet' and 'Bugonia' Added to SCAD Savannah Film Festival Lineup. In: Variety, 3. Oktober 2025.
  22. https://www.insidekino.com/DStarts/DStartplan.htm
  23. Tim Dams: Les Films du Losange, WME Independent board Kristen Stewart’s 'The Chronology Of Water'; first look unveiled. In: screendaily.com, 9. September 2024.
  24. https://deadline.com/2025/09/kristen-stewart-the-chronology-of-water-uk-acquisition-1236546849/
  25. The Chronology of Water. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 12. Januar 2026.
  26. The Chronology of Water. In: Metacritic. Abgerufen am 17. Juni 2025.
  27. https://cineuropa.org/en/newsdetail/477931
  28. https://www.programmkino.de/filmkritiken/the-chronology-of-water-2/
  29. Steven Prusakowski: The 2025 Astra Film Awards Nominations Have Been Announced. In: awardsradar.com, 25. November 2025.
  30. https://variety.com/2025/film/awards/denver-film-festival-awards-calle-malaga-cover-up-sirat-1236574304/
  31. The Chronology of Water. In: festival-deauville.com. Abgerufen am 14. August 2025.
  32. Thessaloniki announces the programme for its 66th edition. In: cineuropa.org, 23. Oktober 2025.
  33. Chronologia wody / The Chronology of Water. In: wff.pl. Abgerufen am 24. September 2025.
  34. Chronologia wody. In: nowehoryzonty.pl. Abgerufen am 13. Juli 2025. (Polnisch)
  35. Matt Neglia: The 2025 Online Film Critics Society (OFCS) Nominations. In: nextbestpicture.com, 12. Januar 2026.
  36. The 70TH SEMINCI awards „The Mastermind“ and „Maguellan“ the Golden Spike Ex Aequo. In: seminci.com, 1. November 2025.