Thérèse Bonnelalbay
Thérèse Alberte Bonnelalbay (* 23. Juli 1931 in Magalas; † Februar oder März 1980 in Paris) war eine französische Malerin, die sich der Art brut zurechnen lässt.
Werdegang
Thérèse Bonnelalbay stammte aus der Arbeiterklasse und wuchs in einem kleinen südfranzösischen Dorf im Département Hérault als Tochter eines Bergmannes auf. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Krankenschwester und zog 1950 nach Marseille, wo sie in einer Klinik arbeitete. 1959 heiratete sie den Lehrer und Dichter Joseph Guglielmi,[1] mit dem sie zwei Kinder bekam. Sie engagierte sich, ebenso wie ihr Mann, bei der Parti communiste français (Kommunistische Partei Frankreichs) in Marseille.[2][3][4]
1963 begann Thérèse Bonnelalbay zu zeichnen, worin ihr Mann sie ermutigte. Jean Dubuffet kannte ihre Zeichnungen, tauschte sich in Briefen und bei persönlichen Begegnungen mit ihr aus und unterstützte ihr künstlerisches Tun mit Ankäufen einiger ihrer Werke.[1] Von 1968 bis 1975 war die Familie in Achères ansässig, ab 1975 lebte sie in Ivry-sur-Seine in der Nähe von Paris und Thérèse Bonnelalbay arbeitete als Sozialarbeiterin in einer kommunalen Einrichtung der Kinderhilfe.[5][6] In der Nacht des 16. Februar 1980 verschwand sie.[7] Später wurde sie ertrunken in der Nähe der Schleusen von Suresnes in der Seine aufgefunden.[2][3][4]
Werk
Thérèse Bonnelalbay malte ab 1963 mit schwarzer Tinte und Tusche auf Papier. Ihre frühen Arbeiten waren figurativ und dominiert von Figuren im Profil und pflanzlichen Formen. Später malte sie auch Aquarelle. Ihre Werke wurden zunehmend abstrakt, bestehend aus vielen kleinen Elementen. In ihren ätherisch anmutenden Skizzen, die in ihrer Formensprache an Hieroglyphen erinnern,[5] fließen Zeichnung und Schrift zusammen. Ihre ideografischen Tuschezeichnungen erinnern an die Zeichnungen von Henri Michaux oder Emmanuel Deriennic.[2][3][4][6]
Arbeiten von Thérèse Bonnelalbay wurden erstmals 1967 von Jean Dubuffet in der ersten institutionellen Ausstellung seiner Art Brut-Sammlung im Musée des Arts Décoratifs ausgestellt. Dies führte zu weiteren Ankäufen ihrer Arbeiten.[1] Werke von ihr befinden sich in zahlreichen Sammlungen, unter anderem in der Collection abcd/Bruno Decharme in Frankreich,[5] der Collection de l’Art Brut in Lausanne, dem LaM – Lille Métropole, musée d’art moderne, d’art contemporain et d’art brut in Villeneuve d’Ascq,[4] dem Musée de la Création Franche in Bègles[6], der „Sammlung Hannah Rieger – Living in Art brut“ und in La Fabuloserie in Dicy.[3]
Ausstellungen (Auswahl)
- 1967: L’Art Brut. Musée des Arts Décoratifs, Paris[1][4]
- 2001: Einzelausstellung, centre international de poésie (cipM), Marseille,
- 2007: Des Fantômes et des Anges. Musée des Arts Contemporains Grand Hornu, Le Grand Hornu, Mons[6][8]
- 2011: Beyond the Boundaries. Galerie Christian Berst, Paris
- 2017: En toute modestie – Archipel Di Rosa. Musée International des Arts Modestes, Sète
- 2017: Living in art brut. 123 works from the Hannah Rieger collection. Museumkrems, Krems
- 2017: In abstracto. Galerie Christian Berst, Paris
- 2018: Drawing now. Carreau du Temple, Paris[9]
- 2021/2022: Writing is drawing. Centre Pompidou-Metz, Metz[10]
- 2022: Anachronism - Unveiling Hidden Works. Galerie Christian Berst, Paris[11]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Thérèse Bonnelalbay. Artiste. In: Fondation Pernod Ricard. Abgerufen am 25. Oktober 2025
- ↑ a b c Bonnelalbay, Thérèse. In: Collection Bruno Decharme. Abgerufen am 25. Oktober 2025
- ↑ a b c d Bonnelalbay, Thérèse (1931-1980). In: Musée de la Création Franche. Abgerufen am 25. Oktober 2025
- ↑ a b c d e Thérèse Bonnelalbay. In: Christian Berst. Abgerufen am 25. Oktober 2025
- ↑ a b c Thérèse Bonnelalbay. In: Hannah Rieger: Living in art brut. Abgerufen am 25. Oktober 2025
- ↑ a b c d Felicitas Krohn: Bonnelalbay, Thérèse. In: Artists of the World Online. De Gruyter, 2009. Abgerufen am 1. November 2025
- ↑ Consultation Personnes. In: museris.lausanne.ch. Abgerufen am 25. Oktober 2025
- ↑ Des Fantômes et des Anges. In: Musée des Arts Contemporains Grand Hornu. Abgerufen am 1. November 2025
- ↑ Thérèse Bonnelalbay CV. In: artfacts.net. Abgerufen am 25. Oktober 2025
- ↑ Writing is drawing. In: Christian Berst. Abgerufen am 25. Oktober 2025
- ↑ Thérèse Bonnelalbay. In: artfacts.net. Abgerufen am 25. Oktober 2025