Tetradactylus seps
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Kurzbeiniger Seps, Kapstadt | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Tetradactylus seps | ||||||||||||
| (Linnaeus, 1758) |
Tetradactylus seps, im englischen auch Short-legged Seps (Kurzbeiniger Seps) und Five-toed Whip Lizard (Fünfzehige Peitscheneidechse) genannt, ist eine eierlegende Schildechsenart aus der Familie der Gerrhosauridae.[1][2][3] Synonyme sind unter anderem Tetradactylus laevicauda Hewitt 1915,[4] Gerrhosaurus sepiformis Duméril 1839,[5] Sincus [sic] sepiformis Schneider 1801,[6] und Lacerta seps Linnaeus 1758.
Merkmale
Adulte Tiere sind oberseits mehr oder weniger gleichmäßig oliv, olivbraun bis dunkel rötlichbraun gefärbt oder die Schuppen sind seitlich dunkel gesäumt und bilden bei jungen Exemplaren Längslinien. Die Unterseite ist blass oliv bis bläulichgrau oder dunkel schieferfarben, mit einem Hauch von bronzerosa. Die äußerste Reihe der Bauchschuppen ist an den hinteren Rändern oft dunkelbraun gesäumt.[7]
Der Körper ist langgestreckt, die Gliedmaßen kurz aber gut entwickelt. Es sind fünf Finger und Zehen vorhanden, der dritte Finger ist etwas länger als der vierte, bei den Zehen ist der vierte deutlich länger als der dritte. Der Schwanz ist etwas mehr als doppelt so lang wie Kopf und Körper. Für ein Männchen mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 68 mm gab Fitzsimons (1943) eine Schwanzlänge von 132 mm und eine Kopflänge und -breite von 12,3 und 8,8 mm an, für die vorderen Gliedmaßen 13,6 mm und für die hinteren 23,5 mm.[7]
Die Nasenöffnungen liegen zwischen zwei Nasalia und dem ersten oberen Lippenschild (Labiale) Die Kopfschilde sind gerippt, die Scheitelschilde berühren einander. Die Rückenschuppen sind geriffelt aber ungekielt, manchmal jedoch am hinteren Teil des Rückens und am Schwanz mit etwas stärkerem Mittelkiel. Die Schuppen liegen in 13 Längs- und 57 bis 62 (meist 58 bis 60) Querreihen. Die mittlere Reihe der Rückenschuppen beginnt zwischen den Schultern. Diese Schuppen reichen bis zum Schwanzansatz. Sie sind fast sechseckig und deutlich kleiner als die angrenzenden Schuppen. Die Bauchschilde liegen in 8 Längs- und 35 bis 40 (meist 38 bis 39) Querreihen. Drei Präanalschuppen sind vergrößert.[7]
Verbreitung
Die Art ist in Südafrika endemisch. Es gibt drei Subpopulationen mit geringen genetischen Unterschieden in KwaZulu-Natal, im zentralen Ostkap und entlang des südlichen Teils des Landes.[8]
Lebensraum und Lebensweise
Tetradactylus seps kommt in vielen verschiedenen Typen von Lebensräumen vor: In sumpfigen Gebieten und offenen Lichtungen, in Grasebenen und Küstenvegation. Die Landschaften umfassen Fynbos, Wälder und montanes Grasland. Die Art hat einen großen Höhenbereich vom Meeresspiegel bis in Höhen von etwa 1800 Metern über Normalnull.[9]
Über die Ernährung von Tetradactylus-Arten ist nur sehr wenig bekannt. Nach Branch (1998) werden Grashüpfer und andere Insekten gefressen, direkte Untersuchungen zum Mageninhalt von Tetradactylus gibt es jedoch keine. 2015 wurde im Ostkap unter einem verrottenden Kiefernstamm ein Exemplar von Tetradactylus seps gefangen, das seine Beute wieder hervor würgte. Die Beute wurde später als inzwischen weltweit eingeschleppter terrestrischer Strudelwurm Bipalium kewense bestimmt, der wegen seines zum Beutefang gebildeten starken Neurotoxins Tetrodotoxin zumindes für amerikanische Salamander ungeniesbar ist.[10]
Gefährdung
Nach der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN gilt die Art als ungefährdet (least concern). Das Verbreitungsgebiet der Art ist in weiten Teilen nicht stark beeinträchtigt, die weite Verbreitung und der große Bestand mildern die negativen Auswirkungen lokaler Rückgänge. Die Art kommt in vielen Schutzgebieten innerhalb des großen Verbreitungsgebiets vor. Sollte es jedoch kryptische Arten geben oder sich die mutmaßliche Unterart Tetradactylus seps laevicauda in KwaZulu-Natal als valide Art erweisen, bedarf es einer gesonderten Bewertung. Umfassende phylogenetische Analysen könnten helfen den Status zu klären.[11][12]
Literatur
- Linnaeus, 1758: Systema Naturæ per regna tria naturae, secundum classes, ordines, genera, species, cum characteribus, differentiis, synonymis, locis, ed. 10 (online).
- M. F. Bates, W. R. Branch, A. M. Bauer et al. (Hrsg.) 2014. Atlas and Red List of the Reptiles of South Africa, Lesotho, and Swaziland. (Suricata 1). South African National Biodiversity Institute, Pretoria 2014.
- William R. Branch: The genus Tetradactylus (Sauria: Gerrhosaurinae) in the Cape Province, South Africa: New records and their taxonomic status, in: J. Herp. Assoc. Africa 37(1990): 13–16. online
Weblinks
- Tetradactylus seps in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2025-1. Eingestellt von: K. A. Tolley, W. Conradie, G.J. Alexander, M.F. Bates, J. Weeber, D. Pietersen, 2021. Abgerufen am 19. Juli 2025.
Einzelnachweise
- ↑ Tetradactylus seps. The Reptile Database, abgerufen am 3. März 2025.
- ↑ F. A. Bisby, Y. R. Roskov, T. M. Orrell, D. Nicolson, L. E. Paglinawan, N. Bailly, P. M. Kirk, T. Bourgoin, G. Baillargeon, D. Ouvrard: Species 2000 & ITIS Catalogue of Life: 2011 Annual Checklist. Species 2000: Reading, UK., 2011, abgerufen am 17. April 2025.
- ↑ Linnaeus, C. (1758) Systema naturæ per regna tria naturæ, secundum classes, ordines, genera, species, cum characteribus, differentiis, synonymis, locis. Tomus I. Editio decima, reformata., Laurentii Salvii, Holmiæ. 10th Edition: 824 pp.
- ↑ J. Hewitt: Descriptions of two new South African lizards, Tetradactylus laevicauda and T. fitzsimonsi, in: Ann. Transvaal Mus. (Pretoria) 5(1915): 101-103.
- ↑ A. M. C. Duméril, G. Bibron: Erpétologie Générale on Histoire Naturelle Complète des Reptiles, Vol. 5., Roret/Fain et Thunot, Paris 1839.
- ↑ Johann Gottlob Schneider: (1801) Historiae Amphibiorum naturalis et literariae. Fasciculus secundus continens Crocodilos, Scincos, Chamaesauras, Boas. Pseudoboas, Elapes, Angues. Amphisbaenas et Caecilias, Frommani, Jena 1803.
- ↑ a b c Vivian F. Fitzsimons (1943): The lizards of South Africa: Family 5. Gerrhosaurus. In: Transvaal Museum Memoir Nr. 1 (Pretoria), S. 289–290. (Online)
- ↑ Brian Reeves, Christopher F. Brooke, Jan A. Venter, Werner Conradie (2022): The reptiles and amphibians of the Mpofu-Fort Fordyce Nature Reserve complex in the Winterberg Mountains, Eastern Cape Province, South Africa. In: African Journal of Wildlife Research 52, S. 134–145. doi:10.3957/056.052.0134
- ↑ K. A. Tolley, W. Conradie, D. W. Pietersen, J. Weeber, M. Burger, G. J. Alexander (eds., 2023): Conservation status of the reptiles of South Africa, Eswatini and Lesotho. In: Suricata 10, S. 296. South African National Biodiversity Institute, Pretoria, (Online)
- ↑ W. Conradie, W. R. Branch, D. G. Herbert (2017): Tetradactylus seps (Linnaeus, 1758), Short-legged seps, Diet. In: Natural History Notes 65, S. 14–15. (Online)
- ↑ Tetradactylus seps in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2025-1. Eingestellt von: K. A. Tolley, W. Conradie, G.J. Alexander, M.F. Bates, J. Weeber, D. Pietersen, 2021. Abgerufen am 19. Juli 2025.
- ↑ Tetradactylus seps bei Red List of South African Species, South African Biodiversity Institute, abgerufen am 19. Juli 2025