Tenino (Schiff)

USS Tenino
Die Tenino im Dezember 1944.
Schiffsdaten
Flagge Vereinigte Staaten 48 Vereinigte Staaten
Schiffstyp Hochseeschlepper
Klasse Abnaki-Klasse
Bauwerft United Engineering, Alameda
Kiellegung 16. Juni 1943
Stapellauf 10. Januar 1944
Indienststellung 18. November 1944
Außerdienststellung 17. Mai 1947
Streichung aus dem Schiffsregister September 1962
Verbleib im August 1986 als Zielschiff versenkt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 62,48 m (Lüa)
Breite 11,73 m
Tiefgang (max.) 4,67 m
Verdrängung Standard: 1.240 ts
Maximal: 1.589 ts
 
Besatzung 85 Mann
Maschinenanlage
Maschine 4 × Schiffsdieselmotoren GM 12-278A
4 × GE-Generatoren
1 × Welle
Maschinen­leistung 3.600 PS (2.648 kW)
Höchst­geschwindigkeit 16,5 kn (31 km/h)
Propeller 1 (dreiflügelig)
Bewaffnung

1944/45:

Die Tenino, auch USS Tenino (Kennung: ATF-115), war ein Hochseeschlepper der United States Navy aus der Endphase des Zweiten Weltkrieges. Der nach dem im US-Bundesstaat Oregon ansässigen Indianerstamm der Tenino benannte Schlepper[1] gehörte der aus insgesamt 35 Schiffen bestehenden Abnaki-Klasse an und wurde am 16. Juni 1943 auf der Werft von United Engineering in Alameda auf Kiel gelegt. Nach dem Stapellauf am 10. Januar 1944 erfolgte schließlich am 18. November 1944 die Indienststellung. Erster Kommandant war Lieutenant Forrest L. Van Camp. Die Tenino wurde bereits 1947 wieder außer Dienst gestellt, verbrachte lange Zeit bei der Reserveflotte und wurde letztlich 1986 als Zielschiff aufgebraucht.

Technische Aspekte

Die Tenino war 62,48 Meter lange und 11,73 Meter breit, der Tiefgang lag bei 4,67 Meter. Der Schlepper verfügte über einen dieselelektrischen Antrieb, wobei vier GM-Schiffsdieselmotoren des Typs 12-278A und vier und diese gekoppelte GE-Generatoren über drei zwischengeschaltete Elektromotoren eine Welle ansteuerten. Die maximale Maschinenleistung betrug 3.600 PS, wobei die Tenino eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 16,5 Knoten (ca. 31 km/h) erreichen konnte. In den Kriegsjahren 1944/45 führte der Schlepper eine aus einem 7,62-cm-Geschütz sowie vier Flak (je zwei 40-mm- und 20-mm-Kanonen) bestehende Bewaffnung. Die Besatzungsstärke lag in Kriegszeiten bei rund 85 Mann, wurde aber später aus Einsparungsgründen reduziert auf etwa 60 Personen.

Dienstzeit

Nach Abschluss der Probefahrten kam die Tenino zunächst bis Februar 1945 vor der Westküste der USA zum Einsatz und half in dieser Zeit den beiden nahe der Clipperton-Insel auf Grund gelaufenen US-Schiffen LST-563 (ein Panzerlandungsschiff) und Seize (ein Bergungsschiff, das zuvor LST-563 zu Hilfe kommen wollte).[1] Mit Unterstützung der Tenino konnte die Seize (ARS-26) wieder in Fahrt gebracht werden, während das Landungsschiff wegen starker Schäden aufgegeben und zurückgelassen werden musste. Im März 1945 schleppte die Tenino das 4.800-Tonnen-Schwimmdock Windsor (ARD-22) von San Diego nach Hawaii.

Zwischen Ende Mai und Ende September 1945 wurde der Schlepper vor den Okinawa-Inseln eingesetzt und kam somit in der Endphase des Pazifikkriegs zum Einsatz. In dieser Zeit, genauer gesagt zwischen April und Ende Juni 1945, ereignete sich dort die verlustreiche Schlacht um Okinawa. Die Tenino konnte dabei mehreren beschädigten US-Schiffen Hilfestellung leisten, so unter anderem dem am 22. Juli 1945 von einem Kaiten getroffenen Transporter Marathon (APA-200).[A 1] Ende August schleppten die Tenino und deren Schwesterschiff Serrano zudem das durch einen Torpedotreffer schwer beschädigte US-Schlachtschiff Pennsylvania von Okinawa nach Apra Harbor.[1]

Nach der Kapitulation Japans und dem Ende des Zweiten Weltkrieges im September 1945, verblieb der Schlepper zunächst in Asien und übernahm verschiedene Schleppdienste zwischen den Philippinen, den Marianen und den Marshallinseln. Im März 1946 half die Tenino beim Bergen und Abschleppen des ehemals japanischen Leichten Kreuzers Sakawa[2] sowie des Schlachtschiffes Nagato – beide Schiffe waren nach Kriegsende als Beute an die Amerikaner gefallen und hatten sich mit US-Prisenbesatzungen bemannt auf dem Weg von Yokosuka nach Eniwetok befunden, waren aber dann infolge von Maschinenproblemen und Treibstoffknappheit während des Marsches auf offener See liegengeblieben. Beide Schiffe konnten sicher nach Eniwetok eingebracht werden.

Im Mai 1946 kehrte die Tenino wieder nach den Vereinigten Staaten zurück. Die nachfolgenden Monate verstrichen ereignislos (von einer Passage des Panamakanals im September 1946 abgesehen) und so wurde der Schlepper am 17. Mai 1947 schließlich in Charleston außer Dienst gestellt. Die Tenino kehrte nie wieder in den aktiven Dienst zurück, verbrachte lange Jahre bei der Reserveflotte und wurde im Herbst 1962 aus dem Flottenregister gestrichen. Der zunehmend verrottende Schlepper wurde letztlich am 18. August 1986 vor der Küste South Carolinas im Rahmen eines Raketentests als Zielschiff versenkt.

Anmerkungen

  1. Möglicherweise handelte es sich auch um einen Minentreffer oder einen Torpedoangriff eines U-Bootes.

Einzelnachweise

  1. a b c Tenino. In: Dictionary of American Naval Fighting Ships. Naval History and Heritage Command, 25. September 2015, abgerufen am 18. Oktober 2025 (englisch).
  2. Bob Hackett, Sander Kingsepp: IJN Sakawa: Tabular Record of Movement. In: CombinedFleet.com. 2016, abgerufen am 17. Oktober 2025 (englisch).