Temminck-Dreizackblattnase

Temminck-Dreizackblattnase

Zeichnung des Kopfes von 1878

Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Überfamilie: Hufeisennasenartige (Rhinolophoidea)
Familie: Rundblattnasen (Hipposideridae)
Gattung: Aselliscus
Art: Temminck-Dreizackblattnase
Wissenschaftlicher Name
Aselliscus tricuspidatus
(Temminck, 1835)

Die Temminck-Dreizackblattnase (Aselliscus tricuspidatus) ist ein mit mehreren disjunkten Populationen in der Region Australis und auf Inseln Ozeaniens verbreitetes Fledertier in der Familie der Rundblattnasen. Das Typusexemplar stammt von der Insel Ambon innerhalb der Molukken.[1]

Unterarten und Verbreitung

Es werden vier Unterarten unterschieden.[1][2]

Merkmale

Für die Fledermaus wurden eine Kopf-Rumpf-Länge von 36 bis 49 mm, eine Schwanzlänge von 17 bis 27 mm und ein durchschnittliches Gewicht von 4,6 g registriert. Die Art hat 36,5 bis 47 mm lange Unterarme, Hinterfüße von 6 bis 8 mm Länge und 10 bis 15 mm lange Ohren. Namensgebend sind Hautfalten innerhalb des Nasenblatts, die einem Dreizack in der Form ähneln. Dabei ist zwischen der mittleren Spitze und jeder seitlichen Spitze eine tiefe Falte vorhanden. Im Verhältnis zu anderen Körperteilen sind die Unterarme und der Schwanz länger als bei der Stoliczka-Dreizackblattnase (Aselliscus stoliczkanus). Dabei ragt des Schwanz aus der Schwanzflughaut deutlich heraus. Typisch für den Kopf sind kleine spitze Ohren. Beim braunen bis orangebraunem Fell der Oberseite ist der Haarabschnitt an den Wurzeln weiß. Unterseits ist die Basis der Haare gelbbraun.[2]

Lebensweise

Das Tier lebt im Flachland und in Gebirgen bis 1400 Meter Höhe. Sichtungen über 600 Meter Höhe sind jedoch selten. Es bewohnt vermutlich alle Habitate, die auf den Inseln vorhanden sind. Auf vielen Inseln dominieren tropische Wälder. Die Ruheplätze liegen meist in Höhlen, Tunneln und Felsspalten. Oft bilden sich mittelgroße Kolonien mit 40 bis 50 Mitgliedern. Gelegentlich schließen sich einige hundert Exemplare zusammen. Oft halten sie 30 bis 40 cm Abstand voneinander. Diese Fledermaus jagt Insekten mit Hilfe der Echoortung, wobei die Rufe eine Frequenz von etwa 155 kHz haben. Weibchen haben jährlich einen Wurf mit ein bis zwei Neugeborenen.[3][2]

Gefährdung

Manchmal werden Exemplare von Einheimischen als Fleischquelle gefangen. Regional wirken sich Störungen am Ruheplatz negativ aus. Die Gesamtpopulation wird auf 10.000 erwachsene Tiere oder etwas mehr geschätzt. Die IUCN listet die Fledermaus als nicht gefährdet (least concern).[3]

Einzelnachweise

  1. a b Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Aselliscus tricuspidatus).
  2. a b c Wilson, Lacher Jr. & Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. 9 - Bats. Lynx Edicions, 2019, ISBN 978-84-16728-19-0, S. 234 (englisch, Aselliscus tricuspidatus).
  3. a b Aselliscus tricuspidatus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2021. Eingestellt von: Armstrong, K.N., 2020. Abgerufen am 5. Januar 2026.