Teleaudiologie
Teleaudiologie (englisch: Tele-audiologie) bezeichnet die Nutzung telemedizinischer Verfahren in der Audiologie. Sie ermöglicht audiologische Diagnostik, Hörtests, Hörgeräteanpassungen und Nachsorge von Cochlea-Implantaten über räumliche Distanz hinweg. Der Begriff wurde 1999 von Gregg Givens geprägt; den ersten Internet-basierten Hörtest führten Givens, Balch und Keller im Jahr 2000 durch. 2009 folgte der erste transatlantische Teleaudiologie-Test.[1]
Es existieren drei Hauptformen:
- Asynchron (Store-and-Forward): Testergebnisse werden gespeichert und später ausgewertet.
- Synchron (Echtzeit): Tests und Beratung erfolgen live per Videoübertragung.
- Hybrid: Kombination beider Ansätze.
Teleaudiologie erleichtert den Zugang zu Hörversorgung, insbesondere in ländlichen Regionen, reduziert Kosten und Reiseaufwand und bietet vergleichbare Genauigkeit zu konventionellen Verfahren.23 Herausforderungen bestehen in Standardisierung, Vergütung und Qualitätssicherung.[2] Weitere Herausforderungen ergeben sich auf Seiten der Leistungserbringer, da Online-Hörakustikangebote die traditionelle Hörakustikbranche zunehmend verändern und ein Beispiel dafür darstellen, wie E-Health den wirtschaftlichen Druck auf Fachkräfte verstärken kann.[3]
Einzelnachweise
- ↑ Manchaiah, V. et al. (2022): Tele-audiology practice: A scoping review.: Tele-audiology practice: A scoping review. Hrsg.: Frontiers in Digital Health.
- ↑ Swanepoel, D. et al. (2010): Tele-audiology: An emerging practice.: Tele-audiology: An emerging practice. Hrsg.: Audiology Today.
- ↑ Bahtiyar Çelikgün, Furkan Büyükkal: The effect of remote fitting technology on hearing aid satisfaction. Hrsg.: Springer Nature. Springer Nature, Berlin.