Tassilo Probst
Tassilo Probst (* 2002 in München) ist ein deutscher Geiger im Bereich klassischer Musik.
Biografie
Tassilo Probst begann im Alter von viereinhalb Jahren mit dem Geigenspiel. Seit 2014 begleitet ihn der Salzburger Violinpädagoge David Frühwirth als Lehrer und Mentor. 2015 wurde er als Jungstudent an der Hochschule für Musik und Theater München aufgenommen. Schon früh stellten sich Erfolge bei Jugend musiziert ein.[1] Nachdem er mit 16 Jahren sein Abitur absolviert hatte, setzte er sein Bachelorstudium an der Hochschule für Musik und Theater fort und erlangte als 19-jähriger den Bachelorabschluss.[2] Anschließend studierte er im Masterstudiengang am Leopold-Mozart Zentrum in Augsburg. Zusätzliche musikalische Impulse erhielt er seit 2017 von Zakhar Bron an dessen Akademie in Interlaken/Schweiz sowie in Meisterkursen bei Pierre Amoyal, Boris Kuschnir, Mihaela Martin, Christian Tetzlaff, Christoph Poppen, Linus Roth und Ana Chumachenco.[3]
Bei seinen ersten Auftritten mit Orchester spielte er das Violinkonzert von Glasunow, das er schon als 14-Jähriger mit der Philharmonie Bad Reichenhall aufführte, und das Violinkonzert von Tschaikowski, mit dem er 2018 im Herkulessaal der Münchner Residenz auftrat.[4] Seither spielte Tassilo Probst mit namhaften Orchestern im In- und Ausland wie dem Georges Enescu Philharmonic Orchestra, dem Lithunian Chamber Orchestra, dem NFM Wroclaw Philharmonic Orchestra, dem Cape Town Philhamonic Orchestra, dem Zürcher Kammerorchester, dem Konzerthausorchester Berlin, dem Münchner Rundfunkorchester, dem Sinfonieorchester Wuppertal, der Südwestdeutschen Philharmonie, dem Göttinger Symphonie Orchester und der Erzgebirgischen Philharmonie. Außerdem war er Gast bei nationalen und internationalen Festivals wie dem George-Enescu-Festival Bukarest, den Interlaken Classics in der Schweiz, dem Schleswig-Holstein-Musik Festival sowie den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, wo er 2025 den Publikumspreis als einer der jüngsten Preisträger des Festivals erhielt.[3]
Sein Repertoire umfasst die gesamte Bandbreite der Violinliteratur, besonders widmet er sich auch noch wenig bekannten Werken des 20. Jahrhunderts. Neben seiner solistischen Tätigkeit findet er auch immer wieder Zeit für Kammermusik mit inspirierenden Musikern wie Daniel Hope, Nils Mönkemeyer, Daniel Müller-Schott, Alban Gerhardt, Kit Armstrong und den Gesangssolisten Daniel Behle und Chen Reiss. Ergebnis seiner Zusammenarbeit mit dem gleichaltrigen Pianisten Maxim Lando war das Doppelalbum Into Madness, das 2023 bei den International Classical Music Awards ausgezeichnet wurde.[5] Auf diesem ist unter anderem eine Weltersteinspielung der zweiten Violinsonate von Joseph Achron zu hören.[6]
Tassilo Probst spielt auf einem Neubau der Violine „Abergavenny“ Antonio Stradivari (1724) von Florian Leonhard Fine Violins London.
Diskografie
- Into Madness: Violinsonaten von Béla Bartók, George Enescu und Joseph Achron. Mit Maxim Lando, Klavier. Berlin Classics, 2022.
- Weinberg: Solisten: Wen-Sinn Yang, Tassilo Probst mit dem Concertino für Violine und Streichorchester von Mieczysław Weinberg; Dirigent: Daniel Grossmann; Jewish Chamber Orchestra Munich. Onyx, 2023.[7]
Preise und Auszeichnungen
- 1. Preis Violine und 1. Preis Kammermusik beim Bundesentscheid von Jugend musiziert, Kassel (2016)[1]
- 1. Preis in der Altersgruppe 12 bis 15 Jahre beim internationalen Anton Rubinstein Wettbewerb – VIOLINE JUNIOR, Düsseldorf (2017)[8]
- 2. Preis in der Kategorie III (Jahrgänge 2002 bis 1998) beim 9. Internationaler LOUIS SPOHR Wettbewerb für Junge Geiger (2019)[9]
- 2. Preis August-Everding-Musikwettbewerb (2019)[10]
- 3. Preis beim Internationalen Enescu Violinwettbewerb, Bukarest, (2021)[11]
- 2. Preis beim Internationalen Violinwettbewerb Tibor Varga, Sion (2021)[12]
- Auszeichnung des Albums Into Madness von Tassilo Probst und Maxim Lando als beste Kammermusikeinspielung bei den International Classical Music Awards 2023.[5]
- Publikumspreis der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern (2025)[13]
- Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung München (2025)[14]
Weblinks
- Offizielle Website
- Tassilo Probst auf der Website Deutsche Stiftung Musikleben
- Tassilo Probst, Porträt bei BR Klassik (2025)
Einzelnachweise
- ↑ a b Carolin Nuscheler: Mit 13 Jahren schon Geigen-Virtuose. In: Münchner Merkur. 5. Juli 2016, abgerufen am 21. Januar 2023.
- ↑ Teilnehmende 2021; Probst, Tassilo (München). In: Felix Mendelssohn Bartholdy Hochschulwettbewerb. Abgerufen am 21. Januar 2023.
- ↑ a b Tassilo Probst, Biografie. Abgerufen am 21. Januar 2022.
- ↑ Tassilo Probst 16 Jahre, Tschaikowsky Violinkonzert. In: YouTube. 12. Oktober 2018, abgerufen am 21. Januar 2023.
- ↑ a b International Classical Music Awards (ICMA) announce the winners for 2023. International Classical Music Awards, abgerufen am 20. Januar 2023 (englisch).
- ↑ Remy Franck: Probst und Lando: Erste Liga. In: pizzicato.lu. 17. August 2022, abgerufen am 17. November 2025.
- ↑ Joanne Talbot: Wen-Sinn Yang, Tassilo Probst: Weinberg. In: The Strad. 30. November 2023, abgerufen am 29. Dezember 2023 (englisch).
- ↑ Internationaler Anton Rubinstein Wettbewerb 2017 – VIOLINE JUNIOR. Musikakademie Anton Rubinstein, abgerufen am 29. Dezember 2023.
- ↑ Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar - Rückschau - 9. Internationaler LOUIS SPOHR Wettbewerb für Junge Geiger - Unsere Preisträger*innen. Abgerufen am 23. Januar 2023.
- ↑ Münchener Konzertverein: Historie der Preisträger. Abgerufen am 23. Januar 2023.
- ↑ Prizes Awarded at Romania's Enescu International Violin Competition. In: The Violin Channel. 22. Mai 2021, abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
- ↑ Tassilo Probst erfolgreich beim Tibor Varga Violin-Wettbewerb. In: Klassik.com. 8. September 2021, abgerufen am 21. Januar 2023.
- ↑ Axel Seitz: Festspiele MV: Das sind die neuen Preisträger. In: NDR kultur. 11. Juni 2025, abgerufen am 17. November 2025.
- ↑ Ingrid Hügenell: Musik ist nicht Wissenschaft, sondern Leidenschaft. In: Süddeutsche Zeitung. 11. November 2025, abgerufen am 17. November 2025.