Tambourelli

Tambourelli ist eine Spielvariante des Tamburello. Diese Spielform bekommt weltweit einen immer höheren Stellenwert. Seit 1975 werden jährlich die „World Tambourelli Championships“ ausgetragen. Neben England, Schottland und Deutschland wird Tambourelli noch in Schweden, Japan, Indien, Ungarn, Kosovo, Frankreich, China, Australien, Portugal, Dänemark, Tschechien, Wales, Irland und Katalonien gespielt. Mit 7 Siegen bei den World Championships ist Malcolm Heyes der erfolgreichste Tambourelli-Spieler (SCO). Die erfolgreichsten deutschen Spieler sind Alexander Christen mit 5 Siegen bei den World Championships (2019, 2022, 2023, 2024 & 2025) und Sebastian Rose mit 2 Siegen bei den World Championships (2015 & 2018).

Geschichte

Obwohl die Wurzeln des Tambourelli zurück in die 1950er Jahre nach Libyen führen, wurde das aktuelle Spiel mit den heutigen Regeln auf Schloss Stewart in Galloway (Schottland) im Jahr 1970 entwickelt. Seit 1975 werden jährlich die World Tambourelli Championships ausgetragen; 2013 erstmals in Deutschland (Dresden). Bei der Weltmeisterschaft 2015 im schottischen Newton Stewart konnte mit Sebastian Rose erstmals ein deutscher Spieler den WM-Titel in einem Einzelwettbewerb gewinnen. 2020 sowie 2021 wurden die Tambourelli-Weltmeisterschaften aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des ''Coronavirus'' (SARS-CoV-2) abgesagt.

Regeln

  • Feldmaße: 4,10 × 9,45 m (Einzel und Doppel); Netz: 1,75 m
  • Merkmale: Feld ist im Doppel auch längs geteilt (4 Sektoren)
  • Spielerzahl: Einzel oder Doppel
  • Spielball: Badmintonball (Federball)

Per Los wird der aufschlagende Spieler bzw. das beginnende Doppel ermittelt. Der Spieler steht beim Service (Aufschlag) mit einem Fuß auf der Grundlinie, der zweite Fuß darf im Feld oder hinter der Grundlinie stehen. Nach Anpfiff des Spiels durch den Schiedsrichter muss der Spieler den Ball über das Netz in die gegnerische Spielhälfte schlagen. Beim Doppel muss der Aufschlag diagonal ausgeführt werden. Der Service ist nur gültig, solange der Aufschlag unter Schulterhöhe vollzogen wurde. Der Ball darf nicht das Netz berühren. Im Falle einer Netzangabe gilt die Angabe nicht als Fehler und der Aufschlag wird einfach wiederholt. Bei einer Fehlangabe (Ball bleibt im Netz hängen oder landet im „Out“) steht dem Spieler ein zweiter Versuch zur Verfügung. Der Ball ist im Out, wenn er die äußere Kante der Seitenaus- bzw. Grundlinie nicht mehr berührt. Die Spieler dürfen nicht mit dem Schläger über oder in das Netz greifen. Zuspiele im Team sind nicht erlaubt. Die „Savevariante“ (Doppelberührung; nur im Doppel) ermöglicht einen ununterbrochenen Spielfluss. Das Doppel, welches diese Regel nutzt, kann zwar in diesem Spielzug keinen Punkt gewinnen, jedoch können sie verhindern, dass das andere Team einen Punkt gewinnt. Wendet im selben Ballwechsel das andere Doppel ebenfalls das Save an, wird der Punkt wieder neutral ausgespielt.

Zählweise

Ein Spiel wird wie folgt gezählt: 1, 2, 3, …, 21 Punkte. Alle fünf gespielten Punkte wechselt das Aufschlagsrecht. Wer zuerst 21 Punkte erreicht, gewinnt den Satz. Ein Match gilt als gewonnen, wenn der Spieler bzw. das Doppel zwei Sätze („Best of 3“) bzw. drei Sätze („Best of 5“) für sich entscheiden konnte. Welche der beiden Varianten gespielt wird, entscheidet der Turnierorganisator. Beim Stand von 20:20 wird so lange weiter gespielt, bis ein Spieler/Team zwei Punkte Vorsprung hat.

Der Schläger

Ungewöhnlich wirkt das verwendete Spielgerät auf den ersten Blick. Es ist ein kreisrunder und schaftloser Schläger, mit einer membranähnlichen Schlagfläche aus Nylon. Durch die außergewöhnlich starke Bestraffung (14 kN bis 35 kN [1.400 kg bis 3.500 kg]) ist nur wenig Kraft beim Spiel erforderlich, vielmehr Gefühl und Geschick, um den Ball so zu platzieren, dass der Gegner Mühe hat, ihn kontrolliert zurückzuspielen. Der Rahmen besteht aus ABS-Kunststoff und ist damit sehr robust.

Spielvarianten

Neben dem Tambourelli gibt es noch das klassische Tamburello, das Tambeach sowie das Tam Indoor. Beim Tambeach stehen sich Einzelspieler oder zwei Doppel gegenüber, das Spielfeld ist entsprechend größer (7,50 × 24 m (Einzel); 11 × 24 m (Doppel); Netz: 2,10 m) und die Spielhälften werden durch ein Netz getrennt. Die Zählweise entspricht der beim Volleyball, jeder gewonnene Ball ergibt einen Punkt und die Sätze werden auf 12 Gewinnpunkte gespielt. Tambeach wird in der Regel auf Sand gespielt. Tam Indoor orientiert sich eher am klassischen Tamburello, es wird lediglich in einer Halle gespielt und die Abmessungen sind 34 × 16 m. Der Spielball ist nicht aus Gummi, sondern wie beim Tennis aus Filz. Es stehen 3 Spieler pro Team auf dem Feld.

Weltmeisterschaftsergebnisse

Herren Einzel

Jahr Weltmeister Vize-Weltmeister Austragungsort
2025 Deutschland Alexander Christen Deutschland Sebastian Rose Schweden Eslöv
2024 Deutschland Alexander Christen Danemark Isak Lindstedt England London
2023 Deutschland Alexander Christen Deutschland Dominic Hauke Deutschland Kleinnaundorf
2022 Deutschland Alexander Christen Danemark Isak Lindstedt Schweden Stehag
2021 Kein Turnier - (SARS-CoV-2)
2020 Kein Turnier - (SARS-CoV-2)
2019 Deutschland Alexander Christen England Rowan Appleton-Wickens Schweden Stehag
2018 Deutschland Sebastian Rose Schottland Bazil Hughes Schottland Newton Stewart
2017 Schottland Bazil Hughes Deutschland Marco Zink England Devon
2016 Deutschland Marco Zink Schottland Bazil Hughes Deutschland Dresden
2015 Deutschland Sebastian Rose Deutschland Marco Zink Schottland Newton Stewart
2014 Schottland Bazil Hughes Schweden Finn Lennartsson England Devon
2013 Schottland Bazil Hughes Schottland Malcolm Heyes Deutschland Dresden
2012 Schottland Malcolm Heyes England Seth Priestman England Devon
2011 Schottland Bazil Hughes Schottland Malcolm Heyes England Devon
2010 Schottland Liam Campbell England Ezra Cohen Schottland Newton Stewart
2009 England Daniel Francis-Bernson England Ezra Cohen England Devon
2008 England Ezra Cohen Ghana Peter MacCarthy England Devon
2007 England Daniel Francis-Bernson England Ezra Cohen England Devon
2006 Schottland Malcolm Heyes England Paddy Bos Coe England Devon
2005 Schottland Malcolm Heyes England Ezra Cohen England Devon
2004 England Richard Cohen Schottland Malcolm Heyes England Devon
2003 Schottland Malcolm Heyes England Ezra Cohen England Devon
2002 Schottland Malcolm Heyes England Devon
2001 England Richard Cohen Schottland Indy Priestman England Devon
2000 Schottland Malcolm Heyes Ghana Peter MacCarthy England Devon
1999 England Paddy Bos Coe Schottland Malcolm Heyes England Devon
1998 England Paddy Bos Coe Schottland Seth Priestman Schottland Garlieston
1997 EnglandPaddy Bos Coe England Luke Feldman Schottland Galloway
1996 Schottland Seth Priestman England Cyrus Colquhitt Schottland Garlieston
1995 Schottland Davey Mackenzie Schottland Seth Priestman Schottland Galloway
1994 Schottland Malcolm Heyes Schottland Andy Priestman Schottland Galloway
1993 England Guy Feldman Schottland Andy Priestman Schottland Garlieston
1992 Schottland Andy Priestman Schottland Galloway
1991 Schottland Andy Priestman Schottland Galloway
1990 Schottland Mike Sullivan Schottland Andy Priestman Schottland Galloway
1989 England Brendan Colvert Fidschi Brishendra Dutt Schottland Galloway
1988 England Francis O'Dempsey Schottland Andy Priestman Schottland Galloway
1984 Schottland Andy Priestman England Kim Middleton Schottland Galloway
1982 Schottland Davey Mackenzie Schottland Andy Priestman Schottland Galloway

Damen Einzel

Jahr Weltmeister Vize-Weltmeister Austragungsort
2025 Danemark Anja Lund Deutschland Nadine Wolf Schweden Eslöv
2024 Deutschland Lisa Zink Deutschland Silke Bruns England London
2023 Schweden Indy Lennartson*

Danemark Anja Lund*

Deutschland Patricia Poch*

nicht entschieden Deutschland Kleinnaundorf
2022 Danemark Anja Lund Deutschland Carmen Ketelhut Schweden Stehag
2021 Kein Turnier - (SARS-CoV-2)
2020 Kein Turnier - (SARS-CoV-2)
2019 Schottland Indy Lennartsson (früher Priestman) Deutschland Katrin Ueberfuhr Schweden Stehag
2018 England Jasmine Bosenick Deutschland Katrin Ueberfuhr Schottland Newton Stewart
2017 Deutschland Katrin Ueberfuhr Schottland Chloe Bruce England Devon
2016 Deutschland Amke de Buhr Deutschland Inga Höben Deutschland Dresden
2015 England Jasmine Bosenick Deutschland Gabriele Rose Schottland Newton Stewart
2014 England Jasmine Bosenick Schottland Indy Lennartsson (früher Priestman) England Devon
2013 Schottland Indy Priestman Deutschland Anne Larisch Deutschland Dresden
2012 Schottland Indy Priestman England Jasmine Bosenick England Devon
2011 Schottland Stacey Duff England Dilushi Jayasingha England Devon
2010 Schottland Indy Priestman Schottland Stacey Duff Schottland Newton Stewart
2009 Schottland Indy Priestman Schottland Chloe Bruce England Devon
2008 Schottland Indy Priestman Niederlande Isla Craik England Devon
2007 Schottland Elizabeth Tindal Niederlande Isla Craik England Devon
2006 Schottland Indy Priestman Niederlande Isla Craik England Devon
2005 Schottland Indy Priestman Niederlande Isla Craik England Devon
2004 Schottland Indy Priestman Niederlande Isla Craik England Devon
2003 Schottland Indy Priestman Schottland Rachel Chelka England Devon
2002 Schottland Indy Priestman England Devon
1990 Australien Rosey Priestman Schottland Mandi McInnes Schottland Galloway
1989 Australien Rosey Priestman Schottland Galloway
1988 Australien Rosey Priestman Schottland Galloway
1987 Australien Rosey Priestman Schottland Galloway
1986 Australien Rosey Priestman England Sarah Feldman Schottland Galloway
1984 Australien Rosey Priestman Schottland Galloway
1983 Australien Rosey Priestman

Gemischtes Doppel

Jahr Weltmeister Vize Weltmeister Austragungsort
2025 Deutschland Sebastian Rose & Deutschland Jerome Dietrich Deutschland Tim Leib & Deutschland Ludwig Grabinsky Schweden Eslöv
2024 England Rowan Appleton-Wickens & Deutschland Silke Bruns SchottlandMalcolm Heyes & Deutschland Ralph Teichert England London
2022 Deutschland Alexander Christen & Japan Kyou Colquitt Hongkong Eric Lo & Schottland Bazil Hughes Schweden Stehag
2021 Kein Turnier - (SARS-CoV-2)
2020 Kein Turnier - (SARS-CoV-2)
2019 Deutschland Sebastian Rose & England Hugh Wallis Schweden Finn Lennartsson & Deutschland Hannah Franz Schweden Stehag
2018 Schottland Graham Moffat & England Jason Littlefield Schottland Indy Lennartsson & Deutschland Lutz Reiter Schottland Newton Stewart
2017 Schottland Chloe Bruce & Deutschland Ringo Sobiella England Nik Clark & England Taliesin Appleton-Wickens England Devon
2016 Deutschland Dominic Hauke & Deutschland Nadine Harmatschek Schottland Bazil Hughes & Schottland Chloe Bruce Deutschland Dresden
2015 Schottland Bazil Hughes & England Taliesin Appleton-Wickens Deutschland Marco Zink & Schottland Kevin Witt Schottland Newton Stewart
2014 England Silver Levy-So & England Tom Amey England Daniel Francis-Bernson & England Finlay Porter England Devon
2012 Schottland Malcolm Heyes & England Tom Amey England Evan Barretxeguren-Priestman & Schottland Seth Priestman England Devon
2011 England Ezra Cohen & Schottland Seth Priestman England Johnny Tillbrook & Schottland Malcolm Heyes England Devon
2010 Schottland Jack Higginson & Schottland Saul Woollacott Schottland Andy Priestman & Schottland Bazil Hughes Schottland Newton Stewart
2009 Schottland Andy Priestman & Deutschland Phillipp Bahner Schottland Indy Priestman & England Jack Butcher England Devon
2008 Schottland Aaron Priestman & England Jacob Edwards Ghana Peter McCarthy & England Mark Elliott England Devon
2007 Schottland Aaron Priestman & England Richard Cohen England Corin Liddle & Ghana Peter McCarthy England Devon
2004 Schottland Indy Priestman & England Mark Elliott Schottland Malcolm Heyes & Japan Yukiko Mori England Devon
2003 Schottland Malcolm Heyes & Japan Tomoko Hori Schottland Ben Lockwood & England Ezra Cohen England Devon
2001 Schottland Indy Priestman & Schottland Seth Priestman Schottland Aaron Priestman & Schottland Malcolm Heyes England Devon
1999 England Adam Cohen & England Oliver Tringham Schottland Malcolm Heyes & Schottland Rachel Chelka England Devon
1998 Schottland Malcolm Heyes & Australien Rosey Priestman England Oliver Tringham & Schottland Thomas Turnbull Schottland Garlieston
1996 Schottland Davey Mackenzie & England Peter MacCarthy Schottland Malcolm Heyes & Schottland Thomas Turnbull Schottland Garlieston
1995 Schottland Davey Mackenzie & England George Howard Schottland Alan Thompson & Schottland Dave Thompson Schottland Galloway
1994 Schottland Davey Mackenzie & Schottland Seth Priestman Schottland Galloway
1993 Schottland Davey Mackenzie & EnglandGuy Feldman Schottland Andy Priestman & England Dominic Kennedy SchottlandGarlieston
1990 England Francis O'Dempsey & Schottland Karen Haggis Schottland Vince Thurkettle & Schottland Mark Thurkettle Schottland Galloway
1989 Schottland Davey Mackenzie & Schottland Seth Priestman Schottland Galloway
1988 Marokko Kenneth Dalbrae & Irland Brendan Colvert Schottland Indy Priestman & Schottland Clare Melinsky Schottland Galloway
1987 Schottland Davey Mackenzie & Schottland Chris Heughan Schottland Galloway
1986 Schottland Mike Sullivan & England David Smith Schottland Andy Priestman & Schottland Mr. Sullivan Schottland Galloway
1985 Marokko Kenneth Dalbrae & Schottland Tom Jones Schottland Galloway
1984 Schottland Andy Priestman & Australien Rosey Priestman Schottland Galloway
1983 Marokko Kenneth Dalbrae & Schottland Tom Jones Schottland Galloway

Herren-Weltmeister nach Siegen

Spieler Titel Jahr
Schottland Malcolm Heyes 7 1994, 2000, 2002, 2003, 2005, 2006, 2012
Deutschland Alexander Christen 5 2019, 2022, 2023, 2024, 2025
Schottland Bazil Hughes 4 2011, 2013, 2014, 2017
England Paddy Bos Coe 3 1997, 1998, 1999
Schottland Andy Priestman 1984, 1991, 1992
Deutschland Sebastian Rose 2 2015, 2018
England Daniel Francis-Bernson 2007, 2009
England Richard Cohen 2001, 2004
Schottland Davey Mackenzie 1982, 1995
Deutschland Marco Zink 1 2016
Schottland Liam Campbell 2010
England Ezra Cohen 2008
Schottland Seth Priestman 1996
England Guy Feldman 1993
Schottland Mike Sullivan 1990
Irland Brendan Colvert 1989
England Francis O'Dempsey 1988

Damen-Weltmeister nach Siegen

Spielerin Titel Jahr
Schweden Indy Lennartsson (ehe. Priestman) 11 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2008, 2009, 2010, 2012, 2013, 2019
Australien Rosey Priestman 7 1983, 1984, 1986, 1987, 1988, 1989, 1990
England Jasmine Bosenick 3 2014, 2015, 2018
Danemark Anja Lund 2 2022, 2025
Deutschland Patricia Poch 1 2023
Deutschland Lisa Zink 2024
Deutschland Katrin Ueberfuhr 2017
Deutschland Amke de Buhr 2016
Schottland Stacey Duff 2011
Schottland Elizabeth Tindal 2007

Gemischtes Doppel Weltmeister nach Titel

Team Titel Jahr
Schottland Davey Mackenzie 6 1987, 1989, 1993, 1994, 1995, 1996
Schottland Seth Priestman 5 1989, 1994, 2000, 2001, 2011
Schottland Malcolm Heyes 4 1997, 1998, 2003, 2012
Marokko Kenneth Dalbrae 3 1983, 1985, 1988
England Tom Amey 2 2012, 2014
Deutschland Sebastian Rose 2019, 2025
Schottland Andy Priestman 1984, 2009
Schottland Aaron Priestman 2007, 2008
Schottland Indy Lennartsson (ehe. Priestman) 2001, 2004
Australien Rosey Priestman 1984, 1998
Schottland Tom Jones 1983, 1985

Quellen