Tamara Jewgenjewna Abowa

Tamara Jewgenjewna Abowa (russisch Тамара Евгеньевна Абова; * 18. November 1927 in Sumy, Gouvernement Charkow; † 21. Juli 2019 in Moskau) war eine sowjetische bzw. russische Rechtswissenschaftlerin und Hochschullehrerin.[1]

Leben

Als Tochter eines Juristen und einer Maschinenschreiberin wuchs Abowa in Moskau auf. Während des Deutschen Angriffskriegs war sie mit ihrer Mutter Anna Israilewna Abowa (1896–1980) in Molotow und dann in Swerdlowsk evakuiert.[2]

Zurück in Moskau begann Abowa das Studium am Juristischen Institut (Abschluss 1949).[3] Nach der anschließenden Aspirantur bei Mark Gurwitsch verteidigte sie 1952 ihre Kandidat-Dissertation über Mitwirkung beim sowjetischen Zivilprozess mit Erfolg für die Promotion zur Kandidatin der juristischen Wissenschaften.[4]

Darauf lehrte Abowa in Samarkand Grundlagen des sowjetischen Staats und Rechts am Lehrstuhl für Politökonomie des Instituts für Sowjetischen Handel der Usbekischen SSR.[1] Zurück in Moskau 1956 arbeitete Abowa als Rechtsberaterin in der Industrie und im Verkehrsministerium.

Abowa wurde 1964 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Moskauer Instituts für Staat und Recht (IGP) der Akademie der Wissenschaften der UdSSR (AN-SSSR, seit 1991 Russische Akademie der Wissenschaften (RAN)) und arbeitete im Sektor für Wirtschaftsrecht unter der Leitung Wladimir Pantews.[1]

Für Vorlesungen über Transportrecht der UdSSR und des Auslands wurde Abowa 1969 in das Staatliche Moskauer Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO) berufen. Auch hielt sie Vorlesungen über Transportrecht und den Arbitrageprozess im Akademie-Rechtsinstitut beim IGP der AN-SSSR/RAN. Sie verteidigte 1986 erfolgreich ihre Doktor-Dissertation über den Schutz der wirtschaftlichen Rechte von Unternehmen und Produktionsverbänden für die Promotion zur Doktorin der juristischen Wissenschaften.[5]

An Gesetzesentwürfen 1988 zu Genossenschaften und 1990 zum Eigentum in der UdSSR war Abowa beteiligt. Nachdem die Sowjetunion 1991 zerfallen war, wurde Abowa 1995 Leiterin des Sektors für Zivilrecht und den Arbitrageprozess des IGP.[1][3] Sie nahm an Kongressen der International Cooperative Alliance teil und berichtete 2000 in Prag über die russische Gesetzesprojekte für Genossenschaften und entsprechende Gesetzesharmonisierung.[3]

Abowa starb am 21. Juli 2019 in Moskau und wurde auf dem Friedhof Wostrjakowo begraben.

Einzelnachweise

  1. a b c d Большая российская энциклопедия: Абова Тамара Евгеньевна (abgerufen am 2. Oktober 2025).
  2. Yad Vashem: Tamara Abova (abgerufen am 2. Oktober 2025).
  3. a b c IGP: Абова Тамара Евгеньевна (abgerufen am 2. Oktober 2025).
  4. Абова Т. Е.: Соучастие в советском гражданском процессе : Автореферат дис. на соискание учен. степени канд. юрид. наук. Моск. юрид. ин-т., Moskau 1952.
  5. Абова Т. Е.: Защита хозяйственных прав предприятий и производственных объединений : Автореф. дис. на соиск. учен. степ. д-ра юрид. наук : (12.00.04). АН СССР, Ин-т государства и права, Moskau 1985.