Tamás Hacki

Tamás Hacki (* 18. Februar 1944 in Budapest) ist ein ungarischer Hals-Nasen-Ohren-Arzt, Universitätsprofessor und Kunstpfeifer.

Karriere

Tamás Hacki begann im Alter von fünf Jahren zu pfeifen, lernte Geige spielen und sang im Chor. 1962 nahm er am Wettbewerb „Ki mit tud?“ (ungarisch „Wer weiß es?“) teil. Er pfiff die Melodien mit offenem Mund, wobei er die Luft zwischen die Zähne presste. Die Jury verlieh ihm den zweiten Preis, was das Publikum so empörte, dass man ihm schließlich den ersten Preis zubilligte, den er mit anderen teilte. Ebenfalls 1962 schloss er in Budapest das Gymnasium ab. 1967 gründete er seine eigene Band „Ex Antiquis“. Nach seinem Universitätsstudium, das er 1970 als Hals-Nasen-Ohren-Arzt abschloss, arbeitete er in der HNO-Abteilung des Budapester Eisenbahn-Krankenhauses. Im selben Jahr nahm er an der Midem-Musikmesse in Cannes teil. Seine Langspielplatten wurden in mehreren Ländern veröffentlicht. Zwischen 1969 und 1982 gab er über dreitausend Konzerte in fast allen europäischen Ländern. 1983/84 unternahm er eine Phoniatrie-Studienreise nach Deutschland und legte anschließend in Budapest seine Facharztprüfung ab. 1986 lehrte er auf Bitte von einem seiner deutschen Professoren sechs Jahre lang an der Medizinischen Hochschule in Hannover. Ab Ende der 1980er-Jahre trat Hacki nur noch selten öffentlich auf, darunter auch seine äußerst erfolgreiche Konzerttournee durch Japan im Jahr 1990. Er habilitierte sich 1990 und wurde 1992 Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität Regensburg. Einige Jahre später weckte der begeisterte Empfang seines Konzerts auf dem Weltärztekongress die Idee eines Comebacks. Seit 1999 tritt er wieder regelmäßig auf. Am Silvesterabend 2007 trat er mit den Münchner Philharmonikern auf. Am 20. März des gleichen Jahres gab er mit seiner ehemaligen Begleitband, dem Ensemble „Ex Antiquist“, ein Konzert in München.[1][2][3]

Er lebt derzeit in Regensburg und arbeitet am dortigen Universitätsklinikum. Hier gründete er die Abteilung für Phoniatrie und Pädiatrische Audiologie sowie das zugehörige Ausbildungsinstitut für Sprachtherapie und eine Rehabilitationsabteilung für Patienten mit Stimm- und Schluckstörungen. Er reist regelmäßig nach Ungarn, wo er mehrere Fach- und Ausbildungskurse für Sprachtherapeuten leitet, Konferenzen organisiert und Vorträge hält.[1][3]

2008 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz und 2015 der Preis „Pro Cultura Hungarica“ verliehen.[4][1] Im Jahr 2022 wurde er zum externen Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften gewählt.[5]

Ex Antiquis

Zur Band gehören:[3]

Diskographie

  • Whistler Programme (Qualiton, 1967)
  • Bourrée et allegro (Philips, 1972)
  • Ex-A (Philips International, 1972)
  • Türkischer Marsch (CBS, 1973)
  • Klassik mit Pfiff (CBS, 1974), DNB 1005652678
  • Gala-Pfeifkonzert (Teldec, 1975)
  • Füttykoncert (Hungaroton-Pepita, 1979)[2]
  • Ungarns Pfeifwunder (Global Records, 1980), DNB 353687871
  • Különkiadás, deutsch Sonderausgabe (Hungaroton-Pepita, 1983)[2]
  • Mozi, deutsch Kino (Sony Music, 1997)[2]
  • Rustle of Spring, deutsch Frühlingsrausch (2001)
  • Whistling, deutsch Pfeifen (2001)
  • Titicaca. In der Halle des Bergkönigs. Greensleeves, DNB 355410125

Auszeichnungen

Im Jahr 2024 wurde der Asteroid 549107 Hackitamás nach ihm benannt.[7]

Einzelnachweise

  1. a b c Hacki Tamás Pro Cultura Hungarica díjat kapott. In: index.hu. 28. September 2015, abgerufen am 8. Januar 2026 (ungarisch, deutsch Tamás Hacki erhält Pro Cultura Hungarica-Preis).
  2. a b c d Hacki Tamás. Allmusic Életrajz. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 8. Januar 2026 (ungarisch, deutsch Allmusic-Biografie).
  3. a b c Hacki Tamás orvosprofesszor német kitüntetése. In: medicalonline.hu. 3. Februar 2009, abgerufen am 8. Januar 2026 (ungarisch, deutsch Medizinprofessor Tamás Hacki erhält deutsche Auszeichnung).
  4. Semmelweis Hacki Tamás. (PDF) In: semmelweis.hu. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im August 2021 (ungarisch).@1@2Vorlage:Toter Link/semmelweis.hu (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
  5. Bemutatjuk az MTA új külső tagjait. In: MTA.hu. 13. Mai 2022, abgerufen am 8. Januar 2026 (ungarisch, deutsch Vorstellung der neuen externen Mitglieder der Ungarischen Akademie der Wissenschaften).
  6. Március 15. - A Magyar Érdemrenddel kitüntetettek listája. In: infostart.hu. Januar 2022, abgerufen am 8. Januar 2026 (ungarisch, deutsch 15. März – Liste der Empfänger des Ungarischen Verdienstordens).
  7. WGSBN Bulletin 4, #3. (PDF) New Names of Minor Planets. In: wgsbn-iau.org. 26. Februar 2024, abgerufen am 8. Januar 2026 (englisch, deutsch Neue Namen für Kleinplaneten).