THÉVV 1–3

THÉVV / TVV / TEVD 1–3
ČSD-Baureihe EMU 28.0
Nummerierung: 1–3
EMU 28.001-003
Anzahl: 3
Hersteller: mech. Ganz & Co. Budapest
elektrisch SSW Budapest
Baujahr(e): 1908
Ausmusterung: 1969
Achsformel: Bo
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Länge über Kupplung: 7.860 mm
Gesamtradstand: 2.800 mm
Leermasse: 12,7 t
Dienstmasse: 15 t
Reibungsmasse: 15 t
Radsatzfahrmasse: 7,5 t
Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h
Stundenleistung: 90 kW
Dauerleistung: 80 kW
Treibraddurchmesser: 835 mm
Stromsystem: 1,5 kV Gleichspannung
Stromübertragung: Oberleitung
Anzahl der Fahrmotoren: 2
Sitzplätze: 21
Klassen: 2
Besonderheiten: pneumatische Traktionsbremse

Die Fahrzeuge mit den Nummern 1–3 waren meterspurige elektrische Triebwagen der Tátrafüredi Helyiérdekű Villamos Vasútak (T.H.É.V.V.), ab 1912: Tátrai helyiérdekű Villamos Vasútak (T.V.V.), slowakisch ab 1922: Tatranská elektrická vicinálna dráha (TEVD) für deren Streckennetz in der Hohen Tatra. Nach der Verstaatlichung der TEVD im 1948 kamen die Wagen als EMU 28.001–003 noch zu den ČSD. 1969 wurden sie ausgemustert.

Geschichte

Eingesetzt wurden die zweiachsigen Triebwagen auf dem weniger anspruchsvollen Streckenabschnitt von Poprad nach Starý Smokovec, die anspruchsvolleren Abschnitte Starý Smokovec – Tatranská Lomnica und Starý Smokovec – Štrbské Pleso war den vierachsigen Fahrzeugen vorbehalten.

Gegenüber den gleichzeitig beschafften Triebwagen 21 (Posttriebwagen) und 31 – 32 (Gütertriebwagen, bereits 1911 demotorisiert) erreichten die drei Personentriebwagen eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h.

Die Wagen versahen über Jahrzehnte den Dienst auf den Strecken, bis sie durch den ansteigenden Tourismusbetrieb den Anforderungen nicht mehr gerecht wurden. Mit der Modernisierung der Tatrabahn und der darauffolgenden Lieferung der neuen Fahrzeuge der Reihe EMU 89.0 wurden sie zusammen mit den anderen zweiachsigen Altbautriebwagen EMU 25.0 und EMU 26.0 1969 ausgemustert und verschrottet.

Technische Merkmale

Der Wagen ist wie die anderen zweiachsigen Wagen eine Straßenbahnkonstruktion mit einer selbsttätigen Traktionsbremse. Es ist heute nicht mehr nachvollziehbar, ob es sich hier um eine Saugluft- oder eine Druckluftbremse handelte.

Von allen zweiachsigen Fahrzeugen der Tatrabahn weist diese Reihe den geringsten Achsstand, den geringsten Raddurchmesser, dafür aber die höchste Geschwindigkeit auf. Das Übersetzungsverhältnis war wie bei dem EMU 25.0.

Die größte Eigenheit des Fahrzeugs war der Kompressor für die Druckluft, der per Riementrieb von einer Antriebsachse getrieben wurde. Dazu hatte er eine Warneinrichtung bei nicht ausreichendem Luftdruck; im Falle zu geringen Luftdrucks sprach ein elektrischer Warngong an.

Die elektrischen Fahrmotoren waren in Reihe geschaltet, der Fahrschalter hatte 8 Fahrstufen, von denen eine die Sparstufe war.

Siehe auch

Literatur

  • Jindřich Bek, Josef Janata, Jaroslav Veverka: Malý atlas lokomotiv 2. Elektrická a motorová trakce. Nadas-Verlag, Prag 1969