Tągowie
| Tągowie | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
| |
| Woiwodschaft: | Pommern | |
| Powiat: | Bytowski | |
| Gmina: | Tuchomie | |
| Geographische Lage: | 54° 9′ N, 17° 22′ O | |
| Einwohner: | ||
Tągowie (deutsch Tangen) ist ein Dorf im Verwaltungsbezirk Gmina Tuchomie im Powiat Bytowski in der polnischen Woiwodschaft Pommern.
Geographische Lage
Das Dorf liegt im östlichen Hinterpommern, östlich des Kathkower Sees, etwa acht Kilometer westsüdwestlich von Bytów, 3,5 Kilometer nordnordöstlich des Kirchdorfs Tuchomie und 2,5 Kilometer südöstlich des Dorfs Chotkowo.
Geschichte
Das pommersche Land Tuchim, das die westliche Seite des Kreises Bütow mit den Dörfern Groß Tuchen, Klein Tuchen und Borntuchen umfasste, wurde im Jahr 1385 Pfandbesitz des Deutschen Ordens, von dem sich Herzog Wartislaw VII. und Bogislaw VIII. zur Zeit des Hochmeisters Konrad Zöllner von Rotenstein dreitausend Mark geliehen hatten.[1][2] In einer historischen Notiz über diese Erwerbung des Landes Tuchen durch den Deutschen Orden werden die drei Dörfer Groß Tuchen, Klein Tuchen (kleynen Tuchem) und Tangen als zinspflichtig bezeichnet.[3] Im Hammersteiner Grenzvergleich von 1408, in dem sich Hochmeister Ulrich von Jungingen und Herzog Bogislaw VIII. von Pommern-Stolp über den Verlauf der Landesgrenzen der Ordensgebiete Lauenburg, Bütow und Schlochau gegen Pommern einigten und in dem das Land Tuchem, das der Orden in Pfandbesitz hatte, noch zu Pommern gerechnet wurde, wird das Dorf unter dem Namen Tange genannt.[4]
Auf der Lubinschen Karte von 1618 ist das Dorf unter dem Namen Tangen verzeichnet. Um 1628, als Tangen zum fürstlichen Domänenamt Butow gehörte, wurde seine Flächengröße mit 28 ½ Hufen beziffert.[5]
Zur Zeit der kurbrandenburgischen Besitzergreifung des Landes Bütaw am 18. Juni 1658 lagen in dem Amtsdorf Tangen, das ursprünglich zwei Schulzen, 13 Bauern und zwei Ketner (Kesselflicker) gehabt hatte, fünf Bauernhöfe wüst, und die Bauern besaßen zusammen noch sechs Pferde, fünf Ochsen und acht Kühe.[6] Um 1782 hatte Tangen zwei Freischulzen-Höfe und 13 Bauernhöfe; zwei dieser Bauernhöfe waren 1765 auf den vier wüsten Hufen neu errichtet worden, die zu dem Vorwerk Damerkow gehört hatten, und ihre beiden Besitzer waren freie Landwirte, die zwar eine bestimmte Gebühr an das Amt zahlten, aber keine Naturaldienste zu leisten hatten.[7]
Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 653,5 Hektar großen Gemarkung der Landgemeinde Klein Tuchen 63 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 76 Pferde, 243 Stück Rindvieh, 38 Schafe und 402 Stück Borstenvieh hielten.[8]
Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Tangen eine Flächengröße von 6,5 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen, wo Tangen der einzige Wohnplatz war, standen insgesamt 53 bewohnte Wohnhäuser.[9] Um 1935 hatte Tangen unter anderem einen Gasthof und eine Schmiede.[10]
Bis 1945 bildete Tangen eine Landgemeinde im Landkreis Bütow im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Tangen war dem Amtsbezirk Kathkow zugeordnet. Das Standesamt befand sich in Kathkow.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Region im März 1945 durch die Roten Armee besetzt. Nach Ende der Kampfhandlungen wurde Tangen zusammen mit ganz Hinterpommern von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. In der darauf folgenden Zeit wanderten Polen zu, und die allermeisten einheimischen Dorfbewohner wurden von der polnischen Administration aus Tangen vertrieben. Der Ortsname Tangen wurde zu „Tągowie“ polonisiert.
Demographie
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1782 | – | Dorf, mit zwei Freischulzen, elf alteingesessenen Bauern, zwei seit 1765 neu angesiedelten Bauern, zwei Kossäten, einem Schmied, einem Schulmeister und 19 Feuerstellen (Haushaltungen), zum königlichen Domänenamt Bütow gehörig, eingepfarrt zu Groß Tuchen[7] |
| 1818 | 96 | Dorf, königliche Besitzung, zum Kirchspiel Groß Tuchen gehörig[11][12] |
| 1846 | 306 | Dorf[13] |
| 1852 | 343 | Dorf[14] |
| 1855 | 319 | am Jahresende, davon 309 Evangelische und zehn Katholiken[15] |
| 1864 | 398 | am 3. Dezember, Gemeindebezirk[16] |
| 1867 | 395 | am 3. Dezember, Landgemeinde[17] |
| 1871 | 412 | am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 399 Evangelische, sieben Katholiken und sechs Juden[17] |
| 1885 | 414 | am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 408 Evangelische, vier Katholiken und zwei sonstige Christen[18] |
| 1895 | 408 | am 2. Dezember, Landgemeinde, davon 400 Evangelische und acht Katholiken[19] |
| 1905 | 358 | am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 336 Evangelische (sämtlich mit deutscher Muttersprache) und 22 Katholiken (17 mit deutscher und fünf mit polnischer Muttersprache)[20] |
| 1910 | 367 | am 1. Dezember[21] |
| 1925 | 360 | Landgemeinde, in 75 Haushaltungen, davon 352 Evangelische und acht Katholiken[9] |
| 1933 | 304 | [22] |
| 1939 | 291 | [22] |
Kirche
Kirchspiel bis 1945
In Tangen waren die Einwohner mehrheitlich evangelischer Konfession. Das evangelische Kirchspiel war in Groß Tuchen.
Das katholische Kirchspiel war in Groß Tuchen.
Polnisches Kirchspiel seit 1945
Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Dorfbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft gehört mit seltenen Ausnahmen der Römisch-katholischen Kirche in Polen an.
Das polnische evangelische Kirchspiel ist in Bütow.
Literatur
- Tangen, Dorf, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Tangen (meyersgaz.org).
- Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1059, Nr. (33) (Google Books).
Weblinks
- Amtsbezirk Kathkow (Territorial.de)
- Die Gemeinde Tangen im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
- Historische Ortsbeschreibungen Kreis Bütow: Tangen (buetow-pommern.info)
Fußnoten
- ↑ Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, Zweiter Teil: Urkundenbuch, Königsberg 1858, S. 25–27, Nr. 29 (Google Books).
- ↑ Friedrich Wilhelm Barthold: Geschichte von Rügen und Pommern, Band III: Vom Tode Barnims I. (1278) bis zum Auftreten der Hohenzollern in der Mark Brandenburg (1411), Perthes, Hamburg S. 502 (Google Books).
- ↑ Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, Zweiter Teil: Urkundenbuch, Königsberg 1858, S. 27–28 (Books).
- ↑ Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, Zweiter Teil: Urkundenbuch, Königsberg 1858, S. 38–42, Nr. 35, insbesondere S. 40 (Books).
- ↑ Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 259, Nr. 146 (Google Books).
- ↑ Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, E. J. Dalkowski, Königsberg 1858, Band 1: Die Geschichte, Anhang S. 28, Nr. 7 (Google Books).
- ↑ a b Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1059, Nr. (33) (Google Books).
- ↑ Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Köslin, 27. Kreis Bütow, S. 136–137, Ziffer 22 (Google Books).
- ↑ a b Die Gemeinde Tangen im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
- ↑ Klockhausʼ Kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1165 (Google Books).
- ↑ Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 2, Ziffer 60 (Google Books).
- ↑ Friedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 287, Ziffer 20 (Google Books).
- ↑ Bütower Kreisblatt, No. 3, Bütow, 17. Januar 1849, S. 11–12, Einwohner-Tabelle, Ziffer 49 (bibliotekacyfrowa.eu, PDF)
- ↑ Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 618 (Google Books).
- ↑ Hermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Bütow 1858, Anhang, Beilage 1, Ziffer 50 (Google Books).
- ↑ Königliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 2. Kreis Bütow, Berlin 1966, S. 10–17, Ziffer 55 (Google Books).
- ↑ a b Königl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, Regierungsbezirk Köslin, XII. Kreis Bütow, S. 174–175, Ziffer 36 (Google Books).
- ↑ Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, IV. Provinz Pommern, Berlin 1888, Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 190–191, Ziffer 41 (Google Books).
- ↑ Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Band IV: Provinz Pommern, Berlin 1898, 2. Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 196–197, Ziffer 41 (Google Books).
- ↑ Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon für die Provinz Pommern. Auf Grund von Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1908, 4. Kreis Bütow, S. 18–19, Ziffer 41 (pbc.gda.pl).
- ↑ Tangen, Dorf, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Tangen (meyersgaz.org).
- ↑ a b Michael Rademacher: Provinz Pommern – Landkreis Bütow. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.