Törökbálint

Törökbálint
Törökbálint
Basisdaten
Staat: Ungarn Ungarn
Region: Mittelungarn
Komitat: Pest
Kleingebiet bis 31.12.2012: Budaörs
Kreis: Érd
Koordinaten: 47° 26′ N, 18° 55′ O
Fläche: 29,40 km²
Einwohner: 14.531 (1. Jan. 2022)
Bevölkerungsdichte: 494 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+36) 23
Postleitzahl: 2045
KSH-kód: 06859
Struktur und Verwaltung (Stand: 2024)
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Péter Szőke[1] (Törökbálint Holnap Egyesület)
Postanschrift: Munkácsy Mihály u. 79
2045 Törökbálint
Website:
(Quelle: Localities 01.01.2022. bei Központi statisztikai hivatal)

Törökbálint [ˈtørøk̬baːlint] (deutsch Großturwall)[2] ist eine ungarische Stadt im Kreis Érd im Komitat Pest. Törökbálint erhielt 2007 den Status einer Stadt.[2]

Der deutsche Name der Stadt rührt nicht nur daher, dass Ungarn und die deutschsprachigen Länder – hauptsächlich Österreich – eine gemeinsame Geschichte von mehreren hundert Jahren haben, sondern auch dadurch, dass die Ortschaft ursprünglich ein schwäbisches Dorf war, wie viele andere Siedlungen in Ungarn auch.

Geographische Lage

Törökbálint liegt 12 Kilometer südwestlich des Zentrums von Budapest und 6 Kilometer nördlich der Kreisstadt Érd.

Geschichte

Vor der Landnahme der Ungarn

Bis zum 1. Jahrhundert n. Chr. lebten in der Gegend die Awaren. Diese wurden von den Römern abgelöst. Die Geschichte der dortigen Ortschaften wurde durch den Ausbau der römischen Heerstraße in Schwung gebracht. In der Zeit der Angriffe gegen die Römer wurden auch die Bewohner vertrieben, und die Gegend wurde erst wieder ab dem 6. Jahrhundert besiedelt.

Árpádenzeit

Nach der ungarischen Besiedlung übergab Großfürst Árpád das Gebiet dem Fürsten Kond, dessen Sohn, Csörsz, in der Nähe eine Burg erbauen ließ. Von deren Namen Torbágy (Turobag) stammt wahrscheinlich der deutsche Name der Ortschaft.

Mittelalter

Im Mittelalter hieß die Stadt Török-Bálint. Bálint Török war eine historische Persönlichkeit, ein Dichter und Adeliger, der Ländereien in der Gegend besaß.

Neuere Geschichte

Im 16. Jahrhundert erhielten die Jesuiten die Ortschaft, die viele, schöne Gebäude im Barockstil errichteten. In den Händen der Jesuiten blieb die Ortschaft bis 1773. Die Gebiete, die sich bis zu dieser Zeit fast vollständig entvölkerten, wurden gegen 1700 durch Donauschwaben wiederbesiedelt, die in kurzer Zeit dort die Mehrheit stellten.

Nach der Auflösung des Jesuitenordens gab Maria Theresia die Gebiete an Josef Majláth, ihrem Kammerratgeber.

Neueste Geschichte

Die ersten Kontakte nach Budapest wurden 1884 durch die Eröffnung einer Bahnlinie hergestellt.

1900 wurde die Ortschaft in Törökbálint umbenannt. Ab 1912 verkehrte eine Vorortbahn zwischen der Hauptstadt und Törökbálint bis zur Stilllegung nach dem Krieg.

Im Jahr 1913 gab es in der damaligen Großgemeinde 604 Häuser und über 3000 Einwohner auf einer Fläche von 4434 Katastraljochen.[3] Sie gehörte zu dieser Zeit zum Bezirk Bia im Komitat Pest-Pilis-Solt-Kiskun.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele der seit Jahrhunderten hier lebenden Donauschwaben zwangsausgesiedelt und zur Minderheit.

Ein Referendum im Jahre 2004 hinsichtlich der Erhebung zur Stadt verlief knapp negativ, doch seit dem 1. Juli 2007 trägt die Ortschaft den Titel Stadt.

Törökbálint heute

Heute ist Törökbálint Teil der Agglomeration Budapest. Immer mehr Menschen siedelten von Budapest nach Törökbálint um. Deshalb wurde in den letzten Jahren, der am Stadtrand von Törökbálint befindliche Spiegelberg, der früher einmal ein Obstgarten war, völlig bebaut.

Die am Rand von Törökbálint angesiedelten großen Unternehmen und die vielen Einkaufszentren beleben die Wirtschaft in der Ortschaft und sind dort die größten Arbeitgeber.

Städtepartnerschaften

Partnerstadt des Ortes ist Süßen in Baden-Württemberg.

Sehenswürdigkeiten

  • Walla-Schloss
  • Das Lungensanatorium, das ehemalige Schloss der Jesuiten. Ab 1701 war das Gebäude im Besitz der Jesuiten. Seit 1920 ist es ein Lungensanatorium.
  • Kalvarienberg
  • Die römisch-katholische Kirche Szűz Mária bemutatása wurde um 1700 im barocken Stil auf den Überresten einer gotischen Kirche aus dem 14. bis 15. Jahrhundert errichtet.
  • Ignác-Zimándy-Schule
  • Die reformierte Kirche wurde 1994 in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Süßen erbaut.
  • Das Dorfmuseum wurde 1996 mit Hilfe der Düsseldorfer Hermann-Niermann-Stiftung eröffnet.

Persönlichkeiten

Verkehr

Törökbálint ist angebunden an die Eisenbahnstrecke von Budapest nach Győr. Weiterhin ist die Stadt direkt mit den Autobahnen M1 und M7 verbunden und ist direkt von der M0 erreichbar.

Einzelnachweise

  1. Helyi önkormányzati választások 2024. június 9. - Törökbálint. Nemzeti Választási Iroda, 2. August 2024, abgerufen am 8. November 2025 (ungarisch, englisch).
  2. a b Magyarország helységnévtára: Törökbálint. Daten zur Stadt. In: ksh.hu. Központi Statisztikai Hivatal, abgerufen am 8. November 2025 (ungarisch, englisch).
  3. Törökbálint. In: A Magyar Korona Országainak helységnévtára 1913. Budapest 1913, S. 1246 (ungarisch).
Commons: Törökbálint – Sammlung von Bildern