Synagoge Quakenbrück

Die Synagoge in Quakenbrück befand sich in der Kreuzstraße in Quakenbrück (Landkreis Osnabrück, Niedersachsen). Sie wurde 1897 errichtet und 1938 während der Novemberpogrome zerstört.

Geschichte

Eine jüdische Gemeinde ist in Quakenbrück und Badbergen seit dem 18. Jahrhundert belegt.[1] Im Jahr 1897 errichtete die Gemeinde ein eigenes Synagogengebäude in der Kreuzstraße in Quakenbrück. Eine Schule war der Synagoge angegliedert. Zuvor hatte sich die Synagogengemeinde in einem Betraum in Badbergen versammelt, der Mittelpunkt der Gemeinde hatte sich jedoch zunehmend nach Quakenbrück verlagert.[2]

Baubeschreibung

Die Synagoge war ein eingeschossiger Backsteinbau mit einem steilen Satteldach. Das Gebäude wies eine schlichte Fassadengestaltung auf und besaß hohe, schmale Fenster mit segment- oder rundbogigem Abschluss und deutlicher Sprossenteilung. An der Giebelseite lag ein zurückgesetztes, rechteckiges Eingangselement. Das unverputzte Ziegelmauerwerk und der klare, rechteckige Grundriss verliehen dem Bau eine zurückhaltende Erscheinung ohne ornamentale Schmuckelemente.[3]

Zerstörung

Am Morgen des 10. Novembers 1938 erging von einem SA Führer aus Cloppenburg der Befehl an den ihm unterstellten SA Führer in Quakenbrück, dass alle Synagogen in seinem Befehlsbereich zu zerstören und die männlichen Juden zu verhaften seien. Die Synagoge in Quakenbrück wurde geplündert und in Brand gesetzt. Die Ritualgegenstände wurden unter dem Jubel der Menge geschändet. Die Feuerwehr verhinderte lediglich ein Übergreifen der Flammen.[4] Das Gebäude brannte vollständig aus und wurde in der Folgezeit abgetragen.

Gedenken

Am Standort der zerstörten Synagoge befindet sich heute der Synagogenplatz. Dort erinnern eine Stele und Informationstafeln an das ehemalige Gotteshaus und an die jüdische Gemeinde Quakenbrücks.[5][6]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Herbert Obenaus, David Bankier, Daniel Fraenkel (Hrsg.): Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Wallstein, Göttingen 2005, S. 155–156.
  2. Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen, 154–155.
  3. Die Baubeschreibung basiert auf einer Fotografie aus der Reichspogromnacht, vgl. https://www.xn--jdische-gemeinden-22b.de/index.php/gemeinden/p-r/1608-quakenbrueck-niedersachsen
  4. Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen, 157.
  5. Synagogenplatz Quakenbrück – Osnabrücker Land. Abgerufen am 20. November 2025.
  6. Spuren jüdischen Lebens im Artland. Abgerufen am 20. November 2025.

Koordinaten: 52° 40′ 40,7″ N, 7° 57′ 5,4″ O