Synagoge Nordhorn
Die Synagoge in Nordhorn befand sich an der heutigen Hagenstraße in Nordhorn. Sie wurde 1813 eingeweiht und 1938 während der nationalsozialistischen Novemberpogrome zerstört.
Geschichte
Eine organisierte jüdische Gemeinde ist in Nordhorn seit dem frühen 19. Jahrhundert belegt. Im Jahr 1813 errichtete die Gemeinde eine neue Synagoge. Im Jahr 1871 zerstörte ein Brand diesen ersten Bau. Er konnte in den Folgejahren jedoch neu aufgebaut werden.[1]
Baubeschreibung
Die Synagoge war ein eingeschossiger Massivbau mit Satteldach, der straßenseitig eine asymmetrische Fassadengestaltung aufwies. Die Backsteinmauern waren mindestens an der Straßenseite von hohen Eckpilastern eingefasst. Charakteristisch waren an der Schauseite die Rundbogenfenster sowie der dezentral angeordnete Eingang. Das Gebäude hob sich etwas von der umliegenden Bebauung ab, folgte aber einer schlichten, regionaltypischen Bauweise ohne hervortretenden architektonischen Schmuck.[2]
Zerstörung
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge von SD Männern aus Bentheim und Gestapoangehörigen aufgebrochen. Die Inneneinrichtung wurde zerstört und Teile des Inventars geplündert. Die Männer brachten außen an der Tür ein Schild mit der Aufschrift SS Sturmlokal an. Als die SA morgens angerückt war, sollte das Gebäude niedergebrannt werden. Aufgrund der Befürchtung, das Feuer könnte auf andere Gebäude übergreifen, wurde darauf jedoch verzichtet. Stattdessen wurde die Synagoge vor den Augen einer großen Menschenmenge mit Baugerät abgebrochen. Einige Wohnungen der jüdischen Mitbürger wurden demoliert und geplündert. Verhaftungen von Gemeindeangehörigen wurden ebenfalls vorgenommen.[3]
1939 wurde die Synagogen schließlich zur Veräußerung des Grundstücks gezwungen.[4]
Gedenken
Am Standort der ehemaligen Synagoge wurde eine Gedenkstele errichtet, die an das zerstörte Gebäude und an die jüdischen Bürger Nordhorns erinnert.[5]
Siehe auch
Weblinks
- https://stolpersteine-nordhorn.nolis-manager.de/egn/synagoge.php
- https://www.jewish-places.de/de/DE-MUS-975919Z/facility/bae0eecb-5052-4e8e-9f10-ea2181d2107c
- https://www.xn--jdische-gemeinden-22b.de/index.php/gemeinden/m-o/1466-nordhorn-niedersachsen
- https://www.emsvechtewelle.de/zeitgeschichte-die-synagoge-in-nordhorn/
Einzelnachweise
- ↑ Herbert Obenaus, David Bankier, Daniel Fraenkel (Hrsg.): Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Wallstein, Göttingen 2005, S. 1141–1143.
- ↑ Die Baubeschreibung fußt auf einer Zeichnung der Synagoge aus dem Stadtarchiv Nordhorn, vgl. https://stolpersteine-nordhorn.nolis-manager.de/egn/synagoge.php
- ↑ Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen, 1144–1145.
- ↑ Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen 1145.
- ↑ Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen, 1146; siehe auch https://stolpersteine-nordhorn.nolis-manager.de/syn/index.php