Synagoge Gronau (Leine)

Die Synagoge in Gronau (Leine) bestand von etwa 1820 bis 1938 in der Südstraße 14 in Gronau (Leine).

Geschichte

Ende der 1820er Jahre errichtete die jüdische Gemeinde in Gronau (Leine) ein eigenes Gotteshaus mit angeschlossenem Unterrichtsraum und Lehrerwohnung. Das Gebäude lag in der Südstraße Nr. 14 und wurde von der Gemeinde über mehr als ein Jahrhundert für den Gottesdienst genutzt. Neben dem Betraum befanden sich im Gebäude Räume für den Religionsunterricht sowie eine Wohnung für den Lehrer und Vorbeter. Außerdem pachtete die im 19. Jh. recht wohlhabende jüdische Gemeinde ab 1819 einen eigenen Begräbnisplatz.[1]

Zerstörung

Während der Novemberpogrome 1938 drangen in der Nacht vom 9. auf den 10. November SA-Männer und andere Beteiligte in die Synagoge ein, zerstörten die Inneneinrichtung und warfen Kultgegenstände auf die Straße, wo sie verbrannt wurden. Aus Angst vor einer Ausbreitung des Feuers auf die angrenzenden Fachwerkhäuser wurde das Gebäude nicht angezündet. Die Synagoge blieb dadurch äußerlich erhalten, wurde aber nach 1938 nicht mehr als Gotteshaus genutzt.[2] Grundstück und Gebäude der Synagogengemeinde ginge wie der jüdische Begräbnisplatz in den Besitz der Stadt Gronau über.[3]

Baubeschreibung

Das Synagogengebäude ist ein schlichtes, zweigeschossiges Fachwerkhaus mit Satteldach. Es verfügt über einen rechteckigen Grundriss und einfache Fenster. Auf eine repräsentative Fassade oder Schmuckelemente, wie sie bei städtischen Synagogen des 19. Jahrhunderts vorkamen, wurde beim Bau verzichtet. Diese Zurückhaltung in der Gestaltung entsprach dem Baustil vieler Landgemeinden jener Zeit, die ihre Synagogen bewusst unauffällig in bestehende Straßenzeilen integrierten.[4]

Nach 1945 und Gedenken

Das Gebäude blieb erhalten und wurde später zu Wohnzwecken umgebaut. Es steht heute unter Denkmalschutz und erinnert an das ehemalige jüdische Leben in Gronau (Leine). Ein weiterer Erinnerungsort ist der jüdische Friedhof am Hohen Escher, der mit seinen erhaltenen Grabsteinen Zeugnis vom früheren Gemeindeleben ablegt.[5]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Herbert Obenaus, David Bankier, Daniel Fraenkel: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 978-3-89244-753-5, S. 666–668.
  2. Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen 669–670
  3. Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen 669–670.
  4. Gronau (Leine) – Niedersachsen. In: Jüdische Gemeinden in Niedersachsen. Abgerufen am 9. November 2025.
  5. Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen 670.

Koordinaten: 52° 13′ 7,2″ N, 7° 2′ 19,8″ O