Synagoge (Dahn)
| Synagoge | ||
|---|---|---|
Synagoge Dahn nach der Umgestaltung | ||
| Daten | ||
| Ort | Dahn | |
| Baustil | Putzbau im Rundbogenstil | |
| Baujahr | 1872–1873 | |
| Koordinaten | 49° 9′ 0,2″ N, 7° 46′ 48,6″ O | |
Die Synagoge in Dahn ist das Gebäude, in dem sich ehemals die jüdische Gemeinde der Stadt zu Gebet und Belehrung versammelte.
Lage
Das Gebäudeensemble aus Bethaus und Schule befindet sich innerhalb der Stadtmitte von Dahn in der Schäfergasse und trägt die Hausnummer 8 beziehungsweise 10.
Geschichte
Innerhalb des Kanton Dahn existierten Anfang des 19. Jahrhunderts bereits Synagogen in Busenberg sowie in Erlenbach, während in Dahn selbst jüdische Gottesdienste in Privathäusern stattfinden mussten. Deshalb wurde 1820 in der Schäfergasse, die daraufhin volkstümlich „Judengasse“ genannt wurde, eine Synagoge errichtet. Bereits fünf Jahrzehnte später wurde sie wegen Baufälligkeit abgerissen.[1]
Das gegenwärtige Gebäude wurde an gleicher Stelle in den Jahren 1872 und 1873 errichtet. Es war außen 9,10 m lang und 8,00 m breit, hatte 60 Sitzplätze für Männer und auf der Empore 35 für die Frauen. An der Westseite gab es zwei getrennte Eingänge, einen Eingang für die Männer und einen Eingang für die Frauen.
Nach der Machtergreifung Hitlers im Jahr 1933 ging die Zahl jüdischer Gemeindemitglieder schnell zurück, sodass es ab 1936/37 keinen regelmäßigen Gottesdienst mehr gab, weil die Minjan, die Mindestzahl von zehn Männern, nicht erreicht wurde. Am 18. August 1937 verkaufte der Gemeindevorsteher Josef Katz deshalb die Synagoge und die jüdische Schule an den Schreinermeister Ludwig Flory. Das Bad für rituelle Reinigung im Untergeschoss der Schule, die Mikwe, wurde zugeschüttet. Danach war die profanierte Synagoge als Schreinerwerkstatt eingerichtet. Außen wurde 1991 eine Gedenktafel angebracht, die an die ursprüngliche Funktion des Hauses erinnert.
Am 3. April 2025 kaufte die Stadt Dahn die Synagoge und das ehemalige jüdische Schulhaus, um beides zu einem Ort der Begegnung und der Erinnerung mit einer Dauerausstellung sakraler und profaner Gegenstände umzugestalten.[2]
Architektur
Vor dem Umbau war die Synagoge ein Putzbau im Rundbogenstil mit drei hohen Fenstern zur Straße hin und einer Empore im Innern. Hinzu kam das jüdische Schulhaus mit Mikwe. Seit März 2021 steht die Synagoge unter Denkmalschutz.[2]
Literatur
- Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Südwestpfalz (PDF; 8,7 MB). Mainz 2023.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Die Synagoge in Dahn
- ↑ a b Website Alemannia Judaica. Dahn Synagoge. Abgerufen am 27. Oktober 2025.