Synagoge (Dabrówno)
Koordinaten: 53° 25′ 49,8″ N, 20° 2′ 9,6″ O
Die Synagoge in Dąbrówno (deutsch Gilgenburg), einem Dorf und Sitz einer Landgemeinde im Powiat Ostródzki in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren, wurde Anfang des 19. Jahrhunderts errichtet. Die profanierte Synagoge ist seit 1991 ein geschütztes Baudenkmal. Das aus roten Backsteinen gefertigte Synagogengebäude steht an der Hauptstraße, die als polnische Vorstadt bezeichnet wurde.
Geschichte
Die Synagoge entstand Anfang des 19. Jahrhunderts im damaligen Gildenburg. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge in Brand gesetzt. Die Gebäudehülle hielt dem Feuer stand, jedoch zerstörte der Brand zerstörte die Inneneinrichtung völlig. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zweckentfremdet über Jahrzehntelang als Lagerraum genutzt und verfiel zusehends. Seit 1991 steht die ehemalige Synagoge als Baudenkmal unter Schutz und ab 2010 begann eine schrittweise Erhaltung und bauliche Sicherung, um den Bestand langfristig zu bewahren.
Aussehen
Bei dem Bautypus handelt es sich um einen rechteckigen Saalbau. Die Grundstruktur basiert auf einem rechteckigen Grundriss von etwa 20 × 14 m. Das Gebäude besitzt ein einfaches Satteldach, welches ursprünglich mit dunklen Ziegeln bedeckt war. Die Dachkonstruktion besteht aus einem Holzdachstuhl mit Sparren. Die Fensteröffnungen liegen im Nord-Westen und Süd-Osten, die Synagoge ist also nicht nach Osten in Richtung Jerusalem orientiert.
Im Inneren ist die Synagoge aus einer zweigeschossigen Innenstruktur, bestehend aus dem Hauptraum und einer Frauenempore. Diese war als Holztragwerk mit Wandauflager ausgeführt. Zur Ausstattung gehören die Bima (Vorlesepult), der Toraschrein, Sitzreihen und ein zentral angeordneter Erschließungflur. Von dieser Inneneinrichtung ist heute nichts mehr erhalten.
Von außen hat das Gebäude eine schlicht strukturierte Fassade mit wenig Ornamentalen Elementen, sowie einen geringen Dachüberstand, der jedoch ausreichend Schutz vor Regen und Schnee bietet. Die Außenwände bestehen aus Ziegelmauerwerk mit hoher Wandstärke, das als Tragstruktur fungiert. Teilweise ist der alte Putz noch erhalten. Der Steinsockel dient als optische Gliederung und als feuchte Schutz gegen aufsteigende Nässe.
Bedeutung und Gedenken
Seit 2002 erinnert eine Gedenktafel am Synagogengebäude an dessen einstige Nutzung. Heute hat die Synagoge Denkmalstatus und ist wichtig für die lokale Erinnerungskultur und ist historische kultureller Ankerpunkt innerhalb der Region.
Siehe auch
Literatur
- Klaus-Dieter Alicke: Lexikon der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum. Band 1: Aach – Groß-Bieberau. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2008, ISBN 978-3-579-08077-2 (Online-Version).