Sylvia Fünfschilling
Sylvia Fünfschilling (* 6. Juni 1955 in Lörrach) ist eine Archäologin, deren Arbeitsschwerpunkt auf der Erforschung antiker Glasobjekte liegt.
Leben und Werk
Fünfschilling schloss ihre Schulzeit in Lörrach und Basel mit der Matura im Jahr 1976 ab und studierte anschließend an der Universität Basel. Zunächst belegte sie die Studienfächer Russisch, Kunstgeschichte sowie Ur- und Frühgeschichte und Provinzialrömische Archäologie; später ersetzte sie Kunstgeschichte durch Indologie und machte Archäologie zu ihrem Hauptfach. Das Studium schloss sie 1983 mit dem Lizentiat ab; in ihrer Abschlussarbeit behandelte sie die römischen Glasfunde aus Aquae Helveticae (heute Baden AG).
Ab dem Jahr 1984 war Sylvia Fünfschilling im archäologischen Park Augusta Raurica angestellt, wo sie wissenschaftliche Zeichnungen anfertigte, Fundmaterial inventarisierte und wissenschaftliche Projekte verfolgte. Daneben war sie an verschiedenen weiteren Forschungsprojekten zu römischem, frühmittelalterlichem und byzantinischem Glas beteiligt und publizierte Untersuchungen zu diesen Themen. Seit 2019 arbeitet Fünfschilling als unabhängige Wissenschaftlerin und ist als solche frei an die Universität Basel angeschlossen.
Ihre Publikation der Glasfunde von Augusta Raurica, eine Fortsetzung des entsprechenden Werkes von Beat Rütti, gilt „gleichermaßen [als] ein Handbuch der Glasforschung und ein wissenschaftliches Standardwerk für die Arbeit mit Glasfunden“.[1]
Mitgliedschaften
Sylvia Fünfschilling ist Mitglied der Association française pour l’archéologie du verre (Französische Gesellschaft für Glasarchäologie), des International Committee for Museums and Collections of Glass (Internationales Komitee für Glasmuseen und -sammlungen im Rahmen des International Council of Museums) und der Association internationale pour l’histoire du verre (Internationale Gesellschaft für die Geschichte des Glases), deren Präsidentin sie auch von 2012 bis 2018 war. Daneben ist sie Mitglied im wissenschaftlichen Beirat (Editorial board) des Journal of Glass Studies.
Schriften
- Römische Altfunde von Augst-Kastelen. Eine Privatsammlung mit Altfunden aus Augusta Raurica, vornehmlich von Augst-Kastelen (Insulae 3, 4, 7, 8), geboren während des Kiesabbaus im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts (= Interne Augster Arbeitspapiere. Nummer 2). Römermuseum Augst, Augst 1993, DNB 940611333.[2]
- Das Quartier „Kurzenbettli“ im Süden von Augusta Raurica (= Forschungen in Augst. Band 35). 2 Teilbände, Römermuseum Augst, Augst 2006, ISBN 978-3-7151-0035-7 (Digitalisate: Teilband 1, Teilband 2).
- mit Ergün Laflı: Hadrianopolis II: Glasfunde des 6. und 7. Jahrhunderts aus Hadrianopolis, Paphlagonien (Türkei) (= Internationale Archäologie. Band 123). Leidorf, Rahden (Westfalen) 2013, ISBN 978-3-89646-498-9.[3]
- Die römischen Gläser aus Augst und Kaiseraugst. Kommentierter Formenkatalog und ausgewählte Neufunde 1981–2010 aus Augusta Raurica (= Forschungen in Augst. Band 51). 2 Teilbände, Augusta Raurica, Augst 2015, ISBN 978-3-7151-0051-7 (Digitalisate: Teilband 1, Teilband 2).[4]
Weblinks
- Sylvia Fünfschilling auf der Website der Universität Basel
- Fuenfschilling (Sylvia) auf archeophile.com (umfangreiches Schriftenverzeichnis)
Einzelnachweise
- ↑ Peter Henrich: Rezension zu Fünfschilling, Sylvia, Die römischen Gläser aus Augst und Kaiseraugst. In: Trierer Zeitschrift. Band 79/80, 2016/2017, S. 482–483, DOI:10.11588/.2016..55057 (Open Access), hier S. 483. Siehe auch Michael J. Klein: Rezension zu Sylvia Fünfschilling, Die römischen Gläser aus Augst und Kaiseraugst. In: Germania. Band 96, 2018, S. 355–358, DOI:10.11588/ger.2018.65938 (Open Access).
- ↑ Siehe Sylvia Fünfschilling: Zu einigen ausgewählten Altfunden aus Augusta Raurica. In: Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst. Band 15, 1994, S. 187–210 (e-periodica.ch).
- ↑ Rezension: Jörg Drauschke, in: Gnomon. Band 90, 2018, S. 158–161.
- ↑ Rezensionen: Marion Brüggler, in: Bonner Jahrbücher. Band 216, 2016, S. 404–407 DOI:10.11588/bjb.2016.0.70763 (Open Access); Peter Henrich, in: Trierer Zeitschrift. Band 79/80, 2016/2017, S. 482–483, DOI:10.11588/.2016..55057 (Open Access); Michael J. Klein: In: Germania. Band 96, 2018, S. 355–358, DOI:10.11588/ger.2018.65938 (Open Access).