Sylvia Ageloff

Sylvia Mohr, geborene Ageloff (* 1909 in Brooklyn, New York City; † 15. Juli 1995 in New York City)[1][2][3] war eine russisch-amerikanische Sozialarbeiterin und Anhängerin Leo Trotzkis.[2] Sie wurde verdächtigt, eine Mittäterin des Attentats an Trotzki gewesen zu sein.[1]

Leben

Sylvia Ageloff war Tochter von Samuel Ageloff (1884–1972) und Anna Maslow (1881–1930) geboren, die aus Lepel (Stadt), Weißrussland ausgewandert waren und um 1900 in die USA kamen.[3] Insgesamt hatten die Ageloffs sechs Kinder, vier Mädchen und zwei Jungen. Samuel Ageloff war erfolgreicher Immobilienmakler in den USA.

Ageloff wuchs in einem russischsprachigen Umfeld auf, sprach außerhalb Englisch und zu Hause Russisch. Diese Sprachkompetenz sollte sich später als nützlich erweisen, als sie bei der Gründungskonferenz der Vierten Internationale in Paris (September 1938) und später in Trotzkis Exil im Bezirk Coyoacán in Mexiko-Stadt als Übersetzerin arbeitete. Samuel Ageloff war vor dessen Auswanderung aus der Sowjetunion Mitglied der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. Durch diese politischen Einflüsse wurden sowohl Sylvia als auch ihre Schwestern Ruth und Hilda Anhängerinnen von Trotzki.[1]

Sylvia Ageloff studierte an der New York University (NYU)[1] und schloss ihr Studium an der New York University 1930 mit einem Bachelor of Science ab.[1][3]

Nach der NYU studierte sie 1934 Psychologie an der Columbia University und schrieb eine Dissertation mit dem Titel „Eine Studie über ‚Prestige‘ und ‚objektive‘ Faktoren der Suggestibilität im Vergleich zwischen rassischen und sexuellen Unterschieden“, die sie im Mai 1934 abschloss.[1][4]

Nach dem Studium arbeitete sie für das Sozialministerium des Home Relief Bureau, New York City. Schon früh gelangte Ageloff in ein stark politisches Umfeld. Im Juli 1938 reiste Ageloff mit Ruby Weil nach Europa, um die internationale trotzkistische Bewegung bei den umfangreichen Vorbereitungen auf ihre Gründungskonferenz in Paris zu unterstützen.

Während ihrer Zeit in Frankreich lernte Sylvia die französische Trotzkistin Marie Craipeau kennen und die beiden wurden gute Freunde. Über „Gertrude“, eine NKWD-Agentin, stellte Weil Ageloff Ramón Mercader vor,[1] der als angeblicher Sohn eines belgischen Diplomaten unter dem Namen Jacques Mornard Ageloffs Vertrauen erschlich.[2] Mercader, der seine Verbindung zu Ageloff ausnutzte, wurde mit der Rolle des Attentäters beauftragt.[1]

Attentat

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Während der Zeit in Mexiko hatte Mercader sich bereits auf den Anschlag an Leo Trotzki vorbereitet. So konnte er am 20. August 1940 das tödliche Attentat verüben.[1][5]

Nach dem Attentat

Da Ageloff und Mercader zusammengelebt hatten und verlobt waren, war es nicht verwunderlich, dass die mexikanische Polizei sie als Verdächtige betrachtete; beide wurden verhaftet. Durch Bemühungen von Sylvias Vater, Ruth und ihrem Bruder Monte, Sylvias Freilassung zu erwirken, veranlasste ein Strafverteidiger eine einstweilige Verfügung, um ihre Verhaftung durch die mexikanischen Behörden zu verhindern. Trotzdem wurde Ageloff in Gewahrsam genommen und verhört. Schließlich wurden alle Anklagen fallen gelassen und sie kehrte am 28. Dezember 1940 nach New York zurück.

Das Federal Bureau of Investigation (FBI) besuchte Ageloff am 15. April 1942 und verhörte sie, ohne dass sie nennenswerte Angaben machte. Ageloff war bei Pressemitteilungen und nachfolgenden Verhören zum Attentat und ihrer Verbindung zur Familie Trotzki stets zurückhaltend. Das FBI glaubte noch lange, dass Ageloff von der sowjetischen Geheimoperation gewusst hatte. Vor dem Ausschuss unter dem Vorsitz von Martin Dies sagten Sylvia und ihre Schwester Hilda 1950 am 26. Juli, 30. August, 18. und 19. Oktober sowie 4. Dezember aus. Auch Ruby Weil sagte aus. 1952 trat Martin Dies zurück und Sylvia wurde nicht weiter verhört.[1]

Später heiratete Sylvia Ageloff Bernard Mohr und nahm dessen Namen an. Nachdem sie ihre Stelle als Sozialarbeiterin verloren hatte, leitete sie einen Kindergarten in New York. Außer einigen Treffen wie 1955 mit Maria Craipeau, die vom Kriegsende bis 1957 als Journalistin in den USA arbeitete, hatte sie nichts mehr mit dem Attentat zu tun und lebte ein zurückgezogenes Leben. Ageloff starb 1995 in New York.[1][2]

Literatur

Film

Im Jahr 1972 erschien Joseph Loseys Filmdrama „Das Mädchen und der Mörder – Die Ermordung Trotzkis“.

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k John Cunningham, Whatever happened to Sylvia Ageloff? workersliberty.org, abgerufen am 9. September 2025.
  2. a b c d Ulrich Zander, Mordbefehl an "Mornard". wienerzeitung.at, abgerufen am 9. September 2025.
  3. a b c Eric London, Die Rolle Sylvia Ageloffs beim Mord an Leo Trotzki, Teil 1. wsws.org, abgerufen am 17. September 2025.
  4. Eric M Gurevitch, Thinking with Sylvia Ageloff? hypocritereader.com, abgerufen am 9. September 2025.
  5. Marina Morpurgo, Whatever happened to Sylvia Ageloff? grivel.com, abgerufen am 9. September 2025.